Die Zither gehört seit dem19. Jahrhundert zum beliebtesten Instrument der Hausmusik. Kein geringerer als Herzog Max in Bayern, der Vater der legendären Kaiserin Sissi, hat die damals als "Lumpeninstrument" verschriene Zither salonfähig gemacht. In nahezu jedem zweiten Haushalt in Bayern wurde mehr oder minder virtuos Zither gespielt. Die moderne Zeit forderte auch bei der Zither ihren Tribut. Heute ist dieses Instrument nur noch bei Folkloreveranstaltungen oder ausgewählten Volksmusikanten zu hören. Von einem Instrument für Jedermann hat es sich weit entfernt. Die Förderung und Pflege der traditionellen Zithermusik hat sich der Verein "Zither in Bayern e.V." auf seine Fahne geschrieben.
Der Nordbayerische Zithertag, der von Christoph Schwarzer aus Cham federführend organisiert worden ist, sollte am Sonntag als weiterer Baustein dazu dienen, dieses vielseitige Instrument mit seinem unverwechselbaren Klang wieder einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die historischen Häuser im Freilandmuseum boten dafür das ideale Ambiente. In vier Stuben der verschiedenen Dörfer gaben Musikgruppen und Solisten eine Kostprobe ihres Könnens. Dabei ging es ungezwungen zu.
Der Besucher konnte sich mit den Musikanten unterhalten und so viel Wissenswertes über dieses Saiteninstrument erfahren. Gleich nach dem Eingang, im Denkenbauernhof, saß das Duo "Schönsteiner/Schwarzer" im Herrgottswinkel in der gemütlichen Stube. Christoph Schwarzer ist nicht nur der Organisator der Zithertage, er ist auch ein absoluter Meister auf diesem Instrument. Im Vorraum gewährte die Zitherbaumeisterin Ulrike Meinel einen Einblick in die Kunst des Zitherbaus. Gleich im Nachbardorf, im Kolberbeckhof saß die "Pauliner Stubenmusi" um den Tisch. Diese Musikanten gehören zum "Zitherklub Regensburg 1884 e.V.", der als einer der wenigen die Zithermusik immer noch hochhält. "Früher gab es auch in Weiden einen Zitherclub, der aber mangels Interesse schon vor Jahren eingegangen ist", musste Thomas Kessel, der Leiter der Regensburger Gruppe, mit Bedauern feststellen. Im "Rauberweiherhaus", wo normal eine interessante Fischausstellung zu besichtigen ist, hatte sich zwischen Hecht und Karpfen Gerhard Wundlerlich mit seiner Zither platziert. Sein virtuoses Spiel begeisterte von der ersten Minuten an das Publikum. Mit einem schelmischen Lächeln erzählte so manche Anekdote er aus seinem abenteuerlichen Musikerleben, das ihn nach Österreich, die Schweiz und nach Tschechien führte. Vor 50 Jahren hatte der Kirchenlamitzer seinen ersten Soloauftritt und blieb seitdem der Zither treu.
Als letzte Station konnten die Besucher den Schallerhof im Naabtaldorf ansteuern. Hier hatte Evi Strehl ihr Domizil aufgeschlagen. Die bekannte Moderatorin vom Sender "Bayern Heimat", die selbst die Zither ausgezeichnet zum Klingen brachte, erzählte vom "Zithermaxl, dem Herzog Max in Bayern, wie dieser die Zither zum Volksinstrument machte". Begleitet wurde sie vom "Jungen Ensemble der Musikschule Regensburg", die ebenfalls eine Kostprobe zum Besten gaben. Bereits am Vormittag spielten das "Amalien-Quartett" und die Gruppe "Vielsaitig" zur Freude der Besucher auf.












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