Was 1998 in kleinem Rahmen begann, hat sich mittlerweile zu einem beachtlichen Gemeinschaftsprojekt der Wasserwirtschaftsämter Regensburg und Weiden entwickelt. Schauplatz der 27. Auflage der Weltwasserwoche war wiederum das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath.
Dort bekamen 2735 Grundschüler aus dem gesamten Regierungsbezirk die Gelegenheit, sich die verschiedenen Facetten der Ressource „Wasser“ bewusst zu machen. An 20 Stationen thematisierten Fachleute die Eigenschaften des Wassers, das versickern, tragen, ernähren und heilen, aber auch zerstören kann.
„Jedes dritte Kind auf der Erde hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser“, sagte der Leiter des Wirtschaftsamtes Regensburg, Stefan Neudert, bei der Abschlussveranstaltung der diesjährigen Weltwasserwochen am Montag, 27. April, im Denkenbauernhof des Freilandmuseums. Mit dem Wasserholen seien in den benachteiligten Ländern vor allem die Frauen und Mädchen beauftragt.
Wasser und Gleichberechtigung
Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hatten die Veranstalter diesmal das Motto gewählt: „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung.“ Stefan Neudert sieht im sicheren Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung ein Menschenrecht und die Voraussetzung für Geschlechtergerechtigkeit.
„Lernen mit allen Sinnen“. Darin erkennt Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf den Mehrwert der Aktionswoche. Wasser begleite den Menschen den ganzen Tag, so die CSU-Politikerin. In dieser komprimierten Form sei es möglich, den Kindern die Bedeutung des lebenswichtigen Elements bewusst zu machen. Wasser könne für den Menschen aber auch zur Bedrohung werden, erklärte die Staatssekretärin. Deshalb gelte es, den Schutz vor Hochwasser ebenfalls zu thematisieren.
Landrat Thomas Ebeling betonte die logistische Herausforderung, innerhalb einer Woche so viele Kinder durch das Museumsgelände zu lotsen und ihnen an den einzelnen Stationen die Bedeutung des Wassers zu vermitteln. Den großen Zuspruch wertete er als Beweis für die Qualität dieser Fortbildung. Allein am letzten Tag verteilten sich 500 Schüler, darunter auch eine Klasse aus Tschechien, über das Gelände. Museumsleiter Tobias Haberl hieß neben den Kindern zahlreiche Vertreter aus Politik, Behörden und Umweltschutzverbänden willkommen. Sie brachen nach der Eröffnung zu einem Rundgang auf.
Mit der Zille am Mühlenweiher
Wie das Regenwasser versickert, verdeutlichte Revierförster Jörg Maderer an den Bodenbeispielen „Humus, Wald und Gestein“. Der Mensch kann zwar nicht über Wasser laufen, dafür aber mit einer Zille an der Oberfläche dahingleiten. Die „Museumskapitäne“ holten das Boot aus der Scheune und schipperten mit den Kindern über den Mühlenweiher.
Während der Aktionswoche waren 50 Fachleute im Einsatz. Sie veranschaulichten die Lebensräume am und im Wasser, verdeutlichten die Funktion des Waldes als Wasserspeicher und machten die Bedeutung der Teichwirtschaft für den Erhalt der Kulturlandschaft und zur Lebensmittelproduktion bewusst.
Vertreter des Gesundheitsamtes erklärten den Kindern, woher das Trinkwasser kommt und wie es aufbereitet wird. Die Kneippvereine im Landkreis ließen den Kindern die heilende Wirkung des Wassers spüren. Schließlich wurde den Schülern an diesem sonnigen Tag bewusst, wie sehr die Pflanzen unter der Trockenheit leiden.














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