12.09.2018 - 11:29 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Für ein Leben in Balance

Das Ziel der Gesundheitstage ist klar definiert: Sie sollen Wege zu körperlicher und mentaler Gesundheit aufzeigen ‒ und zwar lange bevor der Körper streikt.

Nach Ankunft der Referenten begrüßten Bürgermeister Klaus Meyer (4. von rechts), Barbara Bannert vom Sibyllenbad (links), die Leiterin der Gäste-Information Ursula Stingl (3. von rechts) und Alfons Schnurrer (6. von rechts) die Teilnehmer an den Gesundheistagen.
von Autor ENZProfil

Die Gesundheitstage „Feel Good – ein Leben in Balance“ bringen mit Ausstellern und Vorträgen Kompetenz in Sachen Gesundheits-Prävention und gesunder Lebensführung in das Sibyllenbad. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Burnout-Netzwerk in Zusammenarbeit mit der Gäste-Information. Bei einem Kennenlern-Abend im Hotel Pyramide begrüßten Bürgermeister Klaus Meyer, die Pressesprecherin Barbara Bannert vom Sibyllenbad sowie der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Alfons Schnurrer, die teilnehmenden Referenten. „Auf Grund der gesellschaftlichen Entwicklung, der hohen Anforderungen vor allem im Beruf und unserer kurzlebigen Zeit wird Burnout immer mehr zu einem wichtigen Thema“, so das Gemeindeoberhaupt.

Für die Geschäftsleiterin des Burnout-Netzwerkes, Ulrike Ditz, gehört das Thema unbedingt zu den Aufgaben des Kurortes. Das Ziel sei eine langfristige Kooperation. Patrick Wind von der Geschäftsleitung des Burnout-Netzwerkes betonte, dass es immer um Menschen gehe. So biete dieses Netzwerk viele Möglichkeiten der Hilfe und somit auch wieder Hoffnung für Betroffene. Barbara Bannert zeigte auf, dass gerade unsere Natur, die Wälder in der Umgebung und das Sibyllenbad dazu beitragen, Stress abzubauen. Die Leiterin der Gäste-Information, Ursula Stingl, freute sich, dass viele neue Vortragende dabei sind. „Viele Menschen aus der Stadt wissen gar nicht mehr wie es ist, wenn man drei Stunden lang läuft und keinen Menschen trifft.“ Auch arbeite man daran, eine spirituelle und psychologische Kur-Begleitung zu ermöglichen.

Mit den Vorträgen während der Gesundheitstage wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Ulrike Ditz, Senatorin des Europäischen Wirtschaftssenats und Geschäftsleiterin des Burnout-Netzwerkes, wies in ihrem Vortrag leidenschaftlichen darauf hin, dass die Krankschreibungen auf Grund psychologischer Erkrankungen dramatisch zunehmen. Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt. Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt. Dadurch entsteht – neben dem persönlichen Schicksal des Einzelnen – auch ein hoher wirtschaftlicher Schaden.

Allein durch die Tatsache, dass es in 10 Jahren 80 Prozent aller Berufe so nicht mehr geben wird, gibt es eine große Verunsicherung, und ein großer Druck wird aufgebaut. Deshalb sei es ein wichtiges Thema, Stressprävention in traditionelle Kurkonzepte zu integrieren und praxisnahe Konzepte zu entwickeln. Dem Themenkreis „betriebliche Veränderungen“ widmete auch Michael Hoffmann von NovaChange Augsburg seinen Vortrag. Durch sein Training werden Führungskräfte befähigt, die Herausforderungen einer Veränderung erfolgreich durchzustehen und hierbei das Vertrauen im Team zu stärken. Auch dadurch kann Druck und Unsicherheit genommen werden. Dass Prävention in der Zukunft unter anderem durch den demografischen Wandel breiten Raum einnehmen wird, betonten auch Manuel Köstler und Lukas Barwitz aus der Schweiz. Sie stellten die Frage „Was ist Gesundheit?“ und das Konzept der Salutogenese von Aaron Antonovsky in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.

Ein weiterer Themenkreis beinhaltete die Themen Blutkreislauf und Bewegung. Prof. Frank Jester aus Hamburg referierte nicht nur über das Thema „Die häufigsten Anzeigen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sondern plädierte vor allem für mehr Bewegung. „10 Minuten schwitzend eine Tätigkeit ausführen, ist die beste Prävention.“ Er informierte, dass der Mensch etwa 90.000 Kilometer Gefäße besitzt und Störungen in diesem System sich meist zuerst in erhöhtem Blutdruck zeigen. Monika Zahn befasste sich mit der Mikrozirkulation als wichtigen Teil des menschlichen Blutkreislaufs und stellte eine physikalische Gefäßtherapie vor. Für mehr schwungvolle Bewegung von 3 bis 90 Jahren sorgt Uwe Natterer aus Nürnberg. Auf seinen individuell angepassten Trampolinen wird nicht mehr gesprungen, sondern geschwungen und der Körper aktiviert. Auch Karolina Zendman aus Türkheim griff das Thema Bewegung auf und ergänzte es mit Ernährung. „80 Prozent Ernährung und 20 Prozent Bewegung = 100 % Wohlbefinden“ ist ihre Botschaft. Sie sorgt dafür, mit Spaß und Freude das Essen neu zu entdecken und mit dem richtigen Frühstück in den Tag zu starten.

