22.08.2019 - 13:56 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Neu im Kino: Das Ende der Menschheit und Moore in jeder Szene

Im Film "Gloria" mit Julianne Moore kommt die Hauptfigur zwar in jeder Szene vor, der Film dreht sich trotzdem nicht nur um sie. Die neuen Kinofilme.

Julianne Moore als Gloria und John Turturro als Arnold in einer Szene des Films "Gloria - Das Leben wartet nicht" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 22.08.2019 in die deutschen Kinos.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

"I Am Mother": Nach der Auslöschung der gesamten Menschheit lagern 65.000 Embryonen in einem geschützten Hochsicherheitsbunker an einem unbekannten Ort. Ein Roboter namens Mutter zieht in der sterilen Umgebung und ohne jeglichen Kontakt zur angeblich gefährlichen Außenwelt ein Mädchen (Clara Rugaard) groß, dass sie nur Tochter nennt. Eines Nachts, als sich der Roboter gerade zum Aufladen abgeschaltet hat, hört das Mädchen ein Klopfen und lässt heimlich eine verletzte Frau (Hilary Swank) ins Labor. Die verängstigte Fremde behauptet beunruhigende Dinge über Roboter. Und schon bald weiß das Mädchen nicht mehr, ob es seiner mechanischen Mutter noch vertrauen kann. Der Australier Grant Sputore führte bei dem Science-Fiction-Thriller "I Am Mother" Regie.

(I Am Mother, Australien 2019, 113 Min., FSK 12, von Grant Sputore, mit Clara Rugaard, Hilary Swank, I Am Mother, Australien 2019, 113 Min., FSK 12, von Grant Sputore, mit Clara Rugaard, Hilary Swank) (dpa)

Trailer zu "I Am Mother"

«Gloria»: Arbeiten, lachen, tanzen, singen, sich verlieben. Gloria (Julianne Moore) lebt das normale Leben einer alleinstehenden und zufriedenen 60-Jährigen, deren Kinder aus dem Haus sind. Die neue Beziehung mit Arnold (John Turturro) gelingt dagegen nur mäßig. Jede einzelne Kameraeinstellung des Films «Gloria - Das Leben wartet nicht» dreht sich nur um Gloria. Es ist der präzise Blick auf den normalen Alltag einer normalen Frau - mit kleineren Ausschlägen noch oben und nach unten. Regisseur Sebastián Lelio hat den Stoff dabei bereits zum zweiten Mal verfilmt: 2013 hatte er ihn bereits spanischsprachig auf die Leinwände gebracht. Seine Hauptdarstellerin bekam dafür bei der Berlinale im gleichen Jahr den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin.

(Gloria - Das Leben wartet nicht, USA 2018, 102 Min., FSK o.A., von Sebastián Lelio, mit Julianne Moore, John Turturro, Michael Cera, Barbara Sukowa) (dpa)

Trailer zu "Gloria"

"Das zweite Leben des Monsieur Alain": Ein Schlaganfall kann das Leben radikal verändern: Das merkt auch Topmanager Alain Wapler, der nicht nur Teile seines Gedächtnisses, sondern auch seiner Sprache verliert - und sein ganzes Leben neu erfinden muss. Der Regisseur Hervé Mimran hat in «Das zweite Leben des Monsieur Alain» aus der wahren Geschichte eines Ex-Managers eine rasante Tragikomödie gemacht. Rollstuhl-Rallye auf dem Krankenhausflur und Kauderwelsch-Kommunikation inklusive. Beim komplizierten Start ins zweite Leben hilft Alain eine nette Logopädin. Wirklich amüsant: Hauptdarsteller Fabrice Luchini.

(Das zweite Leben des Monsieur Alain, Frankreich 2018, 100 Min., von Hervé Mimran, mit Fabrice Luchini, Leila Bekhti, Rebecca Marder) (dpa)

Trailer zu "Das zweite Leben des Monsieur Alain"

"Blinded By the Light": Der Alltag des pakistanisch-stämmigen Teenagers Javed (Viveik Kalra) in der britischen Vorstadt Luton ist in den späten 80er Jahren geprägt von Perspektivlosigkeit, Rassismus und seinem Konflikt mit dem strengen Vater (Kulvinder Ghir). Der verbietet nämlich Partys und Mädchen, und er hält gar nichts davon, dass sein Sohn von einer Karriere als Schriftsteller träumt. Als Javeds Freund Roops (Aaron Phagura) ihm zwei Bruce-Springsteen-Kassetten mitgibt, öffnet sich für den Teenager eine völlig neue Welt. Die Musik vom «Boss» motiviert ihn, endlich seine Träume zu verwirklichen. Regisseurin Gurinder Chadha («Kick It Like Beckham») drehte den charmanten Gute-Laune-Film, der auf der wahren Geschichte des britischen Journalisten Sarfraz Manzoor beruht und mit seinem mitreißenden Soundtrack voller Springsteen- und 80er-Hits begeistert.

