16.04.2020 - 17:27 Uhr
Neudorf/Luhe-WildenauOberpfalz

Ehemalige Wirtin vom „Grünen Baum“ verstorben

Das Herz von Marianne Zeiler, geborene Meißner, hat kurz vor ihrem 87. Geburtstag aufgehört zu schlagen. Die stets gut gelaunte und freundliche Wirtin war bei ihren Gästen sehr beliebt. 35 Jahre führte sie Regie im Wirtshaus „Zum Blaschn“.

Ein Bild von Marianne Zeiler aus vergangenen Tagen, so wie sie ihre Gäste kannten – immer mit einem Lächeln.
von Hans MeißnerProfil

Für Marianne Zeiler war der Beruf Wirtin mehr als ein Beruf, es war Berufung für sie, in der sie in all den 35 Jahren aufging. Am 25. Mai 1933 erblickte Meißner als eines von zwei Töchtern des Ehepaares Anna und Johann Meißner. Ihr Vater betrieb damals eine Schreinerei. Ihre gesamte Kinder- und Jugendzeit verbrachte sie, wohlbehütet von ihrer Familie, in Neudorf. 1951 ehelichte sie den Schreiner Josef Zeiler. Das junge Paar schenkte fünf Kindern das Leben, fünf Enkelkinder und drei Urenkeln gesellten sich im Laufe der Zeit dazu.

Die Großfamilie benötigte ein gutes Einkommen, deshalb entschlossen sich die Zeilers 1955, ein Gasthaus zu eröffnen. Der Name „Zum Grünen Baum“ dürfte sich auf dem großen Baum südlich des damaligen Dorfweihers bezogen haben. Viele Neudorfer haben einen Teil ihrer Entwicklung beim „Blaschn“ vollzogen. „Blaschn“ war der Kosename der Gaststätte, er bezog sich vermutlich auf die Haartracht der Zeilers. Vielen Vereinen war es das Vereinslokal, aber auch Jung und Alt traf sich gerne beim „Blaschn“. Zur Gaststätte gehörte im Obergeschoss auch noch ein Saal. Die kleine Bar im Treppenhaus ist noch heute oft Gesprächsstoff der mittlerweile älteren Generation. Einmal drin, kam man so schnell nicht mehr heraus, so hört man es noch oft.

Einer Trauerfeier ähnelte das „Noicherlfest“ am 30. Dezember 1990. Die Tür zum Gasthaus schlossen sich für immer. Ein Stück Neudorfer Geschichte ging damit verloren. So manche Träne von gestandenen Männern konnte man damals sehen.

Die Verstorbene musste auch privat einige Schicksalsschläge durchmachen. 1975 verstarb ihr Mann Josef im Alter von nur 46 Jahren. 1982 folgte ihm der dritt-älteste Sohn Ernst im Alter von 26 Jahren. Ein weiterer Schicksalsschlag war der Tod ihres 19-jährigen Enkels Kai nach einem Verkehrsunfall 2012.

Im Ruhestand lebte die Gastwirtin ruhig und zurückgezogen in ihrer Wohnung. Seit 2014 wurde sie von Sohn Johann und dessen Frau zu Hause gepflegt. Ab 2016 verbrachte sie den Lebensabend im Seniorenheim Evergreen in Schnaittenbach. Viele Krankenhausaufenthalte im Klinikum unterbrachen diesen Aufenthalt. An einer Viruserkrankung verstarb sie am Ostermontag im Klinikum in Weiden.

Viele würden Marianne Zeiler auf ihren letzten Weg gerne begleiten, aufgrund der aktuellen Lage ist dies nicht möglich, ein Besuch am Familiengrab am Neudorfer Friedhof wird aber zu einem späteren Zeitpunkt nichts entgegenstehen.

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