04.01.2019 - 11:33 Uhr
NabburgOberpfalz

Weil die Sicherheit vor geht

Die Stadt muss 690 000 Euro in die Hand nehmen, um das Pumpwerk-Problem im Turnhallenweg zu lösen. Die Entscheidung fällt nicht ohne kritische Stimmen.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Das Thema beschäftigte den Stadtrat bereits zweimal. Nun lagen drei mögliche Lösungsvorschläge vor. Die Nachrüstung der Sicherheitsausstattung innerhalb des bestehenden Gebäudes würde 195 000 Euro kosten, der Umbau in ein sogenanntes trocken aufgestelltes Pumpwerk kommt auf 690 000 Euro, und der Neubau eines solchen trocken aufgestellten Pumpwerkes am Regenüberlaufbecken in Diendorf würde gar 800 000 Euro verschlingen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit schlug die Verwaltung die zweite Variante vor. Die extrem hohen Baukosten liegen in der Übertiefe des Bauwerks - etwa zehn Meter - begründet. Der Um- und Anbau würde jedoch eine bauliche Veränderung am Überlaufbecken in Diendorf erlässlich machen.

"Wir sollten aufpassen, dass wir uns hier nicht vergaloppieren", bezeichnete Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) diese Maßnahme zwar als wünschenswert, aber vor dem finanziellen Hintergrund der Stadt als nicht zu verkraften. Mittelschule und Wasserleitung würden eine Menge Geld kosten, und die Verschuldung sollte nicht weiter steigen. Außerdem entstünden enorme Belastungen für die Bürger, die über die Kanalgebühren mitzahlen müssen. Zur Erfüllung der rechtlichen Anforderungen genüge die billigste Lösung. Er sei nicht bereit, bei 690 000 Euro mitzustimmen.

Der stellvertretende Verwaltungsleiter Thomas Prey wies darauf hin, dass bei der erstgenannten Variante das hochgradige Risiko für die Klärwärter nicht beseitigt wäre, denn sie müssten bei Verstopfungen weiterhin jede zweite Woche den tiefliegenden Pumpensumpf betreten. Fischer trat dafür ein, die eigentlichen Ursachen, nämlich das Einwerfen von Feuchttüchern in die Toilettenspülung, zu bekämpfen.

Seine erste Reaktion sei ähnlich ausgefallen, bekundete Bürgermeister Armin Schärtl (SPD). Doch schweren Herzens habe er sich darüber belehren lassen, dass die Sicherheit nur mit dem hohen Aufwand hergestellt werden kann. An die Feuchttuch-Nutzer könne man nur appellieren - die Gewohnheiten ließen sich dadurch gewiss nicht vollständig ändern. SPD-Stadtrat Peter Haas wollte sich nicht dem Vorwurf aussetzen, dass die Stadt daran schuld sei, wenn da etwas passiert. Es sei nämlich gewiss nicht unproblematisch, einen Menschen im Notfall aus zehn Metern Tiefe herauszuholen. Josef Pürner (CSU) war das Eingehen dieses Risikos auch zu hoch - trotz allen Verständnisses für die Kostenproblematik. Hans-Georg Dobler befürchtete, dass die 690 000 Euro nicht ausreichen. Ein Neubau in Diendorf würde das Problem noch besser lösen, meinte er.

Schließlich beschloss der Stadtrat mit 17:3-Stimmen, die Variante zwei am Turnhallenweg zu realisieren. Dagegen votierten Hans-Georg Dobler, Bernd Hofmann und Josef Fischer. Gegen die Stimme Fischers gab der Stadtrat anschließend eine Baugrunduntersuchung für den Umbau des Pumpwerkes in Auftrag.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.