20.03.2019 - 16:09 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

O2-Kunden vom Netz abgeschnitten

Seit über drei Wochen ist das Mobilfunknetz von O2-Telefónica Deutschland in Neualbenreuth tot. Die Informationspolitik des Unternehmens sorgt bei Kunden und dem Bürgermeister für Ärger.

Auf dem Grenzlandturm haben die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2-Telefónica ihre Sendeanlagen. Bei O2-Telefónica kommt es aber schon seit drei Wochen zu Einschränkungen.
von Martin Maier Kontakt Profil

Online-Banking, Telefonate, mit dem Handy Surfen im Internet und SMS-Schreiben ist für etliche Neualbenreuther und Gäste seit über 20 Tagen in Neualbenreuth und beim Sibyllenbad nicht möglich. Der Grund: Die Betroffenen sind Kunden von O2, Blau, Aldi-Talk oder Tchibo mobil.

"Eine Basisstation in der Nähe funktioniert im Moment nicht einwandfrei", zeigt es nach der Eingabe der Postleitzahl beim Netzstörungscheck auf deren Internetseiten an. Trotz dreimaliger schriftlicher und telefonischer Anfrage von Oberpfalz-Medien in den vergangenen sieben Tagen bei der Pressestelle von Telefónica Deutschland gab es bis Mittwochmittag keine Antwort, ob und wann die Störung behoben wird. Eineinhalb Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels auf "onetz.de" äußerte sich O2-Telefónica doch noch in einer E-Mail (Hintergrund).

Keiner meldet sich

Das Problem ist auch im Neualbenreuther Rathaus bekannt. "Wir haben schon E-Mails an den Netzbetreiber geschickt, aber es meldet sich keiner. Da kümmert sich offensichtlich keiner darum. Wir können auch keinen anrufen, da es keinen richtigen Ansprechpartner gibt", ärgert sich Bürgermeister Klaus Meyer. Nach seiner Auskunft haben drei verschiedene Netzbetreiber (Telekom, Vodafone und O2-Telefónica) jeweils ein Sendeanlage auf dem Grenzlandturm.

"Die haben alle Zugang", wundert sich der Gemeindechef, dass O2-Telefónica noch keine Reparatur durchgeführt hat. "Unsere Bürger und Gäste werden von dem Konzern nicht ernst genommen. Das ist eine Sauerei", schließt Meyer aus diesem Vorgehen. Er mutmaßt, dass sich das Unternehmen so etwas in Großstädten nicht trauen würde.

3-Euro-Gutschrift

Eine der betroffenen Kundinnen ist Susanne Wenzel. Sie hat einen Vertrag bei Blau. "Es ist so gut wie unmöglich, persönlich einen Mitarbeiter zu erreichen", berichtet sie von zig Einträgen auf der Homepage und E-Mails. Vor einigen Tagen hätte das Unternehmen ihr eine 3-Euro-Gutschrift versprochen. "Das ist doch der Witz des Jahrhunderts", fühlt sich die Neualbenreutherin nicht ernst genommen.

Das Verhalten von O2-Telefónica sei beschämend. "Wir sind hier doch nicht in der Pampa. Neben den Einheimischen sind hier noch jeden Tag rund 800 Gäste unterwegs", verweist sie auf das Sibyllenbad. Auch dort sorgt der Netzausfall für Ärger. "Darüber haben sich Gäste in Abschlussgesprächen bei mir beschwert", erklärt Ines Köckert, Mitarbeiterin im Kurmittelhaus.

Und Wenzel verweist auf ein weiteres Problem. Da sie ihr Online-Banking mit SMS-Tan-Verfahren betreibt, könne sie momentan keine Überweisungen zu Hause ausführen. Für die Neualbenreutherin steht fest, dass sie den Anbieter wechseln wird. "Ich habe mir schon eine andere Karte gekauft."

Hintergrund:

Modernisierung des Mobilfunknetzes

Nach insgesamt drei Anfragen und eineinhalb Stunden nach der Online-Veröffentlichung des Artikels äußerte sich Telefónica doch noch per E-Mail zu den Einschränkungen in der Mobilfunkversorgung. "Derzeit werden an vielen unserer Mobilfunkstandorte – unter anderem aktuell auch in Neualbenreuth – Netzmodernisierungsmaßnahmen vorgenommen, um die Netzperformance für die Kunden vor Ort kontinuierlich zu verbessern. In diesem Zuge werden einige der Standorte mit neuer, leistungsfähiger Mobilfunktechnik bestückt und zudem teilweise mit einer neuen Richtfunkanbindung ausgerüstet", schreibt Pressesprecher Jörg Borm.

Leider seien diese Arbeiten nicht ganz ohne zeitlich und räumlich begrenzte Einschränkungen im Mobilfunknetz zu erledigen. In der Regel würden während solcher Maßnahmen umliegende Mobilfunkstandorte die Versorgung übernehmen. In manchen Fällen, wie in Neualbenreuth, sei dies nicht möglich. "Unsere Netztechniker arbeiten jedoch daran, notwendige Arbeiten an unseren Mobilfunkanlagen schnellstmöglich abzuschließen, damit unsere Kunden wieder uneingeschränkt telefonieren und Datendienste nutzen können. Dass die Arbeiten in diesem konkreten Fall länger als zwei Wochen dauern, bedauern wir sehr. Wir bitten dafür um Entschuldigung", endet die E-Mail.

Auf dem Grenzlandturm haben die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2-Telefónica ihre Sendeanlagen. Bei O2-Telefónica kommt es aber schon seit drei Wochen zu Einschränkungen.
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