29.11.2018 - 11:56 Uhr
Neudorf/Luhe-WildenauOberpfalz

Zwei Familien mit viel Geschichte

Ahnenforschung ist ein sehr zeitaufwendiges Hobby. Seit Jahren beschäftigt sich in Neudorf Johann Zeiler aus Hoffeld mit der Erforschung seiner Vorfahren, den Familien Meißner und Zeiler.

Johann Zeiler erklärt mit Hilfe vom Ortsplan die Familiengeschichte, hier der Familie Meißner.
von Hans MeißnerProfil

Zur Einleitung seiner Ausführungen im TSV-Sportheim zeigte Johann Zeiler ein von ihm gefertigtes Foto vom Dorfplatz, dass er maßstabsgerecht zu Papier gebracht hat und das einem Kunstwerk gleicht. Auf dem Foto kann man selbst eine Hochzeitsgesellschaft von Familie Zeiler aus Hoffeld erkennen. Zeiler ging auch auf die Geschichte von Neudorf ein, das erstmals 1347 urkundlich genannt wurde. Nach Meinung Zeilers dürfte Neudorf aber bereits um 900 oder 1000 nach Christus entstanden sein. Die erste Kirche wurde 1370 von den „Wildensteiner“ erbaut. Ein großes Unglück erlebte das damalige Neudorf 1814, es brannte bis auf die Mauern nieder. Neudorf wurde nach den Plänen von Freiherr von Lichtenstein in der heutigen Form neu aufgebaut. Bereits 1819 wurde die heutige Kirche St. Barbara eingeweiht. Im kommenden Jahr feiern die Neudorfer hierzu ein Fest. Im Jahre 1883 wurde in Neudorf bereits die Feuerwehr gegründet, 1898 wurde der erste Spritzenwagen angeschafft. 1913 wurde die erste Wasserleitung gebaut, davor hatte man am Dorfplatz den „Röhrenkkasten“, der mit einer Holzrohleitung vom Berg her gespeist wurde, sagte Zeiler.

Zur Ahnenforschung kam Johann Zeiler durch einen Zeiler-Auswanderer nach Amerika. Dieser John Zeiler fand zunächst keine Hinweise auf seine Herkunft, durch Zufall wurde der Name Johann Zeiler aus Neudorf genannt. Nach einem ersten Kontakt, fand Johann Zeiler Geschmack an der Ahnenforschung und hat seitdem sehr viel Zeit investiert.

Die Familie Meißner kann er bis zum Jahre 1500 zurückverfolgen. Für die Herkunft des Namens Meißner gibt es drei Möglichkeiten, zum einen es handelte sich um Tuchmacher aus Meißen, der Name stammt von Meißner in Sachsen oder die Meißner haben Meißel hergestellt.

Die Familie Zeiler kann der Chronist bis ins Jahr 1595 nach verfolgen, damals hießen sie aber noch Zarrer. Den Namen gibt es heute noch in Neudorf als Hausnamen. Die Wurzeln der Familie befinden sich in Irchenrieth. Bereits 1771 fungierte ein Jakob Zeiler als Schmiedemeister und Gemeindebevollmächtigter (heute Bürgermeister) in Neudorf im Anwesen Hausnummer 42, heute Erwin Zeiler. Die Schmiede befand sich auf der gegenüberliegenden Seite. Der Zarrer ist einer, der einen anderen gerne neckt, zarren bedeutet foppen. In Neudorf wurde als Vorfahre von Zeiler auch Zeihlner verwendet, im Laufe der Zeit wurde daraus dann Zeiler.

1752 kam eine Familie Meißner aus Schiltern, später Konrad Meißner aus Rattenberg. Die Meißner wohnten in den damaligen Hausnummer 32 (Heute Bergweg) und später Hausnummer 25. Durch Heirat fanden die Familien Meißner und Zeiler 1889 zusammen. Die Familienzweige gehen sehr weit auseinander und gehen bis nach Amerika.

Aufmerksam lauschen die zahlreichen Familienmitglieder den Ausführungen von Johann Zeiler.
Das TSV Sportheim war bis auf den letzten Platz gefüllt, Johann Zeiler hatte zum Familientreffen geladen
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