Nabburg
25.09.2018 - 15:54 Uhr

Wasser flutet Privatgrundstück

Das Wochenende ist für Oliver Ertel der blanke Horror: Zweimal strömen Wassermassen auf sein Grundstück und sorgen für einen hohen Schaden. Die Stadt Nabburg hatte es versäumt eine Abflussmulde zu errichten. Nun sollen Sofortmaßnahmen her.

Oliver Ertel schickte ein Video von den Wassermassen, die von einem Feld im Norden seines Hauses auf sein Grundstück flossen. Bild: exb
Oliver Ertel schickte ein Video von den Wassermassen, die von einem Feld im Norden seines Hauses auf sein Grundstück flossen.

(doz) Vor drei Jahren ist Oliver Ertel in sein Haus in Bergelshof eingezogen. Erst vor vier Wochen hat der 35-Jährige seinen Garten fertig angelegt. Am Wochenende waren die Regenfälle so stark, dass sich die Wassermassen von einem nördlich angrenzenden Feld den Weg auf sein Grundstück bahnten. Der Garten auf der Nordseite ist hinüber. Das Haus stand nach Angaben des Lehrers etwa 40 Zentimeter (nur außen) im Wasser. Kies und Rasen sind verschlammt, Putz bröckelte ab. Wie hoch der Schaden letztlich ist, muss ein Gutachter der Versicherung noch eruieren. Damit das Wasser die Straße hinunterlaufen konnte, musste Ertel Garagentor und die Garagentür öffnen. Kräfte der Feuerwehren Nabburg und Brudersdorf waren auch vor Ort. Ertel erklärte: "Sie konnten Schlimmeres verhindern."

"Suchen Sofortlösungen"

Die Stadt war sich schon 2005 der Gefahr des Hangwassers bekannt. Im Bebauungsplan heißt es: "Zum Schutz der Gebäude vor zulaufendem Hangwasser ist in dem nördlich angrenzenden öffentlichem Grundstücksstreifen (3 m breit) von der Stadt Nabburg eine Abflussmulde anzulegen." Laut Ertel sind im Baugebiet sechs Häuser von der Thematik betroffen. Oliver Ertel und Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl erklärten aber unisono: Eine solche Mulde hätte bei diesen Wassermassen auch nicht geholfen. Schärtl sagte auf Nachfrage: "Das Pech war, dass der Landwirt die Kartoffeln abgeerntet hat." So konnte das Wasser ungehindert den Hang hinunterfließen. Der Bürgermeister hatte am Montagmorgen den Schaden inspiziert. Mittlerweile hat die Stadt ein Ingenieur-Büro eingeschalten und das Wasserwirtschaftsamt kontaktiert. Bürgermeister Schärtl sagte: "Wir suchen nach Sofortlösungen." Deshalb versuche die Stadt den Pachtvertrag aufzulösen. Ulrich Süß vom Bauamt erklärte, dass die Stadt das gerne sofort machen würde.

Bauer sät Getreide an

Normal gebe es ein Jahr Kündigungsfrist. Man sei aber mit dem Landwirt im Gespräch, damit die Auflösung des Pachtvertrages schneller über die Bühne gehen könne. In jedem Fall sei bereits vereinbart worden, dass der Bauer Getreide ansät. Außerdem sollen laut Süß auf dem Feld mehrere Mulden gegraben werden, damit "wenn das Wasser kommt, es im Feld stehen bleibt". Parallel dazu sollen Rückhaltungen gebaut werden. Aus dem Feld soll ein Grünland werden. Das alles müsse aber erst noch geplant werden, erklärte Süß.

Nach dem Regenereignis sind die Schäden im Grundstück des 35-jährigen Lehrer klar zu sehen. Bild: Claudia Völkl
Nach dem Regenereignis sind die Schäden im Grundstück des 35-jährigen Lehrer klar zu sehen.
 
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