04.07.2019 - 12:14 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Neuauflage der Radwallfahrt

Mitte Juli erlebt Neualbenreuth eine Premiere: Die erste Pilgertour mit dem Fahrrad von Neualbenreuth ins Nachbarland. Für das schöne Ereignis hat Kerzendesignerin Maria Heinrich eine große Kerze kreiert.

Maria Heinrich, Kerzendesignerin aus Waldsassen, hat für den Markt Neualbenreuth eine Wallfahrtskerze für die erste Wallfahrt von Neualbenreuth aus kreiert. Jetzt hat sie Bürgermeister Klaus Meyer die Kerze vorbeigebracht.
von Ulla Britta BaumerProfil

Während sich am 14. Juli um 8 Uhr viele Radwallfahrer aufmachen werden, um erstmals bei einer Radwallfahrt durch die Fraisch nach Eger zu radeln, wird die Neualbenreuther Kirche um ein Kleinod reicher: Dann kann Pfarrer George im Gotteshaus eine neue Kerze aufstellen, die er kurz vorher als Wallfahrtskerze gesegnet hat.

Maria Heinrich hat beinahe Mühe, die wuchtige Kostbarkeit zu tragen. Immerhin ist die Wallfahrtskerze 80 Zentimeter lang und bringt somit ein gehöriges Gewicht auf die Waage. "So groß sind sonst nur Altarkerzen", erklärt die Designerin. Auf Wunsch des Bürgermeisters sollte das erste Exemplar ausgesprochen schön und auffällig werden.

"Durch die Fraisch"

"Durch die Fraisch", so lautet der Titel der Veranstaltung, soll es gehen. Maria Heinrich hat alles auf der Kerze vereint, das für diese Tour im Namen des Glaubens erforderlich ist. Der Weg führt nach Eger: Mit Fotodruck (auf Wachs) hat sie die Wappen von Neualbenreuth und Eger auf feinste Wachsplättchen abgelichtet. Interessierte können sogar den Verlauf der Pilgerstrecke auf der Kerze mittels einer kleinen Landkarte unter dem Kreuz zurückverfolgen. Bürgermeister Meyer freut sich über diese Idee der Designerin. Nach ersten Entwürfen habe sie sich als weitere Verzierung für zwei geflochtene Bänder entschieden, sagt die Designerin. Dies sei Symbol für die Verbindung der Teilnehmer, die aus Glaubensgründen an der Wallfahrt teilnehmen würden. "Gleichzeitig erinnert der symbolische Gedanke auch an die Verbindungen zwischen Deutschland und Eger hier im Stiftland", erklärt Heinrich zu ihren Beweggründen im Design.

Bis zu 200 Teilnehmer könnten theoretisch an der Radwallfahrt teilnehmen. Derart viel Zuspruch hatten manches Mal die Radwallfahrten nach Tschechien in den gut zehn Jahren mit Radwanderführer Wolfgang Üblacker. Entstanden, erzählt Üblacker, seien diese damals aufgrund einer Idee des Chefs der Straßenbehörden von Eger. Dann jedoch habe es mit der Organisation von Tschechien aus nicht mehr gut funktioniert und er habe die Wallfahrten mit den Fahrrädern einstellen müssen.

Nach einer längeren Pause sei er an den Markt Neualbenreuth herangetreten, ob eine solche Wallfahrt unter Federführung der Kommune möglich sei. Die sprichwörtlich offenen Türen rannte der passionierte Radfahrer bei Klaus Meyer ein. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um diese Idee zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen.

Stattliche Förderung

Tanja Saller von der Gästeinformation und Alexander Dietz von der Euregio Egrensis unterstützen die Vorbereitungen organisatorisch und machten es sogar möglich, dass das Projekt mit Fördergeldern aus dem Programm Euregio Egrensis unterstützt wird. "Immerhin gibt es für uns dafür 12 000 Euro", freut sich Klaus Meyer über eine 85-prozentige Fördermöglichkeit. Dafür wird unter anderem in die Technik für E-Bikes investiert und es soll ein Fahrradanhänger für gut 20 Drahtesel angeschafft werden. "Die Radwallfahrt ist keine Eintagsfliege. Wir werden sie jährlich veranstalten", so Meyer. Die Organisatoren, darunter Radwanderführer Rudi Ehstand, sind sich schnell einig: Die Radwallfahrt soll nun jährlich am zweiten Sonntag im Juli veranstaltet werden. Infokasten

Vorm Rathaus übergab Maria Heinrich (Dritte von links) die Wallfahrtskerze an Bürgermeister Klaus Meyer. Von links Wolfgang Üblacker und Tanja Saller. von rechts Rudi Ehstand und Ursula Stingl.
Mit E-Bikes und herkömmlichen Fahrrädern:

Für die erste Radwallfahrt von Neualbenreuth aus nach Eger mit Titel "Durch die Fraisch" am 14. Juli ab 8 Uhr ist keine Voranmeldung erforderlich. Teilnehmen können alle Radfahrer, die gern durch schöne Landschaften radeln. Die Veranstalter betonten, dass sowohl E-Bikes wie herkömmliche Fahrräder mitgebracht werden können. Bevor auf dem Marktplatz gestartet wird, spricht Pfarrer George den Wallfahrersegen, auch die Wallfahrerkerze wird gesegnet. Von Neualbenreuth fährt die Gruppe über den Grenzübergang Mytina (Altalbenreuth) weiter nach Kozly und Maria Loreto, verfolgt dann den Radweg nach Hraznatov, um Eger zu erreichen. In Eger findet um 13 Uhr ein Wallfahrtsgottesdienst mit dem Marienbader Pfarrer und einem Chor statt, danach Mittagessen im Kulturzentrum Swoboda. Gegen 14 Uhr wird die Rückfahrt angetreten über Egerteich, Schloppach, Hatzenreuth, weiter nach Querenbach und Maiersreuth erreichen die Radwallfahrer wieder den Startpunkt Neualbenreuth. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 45 Kilometer. Die Teilnehmer der Radwallfahrt am Sonntag, 14. Juli, werden gebeten, sich bereits um 7.45 Uhr auf dem Marktplatz Neualbenreuth einzufinden. Abfahrt ist um 8 Uhr. (ubb)

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