19.01.2020 - 16:02 Uhr
NabburgOberpfalz

Zeigen, dass Nabburg mehr kann

Nabburg braucht an der politischen Spitze einen Wechsel. Diese These vertritt die CSU. Ihr Bürgermeisterkandidat Frank Zeitler möchte der erste Markenbotschafter für seine Heimatstadt sein.

„Nabburg kann mehr“: Unter dieser Devise zieht Frank Zeitler (CSU) in den Wahlkampf und will neuer Bürgermeister von Nabburg werden
von Wilhelm Amann Kontakt Profil
Im Blickpunkt:

Wahlkampf als Teamwork

Die Ortsverbände der CSU, Jungen Union und Frauen-Union präsentierten am Freitagabend ihr Wahlmagazin mit Vorstellung der 20 Stadtratskandidaten. Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler wunderte sich in seinem Redebeitrag, dass sich Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) nun mit fremden Federn schmücke. Denn Großprojekte wie Sanierung der Nordgauhalle, Bau des neuen Marien-Kindergartens oder Umbau der Spitalkirche seien doch gar nicht während dessen Amtszeit auf den Weg gebracht worden. JU-Spitzenkandidat Kilian Gradl trat dafür ein, jungen Leuten eine Chance zu geben, ihre Stadt der Zukunft aktiv mitgestalten zu können. FU-Vorsitzende Marianne Forster betonte die Bedeutung einer guten Weiterentwicklung in den sozialen Bereichen. Stadtrat Michael Giesl stellte klar, dass die hohen Steuereinnahmen auf das gute Funktionieren der Firmen zurückzuführen sind und nicht zu den Verdiensten der Kommunalpolitik zählen. Fest stehe, dass sich Nabburg mit seiner immensen Verschuldung (Giesl: "Das muss man in Zeiten sprudelnder Steuern erstmal schaffen") keine Prestige-Projekte wie den Zwingerweg leisten könne. Mit Frank Zeitler werde sich zeigen: "Nabburg kann mehr ... als Schulden machen". Stadtrat Bernd Hofmann unterstrich, dass es nicht reichen werde, die Bürgermeisterwahl zu gewinnen. Man brauche auch im Stadtrat neue Mehrheitsverhältnisse, um Veränderungen herbeiführen zu können. Wer die CSU da wirklich unterstützen möchte, dürfe deshalb keine persönlichen Freunde auf anderen Listen ankreuzen. (am)

Der CSU-Ortsvorsitzende spricht von einer "begeisternden Resonanz". Bis auf den letzten Platz gefüllt ist am Freitagabend das Gasthaus "Zum Stern". Über 80 Besucher sind zum Wahlkampfauftakt der Union gekommen. "Nabburg will den Umbruch", schließt Tobias Knechtel aus dem starken Zuspruch.

Im Mittelpunkt der Versammlung steht Bürgermeisterkandidat Frank Zeitler (50). Er verdeutlicht, dass er Moderator sein und Interessen zusammenführen möchte. Als Beispiel, wie es unter seiner Regie nicht laufen würde, nennt er das Handelszentrum, für das sich bei einem Bürgerentscheid eine klare Mehrheit ausgesprochen hatte. Im Rathaus habe man den Wählerauftrag dann ausgesessen, ihn sterben lassen. Zur geplanten Bebauung an der Krankenhausstraße stehe der nächste Bürgerentscheid an. Dazu komme es, weil vor dem Projekt nicht die Interessen aller Beteiligten ausgelotet wurden. "Es ist ganz wichtig, aktiv auf die Bürger zuzugehen, bevor Maßnahmen ergriffen werden", meint er.

Der CSU-Bewerber prangert die mittlerweile extrem hohe Verschuldung der Stadt an. Er lässt Zahlen sprechen: Innerhalb von 25 Jahren sei die Pro-Kopf-Verschuldung von 357 auf 1637 Euro gestiegen und liege nun 135 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Man solle nicht nur Millionenprojekte angreifen, sondern auch kleine Brötchen backen und gute Vorschläge aus der Bürgerschaft aufnehmen.

"Nabburg hat sehr gute Voraussetzungen, muss sich aber noch in vielen Bereichen verbessern", kommt er auf sein Motto zu sprechen: "Nabburg kann mehr". Man müsse auf Entwicklungen reagieren, zum Beispiel im Einkaufsverhalten. Er verlangt mehr Transparenz. Zum Beispiel sei viel zu wenig bekannt, was konkret in dem neuen Einkaufsbereich im früheren Krankenhausgarten entstehen soll. Das neue Baugebiet in Bergelshof gehöre schon jahrelang der Stadt, doch gemacht habe sie daraus nichts. Ebenso sei längst bekannt, dass die Diözese nur noch einen Kindergarten in der Stadt tragen möchte. Die Reaktion sei viel zu spät erfolgt. "Man hätte gleich neu bauen und sich so die nun notwendige Container-Übergangslösung sparen können", kritisiert er.

Wenn es darum geht, die Stadt noch attraktiver zu machen, müsse man auch an die wirtschaftliche Seite denken und aufpassen, "dass die Stadt im Wettstreit unter den Kommunen um Betriebe und Arbeitsplätze nicht untergeht." Er selber möchte als Bürgermeister oberster Wirtschaftsförderer sein. Das verlange aber auch Weitsicht. Sie sei ebenso beim Thema Bahn nötig. Natürlich sei er dafür, dass mehr Güterverkehr auf die Schiene kommt. Es müsse aber auch klar sein, dass die anstehende Elektrifizierung der Bahnstrecke mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens einher geht, so dass in Zukunft 80 bis 100 Züge pro Tag durchfahren. "Und die produzieren Lärm", betont er, dass dringend die Weichen zu stellen sind für den bestmöglichen Lärmschutz. Dazu favorisiert er es, die Bahn in einen Trog zu legen. Er fordert, das derzeit zur Beseitigung des Bahnübergangs laufende Planfeststellungsverfahren einzufrieren und nach einem nötigen Vorlauf von zwei Jahren auf der Basis von Vieregg-Rößler fortzuführen. Er stellt dabei klar: "Eine solche Verzögerung liegt nicht an uns, sondern an denen, die uns in den Stadtratssitzung nicht angehört und uns den Mund verboten haben." Ein Bürgermeister müsse seine Stadt vor negativen Einflüssen schützen. Dazu zähle es, die Folgen der Elektrifizierung möglichst gering zu halten.

Zu sprechen kommt Zeitler noch auf die weitere Stadtentwicklung. In die Altstadt seien viele Millionen investiert, das eigentliche Ziel der Belebung aber weit verfehlt worden. Die Altstadt brauche unbedingt neue Anziehungspunkte. Eine Möglichkeit sieht er darin, auf dem freien Platz an der Stelle des früheren Beamten-Hauses ein Parkdeck anzulegen und in einem Überbau ein Altstadt-Cafe mit Panorama-Ausblick zu schaffen. Wichtig sei es, Alleinstellungsmerkmale zu erzeugen. An dieser Stelle nennt er beispielhaft einen NAB-Burger, der in allen Gaststätten zu haben sein sollte. Das sei freilich nur eine Kleinigkeit, aber genau solche gemeinsamen Verkaufsstrategien brauche man, um Nabburg zu einer starken Marke entwickeln zu können. Er selber wolle der oberste Markenbotschafter sein, damit in absehbarer Zeit wirklich alle Einwohner stolz darauf werden können, ein Nabburger zu sein.

Als Bürgermeister möchte ich erster Markenbotschafter für Nabburg sein.

CSU-Kandidat Frank Zeitler

CSU-Kandidat Frank Zeitler

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