08.10.2018 - 15:21 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Kartoffelfest trifft Geschmack der Besucher

Das 16. Kartoffelfest ist auch heuer ein Besuchermagnet. Zudem meint es Petrus endlich einmal wieder gut mit dem Veranstalter, dem Fremdenverkehrsverein Neualbenreuth. Am Ende des Tages steht fest: So viele Gäste waren noch nie da.

von Autor ENZProfil

Schon seit dem Morgen ließen am Sonntag die Frauen vom Kuchenbüfett den Kaffee durchlaufen, um für den Ansturm gewappnet zu sein. Die ersten Gäste ließen auch nicht lange auf sich warten und kamen zum Frühstück. Zu ihnen gehörte auch das Ehepaar Sigrid und Edgar Geithe aus Lindenkreuz bei Gera, die seit 25 Jahren Neualbenreuth zum Ziel haben. "Am liebsten würde mein Mann den ganzen Tag hier im Kuchenzelt bleiben", so Sigrid Geithe.

Nach der Eröffnung durch die Böllerschützen des Schützenvereins Ringelstein Ottengrün, die Bayerische Kartoffelkönigin Ramona Glöckl, Bürgermeister Klaus Meyer und den Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins Alfons Schnurrer, kam es zum ersten Höhepunkt des Tages: Die Verleihung der Ehrenmedaille des Marktes Neualbenreuth an den Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler.

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Knusprige Spezialität

Im Anschluss unternahmen die Ehrengäste einen Rundgang über das Festgelände. Auch sie konnten am Dotsch-Stand nicht einfach vorbeigehen und lobten nach einer Kostprobe die knusprig gebackene Spezialität. An den Ständen gab es wieder viele Spezialitäten - von Kartoffelspiralen bis zu Obstspießen, von Kücheln bis zum Schweinebraten. Auch der sich im verdienten Ruhestand befindende Bäckermeister Siegfried Stähli gab mit seinem Kartoffel-Apfel-Strudel sein Bestes.

Auf die Kinder wartete ein buntes Programm. Beliebt war der Sandberg, wo die Kleinen buddeln konnten oder mit dem Dreirad herunterfuhren. Zudem durften die Mädchen und Buben Taschen mit Kartoffeldruck versehen oder Kastanienketten, Kartoffelspinnen, Kartoffelraupen oder ein Kartoffelgespenst basteln.

Eine besondere Anziehungskraft übten alte landwirtschaftliche Geräte wie der Universal-Diesel-Antrieb oder die alte Dreschmaschine von Ködel & Böhm aus, die vor Jahren Lorenz Frank dem Fremdenverkehrsverein für das Kartoffelfest geschenkt hatte, als er sich den ersten Mähdrescher kaufte. Dass die Dreschmaschine noch funktioniert, wurde den staunenden Besuchern vorgeführt.

Doch der Tag, durch den Bürgermeister Klaus Meyer wieder mit Witz und Charme moderierte, hielt noch viele weitere Höhepunkte bereit. Zum Drischldreschen versammelte sich zahlreiches Publikum, um dem klopfenden Geräusch der Dreschflegel zuzuhören, wenn mehrere Männer im vorgegebenen Takt abwechselnd den Dreschflegel schwingen. Der Traktor-Klub Luby-Skalna war mit seinen Oldtimern in großer Zahl angereist und bereicherte auch die Vorstellungen von alten landwirtschaftlichen Gepflogenheiten. Sie stellten das Graupen-Schlagen vor, bei dem in einem hölzernen Bottich Gerste von den Spelzen befreit wird. Diese Tradition brachten Tschechen, die im 18. Jahrhundert in das Banat (Rumänien) ausgewandert waren und nach der Aussiedlung der Deutschen nach Westböhmen zurückkehrten, mit. Aus Graupen wurde hauptsächlich Suppe in verschiedenen Variationen gekocht.

Begehrte Knolle

Einen großen Andrang gab es wieder auf die traditionelle Kartoffelernte - diesmal mit einem Pferdegespann. Da viele den Startschuss nicht abwarten konnten und schon vorher im Feld mit allerlei Geräten herumstocherten, um an die begehrte Knolle zu kommen, konnte der Bürgermeister nur fragen: "Was habt ihr mit unserem Kartoffelfeld gemacht?" Nicht nur Kinder liefen dem Gespann hinterher, um gleich die mit einer Sternschleuder herauskatapultierten Erdäpfel aufzuklauben.

Die Pferde waren ein Anziehungspunkt, vor allem auch als es darum ging, den Ackerkönig zu wählen. Dabei musste mit dem Pflug gut umgegangen und eine gerade Furche gezogen werden. Da sich die Zuschauer zunächst alle zurückhielten, legten Rudi Sporrer, der den Pflug stellte und alle darin einwies, und der Bürgermeister erst einmal eine ordentliche Furche vor. Dabei merkte das Gemeindeoberhaupt, der noch nie einen Handpflug führte, dass dabei ganz schön Schweiß fließen kann.

Zögerlich meldeten sich weitere Teilnehmer. Zum Erstaunen aller, die hier die Bodenverhältnisse kennen, stellte sich das "Nordlicht" Christoph Köly aus Rendsburg (Schleswig-Holstein) sehr geschickt an und sicherte sich den Titel "Ackerkönig". Reinhard Thiel aus Nagel wurde Vizekönig und Hans-Jürgen Schmid aus Schachten erhielt den dritten Preis. Bei der Tombola gab es viele Preise zu gewinnen. Dass Elisabeth Geisel aus Heimsheim mit dem 1. Preis einen Hubschrauberrundflug gewann, konnte sie erst gar nicht fassen. Doch nun muss sie mit dem Einlösen noch etwas warten, denn dem Helikopter ging aufgrund der großen Nachfrage nach Rundflügen der Sprit langsam aus.

Aber nicht nur dem Hubschrauber ging der Sprit aus, ein Stand nach dem anderen musste am späteren Nachmittag schließen, da alles verkauft war. Hitzig wurden noch Kässpätzle gebacken, um letztendlich die Helfer noch versorgen zu können. Am Ende des Tages gab es für sie dann nur noch Gulasch pur ohne Brot. Der Andrang war überall so groß, dass man nur durchkam, wenn man sich an die Straßenverkehrsordnung hielt und konsequent rechts ging. Es reihte sich Schlange an Schlange. Alle Plätze in den Zelten und im Freien waren belegt.

Tapfer spielte die Blaskapelle Ernestgrün im Festzelt für die Besucher von früh bis spät. Als Bürgermeister Klaus Meyer sich nach getaner Arbeit endlich setzen und ein Bier genehmigen konnte, meinte er nur: "Das war alles unfassbar, einfach bombastisch." Tausende Besucher seien während des Tages auf dem Festgelände gewesen.

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