(Blinded By the Light, Großbritannien 2019, 117 Min., FSK ab 12, von Gurinder Chadha, mit Viveik Kalra, Kulvinder Ghir, Aaron Phagura, Nell Williams) (dpa)

Trailer zu "Blinded By the Light"

"Good Boys": Drei ziemlich unscheinbar und zunächst total harmlos wirkende Zwölfjährige machen sich daran, endlich das eine oder das andere Mysterium in Sachen Großwerden zu entschlüsseln. Auslöser dieser Odyssee in adulte Gefilde ist das Verschwinden einer Drohne. Das Luftüberwachungsgerät aber, das der kleine Max seinem Vater entliehen hatte, muss unbedingt wieder her. Ansonsten wird das nichts mit der Knutschparty. In seinem Regie-Debüt setzt Gene Stupnitsky unter anderem auf das, durch den atemberaubenden Thriller «Raum» (2015) bekannt gewordene Gesicht von Jacob Tremblay (Jahrgang 2006).

(Good Boys, USA 2019, 90 Min., FSK ab 12, von Gene Stupnitsky, mit Jacob Tremblay, Keith L. Williams, Brady Noon) (dpa)

Trailer zu "Good Boys"

"Paranza - Der Clan der Kinder" Nicola und seine Gang wollen ihren Stadtteil übernehmen und künftig das Sagen haben. Ganz nach dem Vorbild der Mafiabosse, die bislang den Ton angeben und die Geschäftsleute in Neapels Viertel Sanità mit Schutzgelderpressungen drangsalieren. Nicola (Francesco di Napoli) ist 15 und wird quasi mit dem organisierten Verbrechen groß. Seine Freunde und er möchten auch coole Klamotten tragen, in der Disco nicht mehr vom Türsteher abgewiesen und bewundert werden. Wie man zu alldem in Windeseile kommt, beschreibt «Paranza - Der Clan der Kinder» nach dem gleichnamigen Roman von Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano in schonungslosen Bildern.

(Paranza - Der Clan der Kinder, Italien 2019, 105 Min., FSK ab 16, von Claudio Giovannesi, mit Francesco Di Napoli, Viviana Aprea) (dpa)

Trailer zu "Paranza - Der Clan der Kinder"

"Crawl": Wenn sich ein Hurrikan der Kategorie 5 der Küste Floridas nähert, stehen alle Zeichen auf Alarm. Die Durchsagen im TV tun ein Übriges: Man solle sich so schnell wie möglich mit seinen Liebsten aufmachen, Haus und Hof evakuieren. Haley indes, verkörpert von Kaya Scodelario, ignoriert die Warnungen und Anordnungen; sie möchte zunächst ihren Vater finden. Dieser liegt verletzt unter seinem Haus. Damit nicht genug, bekommt es Haley auch mit gefräßigen Alligatoren zu tun. Der französische Regisseur und Horrorspezialist Alexandre Aja («The Hills Have Eyes») führte Regie, Kultregisseur und -produzent Sam Raimi («Tanz der Teufel») produzierte mit.

(Crawl, USA 2019, 87 Min., FSK ab 16, von Alexandre Aja, mit Kaya Scodelario, Barry Pepper, Morfydd Clark) (dpa)

Trailer zu "Crawl"

"Aardvark": Schauspieler Jon Hamm hat sich vor allem durch seine prägnante Rolle in der viel gepriesenen US-Serie «Mad Men» (2007 bis 2015) einen Namen gemacht. Passenderweise gibt Hamm nun in diesem Spielfilm einen Darsteller, Craig, der der Star einer beliebten Fernseherzählung ist. Vor allem im Mittelpunkt dieses Dramas aber steht Craigs Bruder, der von Zachary Quinto («Star Trek») verkörperte Josh Norman. Josh leidet unter starken Halluzinationen. Immer wieder taucht in diesen Sinnestäuschungen Joshs Bruder Craig auf. Also begibt sich Josh in die Obhut einer Therapeutin. Dass sich diese mit Joshs Bruder einlässt, macht die Sache nicht einfacher. Aardvark ist das englische Wort für Erdferkel.

(Aardvark, USA 2017, 89 min, FSK ab 12, von Brian Shoaf, mit Jenny Slate, Jon Hamm, Zachary Quinto) (dpa)

Trailer zu "Aardvark"

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