28.10.2019 - 12:09 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Heilwasser, Fachwerk und viel Kulinarik

Bei der Werbung neuer Gäste gehen Fremdenverkehrsverein, Gäste-Information und Sibyllenbad neue Wege. Susanne Wenzel aus Neualbenreuth hatte zum ersten Mal ein Blogger-Treffen initiiert.

Das Sibyllenbad aus der Vogelperspektive
von Autor ENZProfil

"Es war interessant, und wir haben im Umgang mit Bloggern viel gelernt", so die erfreuliche Bilanz von Ursula Stingl, der Leiterin der Gäste-Information. Nach den Vorbereitungen und dem Organisieren gemeinsam mit der Gäste-Information (Hintergrund) warteten alle gespannt auf das Wochenende mit den Bloggern.

Als erste reiste Marina Schütt aus Hamburg als "Vorhut" mit dem Zug an, der auch pünktlich in Marktredwitz ankam. Sie ist studierte Gesundheitstouristikerin und stellt auf ihrem Blog (www.ms-welltravel.de) Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Wellness auf Reisen in den Mittelpunkt. Da passte es gut, dass sie vor Ankunft der anderen Blogger einen ganzen Tag Zeit für das Sibyllenbad hatte.

Das Bloggertreffen wurde im Schlosshotel Ernestgrün eröffnet: Liane Schiwy, Bürgermeister Klaus Meyer, Brigitte Meyer, Monika und Petar Fuchs, Maria Probst (rechte Seite) sowie Marina Schütt, der Werkleiter des Sibyllenbades Gerhard Geiger, Tanja Saller (Gäste-Information) und die Leiterin der Gäste-Information Ursula Stingl (linke Seite)

Die Eröffnung des Bloggertreffens fand im Schlosshotel Ernestgrün beim Grenzland-Büfett statt. Hier konnten auch Monika und Petar Fuchs aus Burgkirchen/Alz (www.travelworldonline.de), Liane Schiwy aus Wiesbaden (www.diereiseeule.com) und Maria Probst aus München (www.immerferien.wordpress.com) begrüßt werden. An der Eröffnung nahmen Bürgermeister Klaus Meyer, Sibyllenbad-Werkleiter Gerhard Geiger sowie die Leiterin der Gäste-Information, Ursula Stingl, der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Alfons Schnurrer, und die Mitarbeiterin der Gäste-Information, Tanja Saller, teil. Mit von der Partie war auch Initiatorin Susanne Wenzel. Bei diesem geselligen Abend durften sich Gäste und Gastgeber bei angeregten Gesprächen kennenlernen.

Während der Besichtigung im Sibyllenbad

Viele Stationen

Der nächste Tag sah ein straffes Programm vor, um Neualbenreuth in vielen Facetten vorzustellen. Dass die Termine dicht gedrängt waren, stellte sich spätestens an der vierten Station heraus. Somit mussten kurzfristig dort, wo es möglich war, Streichungen vorgenommen werden.

Morgens fand vor der Öffnung eine Führung durch die Wellnesslandschaft einschließlich der Badelandschaft statt, danach ging es durch den Bademantelgang in das Hotel "Pyramide" und weiter zu "Fellners Cafébar" im Appartement-Hotel. Durch den Kurpark wanderte dann die Gruppe zum "Minigolf-Stüberl" und nahm die Minigolf-Anlage in Augenschein. Von dort brachte ein Kleinbus den Tross zur Gäste-Information, wo Leiterin Ursula Stingl über die Arbeit informierte.

Anschließend besuchten die Blogger die Pfarrkirche St. Laurentius, das "Marktplatz-Café" mit der Pension "Zum Egerländer Fachwerkhof". Die Weiterfahrt führte vorbei am Sengerhof, dessen Geschichte und jetzige Funktion Ursula Stingl erläuterte. Bei der Platzermühle fanden die Besucher die Schlaf-Fässer für Wanderer und Radlfahrer interessant. Weiter ging die Fahrt zu den Egerländer Fachwerkhäusern in der Turmstraße. Im "Kesslsimerhof" wurde ein Stopp eingelegt. Die Fahrt führte weiter zum Grenzlandturm mit seiner tollen Aussicht, die trotz der ab und zu einsetzenden Regenschauer nicht vernebelt war.

Im Gasthof "Zum Tillenblick" erwartete die Besucher eine Probe der "Alwareither Fischsuppe". Weiter ging die Fahrt zur "Altmugler Sonne". Hier genossen die Gäste nicht nur die schöne Aussicht auf Neualbenreuth, sondern auch Kostproben aus der Gourmet-Küche des Hauses.

Weitere Stationen waren die Wallfahrtskirche Kleine Kappl sowie das Wirtshaus nebenan mit seinem schönen Fachwerkgiebel. Bei der Weiterfahrt nach Motzersreuth zur Pension "Im grünen Tal" boten sich den Besuchern viele schöne Ausblicke. Spätestens hier traten nicht nur Ermüdungserscheinungen auf. Es zeigten sich auch Nachwirkungen der nicht immer nur kleinen Essgelage bei den einzelnen Stationen.

