25.03.2019 - 17:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Zukunft trifft Vergangenheit

Ein lauer Samstagabend, Premierenstimmung liegt in der Luft. Die Erstaufführung des Theaterstücks „Wir sind die Neuen“ wird in der Spitalkirche Nabburg zum Publikumsmagneten.

von Redaktion ONETZProfil

Vor ausverkauftem Haus brillierten die Schauspieler des Nabburgtheaters. Sie fanden in der Spitalkirche die perfekte Bühne. Das Theaterstück basiert auf der gleichnamigen Filmkomödie des Regisseurs und Produzenten Ralf Westhoff aus dem Jahr 2014. In seiner Bühnenfassung hat Jürgen Popig gut daran getan, sich relativ eng an Westhoffs Dialoge zu halten, denn damit gelingt es, die "Macken" der Jugend ebenso wie die der "Alten" und den Zeitgeist beider Generationen satirisch auf die Spitze zu treiben, ohne dabei eine billige "Schenkelklopfer"-Komödie zu produzieren.

Müheloser Wechsel

Eine abwechslungsreiche Inszenierung wurde auf nur einer Bühne dargeboten. Es galt zwei unterschiedliche WG-Wohnungen, die für grundverschiedene Lebensphilosophien stehen, gestalterisch so anzupassen, dass es dem Publikum möglich war, bildlich von der "Alten-Studenten-WG" in die "Jungen-Studenten-WG" und umgekehrt zu wechseln. Dies gelang mühelos.

Anne, verkörpert von Renate Gresser, hat sich - nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen - entschlossen, mit Eintritt ins Rentenalter wieder in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Mit Eddi, gespielt von Walter Bauer, und Johannes (Gerald Igl), haben sich zwei Gleichgesinnte gefunden, mit denen sie schon während des Studiums zusammengewohnt hat. Kaum eingezogen, erkunden die Alt-68er auch gleich neugierig das neue Wohnumfeld, das im Wesentlichen aus einer benachbarten, jungen Drei-Studenten-WG besteht.

Schon bei der ersten Begegnung müssen die Altakademiker leidvoll feststellen, dass sich das Studentenleben von heute drastisch zu dem von früher gewandelt hat. Nichts ist mehr wie früher. Während sich die "Studenten der Vergangenheit" vor 35 Jahren bei Wein und Bier mit Diskussionen und Philosophieren über gesellschaftliche Veränderungen die Nächte um die Ohren geschlagen haben, und hieran gerne wieder anknüpfen würden, bestehen die heutigen Studenten auf absolute Ruhe, um sich ohne Störungen auf ihr Examen und eine erfolgreiche Karriere vorbereiten zu können. Darüber hinaus erweisen sich die Jung-Studenten Barbara (Maria Bruckner), Katharina (Sarah Gebhardt) und Thorsten (Stefan Flierl) als wahre Spießer, die im Verlauf des Stückes einiges an Nerven und Disziplin von ihren neuen Nachbarn abverlangen. Ein wenig entzaubert von der heutigen Realität beginnt für beide WG-Gruppen eine spannende Zeitreise durch die Vergangenheit in die Zukunft, wobei auch aktuelle gesellschaftliche Probleme wie Altersarmut, Mietpreisexplosion und Leistungsdruck thematisiert werden.

Eine Annäherung

Ein Annähern, gegenseitiger Respekt und Gemeinsamkeiten keimen auf, als die Jung-Studenten-WG akut in arge gesundheitliche, emotionale und finanzielle Schwierigkeiten gerät und sich fast schon reumütig an die Alt-Studenten-WG wendet, um Unterstützung zu bekommen. Die Mischung aus Empathie und Hilfsbereitschaft lässt die anfangs verfeindeten Gruppen sich einander wundervoll annähern. Den kurzweiligen Abend mit schauspielerischer Bestleistung quittierten die Zuschauer mit minutenlangem Applaus.

Für die Regie zeichnete Marlene Thimet verantwortlich. Die musikalische Begleitung übernahm Christian Hoferer. Weitere Aufführungen finden am Freitag, 29. März (20 Uhr), Samstag, 30. März (20 Uhr), und Sonntag 31.März (19 Uhr), statt. Karten gibt es bei allen NT-Ticket-Stellen, darunter in der Buchhandlung Westiner, unter www.nt-ticket.de oder unter Telefon 09 61 / 85-550.

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