Zu den Zuhörern gehörten auch Hans Johann Drechsler und sein Geschäftspartner, die extra aus Bayreuth angereist waren und sich in der betrieblichen Gesundheitsförderung engagieren. „Gesundheit der Mitarbeiter ist noch nicht überall angekommen.“

Info-Box:

Ulrike Jung, die Konzepte zur Gesundheitsförderung erarbeitet, referierte über das Thema „Erholsamer Schlaf – Jungbrunnen für Körper und Seele“. Dabei warnte sie davor, dass schlechter Schlaf Stoffwechselstörungen, Schwächung des Immunsystems, Herz-Kreislauferkrankungen sowie physische und psychische eingeschränkte Leistungsfähigkeit hervorrufen können und nannte Möglichkeiten, einen erholsamen Schlaf ohne Schäfchen zählen zu finden. Der mentalen Gesundheit widmete sich ein anderer Themenkreis, den Jürgen Lubig aus der Schweiz mit dem Vortrag „Stress lass nach…!“ eröffnete. Er möchte Spiritualität, Wissenschaft und Technik zusammenbringen und legte dar, was wichtig ist, um zielführend sein Leben ohne Stress zu gestalten. Peter Rabeneck aus Berlin meint: “Glück und Erfolg hat, wer seine Möglichkeiten erkennt und nutzt.“ Er wollte mit seinem Vortrag das Selbstvertrauen auf 100 Prozent bekommen und stellte seine Vorgehensweise bei Beratungen vor. Sogleich fand er auch einen Probanden, an den er einen Fragebogen verteilte. In Auswertung dieser Fragebogen teilt er die Menschen in die interessanten Kategorien „Strategen“, „Lebenskünstler“, „Helfer“ und „Macher“ ein. Er möchte, dass die Menschen verstehen, warum ein Gegenüber so ist oder reagiert und traf bei seinem Probanden ins Schwarze. Auch Gaby Cammerer aus Berlin widmete sich in ihrem Vortrag „Raus aus dem Teufelskreis“ den mentalen Problemen. Sie demonstrierte ebenfalls an einem Beispiel, dass man von dem „Ich kann nichts tun“ wegkommen kann. Sie „zauberte“ praktisch das Problem durch Visualisieren weg. Ulrich Abele aus Augsburg stellte seine interessante Vieva Vital-Analyse vor. Hier werden mit modernster Technik verschiedene Parameter wie der Säure-Basen-Haushalt, Nährstoffversorgung, Belastung durch Schwermetalle und Toxine, Leber- und Nierenfunktion, persönlicher Stress-Index und vieles mehr analysiert. Durch diese Informationen kann jeder gegensteuern, bevor sich Krankheiten bemerkbar machen. Einen ebenso interessanten Aspekt für ein Leben in Balance brachte die Baubiologin Gerti Steinbrecher aus Bernau am Chiemsee zur Sprache: Das Raumklima. Vielfältige Störungen – von Wasseradern über Schimmelsporen bis zu „negativen historischen Störungen“ waren ihr Thema. Patrick Wind von der Geschäftsleitung des Burnout-Netzwerkes sprach über die Digitalisierung und die Vorteile der digitalen Netzwerke. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ war seine Botschaft.

Info-Box:

Annerose Strobl aus Erlenbach am Main landete zufällig bei den Gesundheitstagen. Sie war für vier Tage in das Sibyllenbad gekommen, um Kraft zu tanken, da sie durch die plötzliche Pflege ihrer Mutter vollkommen überlastet war und nicht mehr schlafen konnte. Sie wollte sich den Vortrag zum Schlaf anhören und erläuterte ihre Situation. Sofort nahm sich Peter Rabeneck ihrer an, führte ein Gespräch mit ihr und erläuterte Maßnahmen. Am nächsten Tag war sie wie verwandelt, strahlend und überglücklich, dass sie endlich geschlafen hat: „Ich wollte nur Kraft tanken und habe hier so viel mehr für mein Leben bekommen. Ich bin unendlich dankbar!“

Die Geschäftsleiterin des Burnout-Netzwerkes, Ulrike Ditz, plädierte leidenschaftlich dafür, mehr für die Stress-Prävention zu tun.

Annerose Strobl aus Erlenbach am Main wollte im Sibyllenbad Kraft tanken und fand Hilfe bei Peter Rabeneck.

Die Verbesserung der Mikrozirkulation des Blutkreislaufes mit der physikalischen Gefäßtherapie konnte man gleich an Ort und Stelle ausprobieren.

Patrick Wind vom Burnout-Netzwerk warb für digitale Netzwerke.

Ulrike Jung bei ihrem Vortrag „Erholsamer Schlaf – Jungbrunnen für Körper und Seele“.

Michael Jung befasst sich mit den Problemen betrieblicher Veränderungen.

Gaby Cammerer „zauberte“ ein Problem einfach weg.

Manuel Köstler (rechts) und Lukas Barwitz beschäftigte die Frage „Was bedeutet Gesundheit?“.

Teilnehmer der ersten Gesprächsrunde mit Prof. h.c. Frank Jester (2. Von rechts).

Auch die Leiterin der Gäste-Information, Ursula Stingl, probierte die Schwing-Trampoline.

Gerti Steinbrecher referierte über gesundes Raumklima.

Karolina Zendman plädiert für ein perfektes Frühstück.

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