Sie wollten unbedingt, wenn auch später, nach Neualbenreuth kommen: Bloggerin und Journalistin Bettina Blaß mit Mann, rechts die Leiterin der Gäste-Information Ursula Stingl

Kunstprojekt

Es ging weiter nach Maiersreuth, wo den Gästen das "Kunstprojekt Badehaus Maiersreuth" vorgestellt wurde. Anschließend ging es noch ins Gasthaus "Wiesental" nebenan. Die Zeit bis zum Beginn des geselligen Abends im "Adamhof" bei Zoigl und Wirtshausmusik von Franz Becker und Rudolf Sporrer nutzten alle gern zu einer kurzen Verschnaufpause.

Am nächsten Tag durften sich dafür alle ausgiebig von den Strapazen, die ihnen die Gastgeber auferlegten, im Sibyllenbad erholen. An diesem Tag reisten aber noch "Nachzügler" an, die wegen eines Blogger-Bericht-Einsatzes in Bayreuth, der zum Zeitpunkt der Einladung schon organisiert war, erst später kommen konnten - Bettina Blaß mit ihrem Mann aus Köln (www.opjueck.de). Sie wurden unter anderem in die Pfarrkirche St. Leonhard in Leonberg geführt, um den Akanthusaltar, eine Besonderheit der Region, zu bestaunen.

Im Adamhof bei Zoigl und Wirtshausmusik

Leidiges Thema "Funklöcher"

Nicht eingeplant war von den Organisatoren, dass Blogger viel Bildmaterial zur Verfügung haben wollten und ständig alles fotografierten. Ihre Bemühungen, gleich Fotos in Sozialen Medien zu veröffentlichen, scheiterten an dem leidigen Thema "Funklöcher", deren Beseitigung trotz jahrelanger Bemühungen durch Bürgermeister Klaus Meyer immer noch nicht gelungen ist. Das Hochladen wurde dann aber später unterwegs oder schon zu Hause nachgeholt. Auf www.neualbenreuth-erleben.blogspot.de gibt es Links zu den Eindrücken.

"Auf jeden Fall!", so die spontane Antwort von Ursula Stingl, ob eine weitere Veranstaltung dieser Art geplant ist. Es gibt auch schon konkrete Vorstellungen: Beim nächsten Mal sollen Wanderblogger eingeladen werden.

Sollten sich andere Kommunen, Hotels oder Werbegemeinschaften für die Gäste-Gewinnung über Blogger interessieren, ist Susanne Wenzel gern bereit, über die verschiedenen Möglichkeiten und ihre Erfahrungen zu berichten (Kontaktaufnahme über die Gäste-Information Neualbenreuth).

Besuch der Blogger in der Gäste-Information

MS Well Travel im Internet

Internetseite von TravelWorldOnline Traveller

Internetseite: DIe Reiseeule

Internetseite: immer Ferien

Internetseite Op jück

Internetseite: Neualbenreuth erleben

Hintergrund:

Eine Art öffentliches Tagebuch im Internet

Blogger betreiben im Internet mit ihrem Blog eine Art öffentliches Tagebuch zu einem von ihnen bevorzugten Thema. Immer berichten sie aus persönlicher Sicht. Blogs schießen wie Pilze aus dem Boden und sind bei der Internet-Gemeinde sehr beliebt. So gibt es neben Reiseblogs etwa auch solche zu Fragen von Schönheit, Mode, Gesundheit, Lifestyle, Essen und Trinken, Familie, Haushalt, Haustier und viel, viel mehr. Schon längst haben Marketing-Experten die Blogger als wichtige Werbeträger entdeckt. Dass nun in Neualbenreuth ausgerechnet Susanne Wenzel als Seniorin und nach eigenem Bekunden Gegnerin der "Wischkastl"-Manie schon vor ein paar Jahren vorschlug, diese Werbemöglichkeit zu nutzen, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass sie selbst bereits seit fast fünf Jahren einen Blog zum Leben in Neualbenreuth betreibt. "Dieser Blog ist sehr schlicht, etwas hausbacken und auch öfter mal aus Zeitmangel nicht besonders aktuell bestückt", so Wenzel. Dennoch wundere sie sich, wie oft er angeklickt, angeschaut und gelesen wird. Obwohl sich alle Verantwortlichen einig waren, dass man neue Wege einfach einmal ausprobieren sollte, kam es bisher nicht dazu. Doch nun hat vor etwa einem halben Jahr Susanne Wenzel die Sache selbst in die Hand genommen. Sie fand, dass der Satz: "Ich habe da eine Idee - nun macht mal ...!" ungeeignet ist, Dinge voranzubringen. Ziel war es, Neualbenreuth bekannter zu machen und auch jüngere Gäste anzuziehen, die ja bekanntlich ohne besagtes "Wischkastl" gar nicht mehr leben können. In nächtelangen Aktionen hat sie geeignete Blogger herausgesucht, angeschrieben und eingeladen, den E-Mail-Verkehr geführt und ein Programm erarbeitet. Überraschend viele meldeten sich auch an. Dass letztendlich durch verschiedene Umstände dann nur 50 Prozent der angemeldeten Blogger auch kommen konnten, erwies sich - nach anfänglicher Enttäuschung - als Glücksfall. Denn so einen Versuchsballon ohne Erfahrungen zu starten, ist nicht ohne Tücken. Als sensationell empfand die Initiatorin, dass alle diesen Weg mitgegangen sind und das Projekt unterstützten - von der Gäste-Information, dem Fremdenverkehrsverein über Sibyllenbad, die Gemeinde bis zu den Vermietern, Hotels und Gaststätten. (enz)

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