Neuhaus/Windischeschenbach
08.03.2024 - 15:37 Uhr
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Andreas Bogner geht nach 28 Jahren als Kommandant der Neuhauser Wehr

Das halbe Leben helfen und retten in vorderster Linie. Der Kommandant der Feuerwehr Neuhaus, Andreas Bogner, ist ein Leuchtturm des Ehrenamts. In 28 Jahren führt er die Dorffeuerwehr zur modernen Rettungseinheit.

Die 1871 gegründete Feuerwehr Neuhaus hatte in den mehr als 120 Jahren bis 1996 zehn Kommandanten. Dann folgte einer, der die Amtszeiten seiner Vorgänger von durchschnittlich 12 Jahren weit übertraf. Andreas Bogner engagiert sich seit 28 Jahren auf diesem Posten. Aus einer normalen Dorffeuerwehr formte er eine hoch qualifizierte und auch für Spezialaufgaben wie Einsätze auf der Autobahn bestens ausgerüstete Truppe.

"Es war wie ein Schock, als ich im Januar beim Frühstück die Tageszeitung "Der neue Tag" aufblätterte und las: ‚Pauckenschlag bei der Feuerwehr Neuhaus – Kommandant Andreas Bogner tritt zurück‘", erinnert sich Kreisbrandinspektor Marco Saller. Wie aus dem Artikel hervorging, war es kein Rücktritt aus Frust oder Ärger, sondern einfach ein Rückzug. Bogner sah die Zeit für diesen Schritt für sich gekommen. Es ist wohl mit dem wahr gewordenen Traum des neuen Neuhauser Feuerwehrhauses zu sehen. Das würde wohl ohne Bogner so nicht stehen.

"Vielleicht war ich erblich vorbelastet", sagt Bogner. "Der Opa war von 1927 bis 1952 auch 25 Jahre Wehrführer bei der Neuhauser Wehr." Die Dorffeuerwehr hatte schon ein LF8 mit Tragkraftspritze, ein für damals modernes Einsatzfahrzeug.

Bogners erster Einsatz nach wenigen Wochen als Kommandant war wie ein Sprung ins kalte Wasser. Der Neuhauser musste einen Einsatz wegen einer Selbsttötung leiten. An die 15 Mal rückte die Wehr damals im Jahr zu Einsätzen aus. "Die Autobahn war zwar schon da, aber wir waren nicht entsprechend ausgerüstet."

Das änderte sich mit dem Jahrtausendwechsel. 1999 bekam die Wehr einen Mannschaftstransportwagen (MTW) und 2000 den Verkehrssicherungsanhänger. Von da an nahmen die Rufe nach der Feuerwehr Neuhaus rapide zu. "In den vergangenen Jahren liegen wir bei etwa 60 Einsätzen, davon zwei Drittel auf der Autobahn."

Seine erste Kommandantenversammlung besuchte Bogner beim "Bären" in Neustadt/WN unter Kreisbrandrat Josef Beutler. Nach ihm hatte er mit den Kreisbrandräten Josef Lorenz, Richard Meier und nun Marco Saller drei weitere Chefs. Zudem diente er den drei Bürgermeistern Kurt Döllninger, Andreas Meier und nun Karlheinz Budnik.

"Besonders schwierig ist es, wenn Bekannte verwickelt sind", sagt Bogner auf die Frage nach einem Einsatz, den er bis heute im Kopf hat. So erinnert sich der 55-Jährige an den tödlichen Verkehrsunfall eines jungen Mädchens aus Neuhaus, das er persönlich kannte. "Das geht unter die Haut."

Stolz ist er, dass es während seiner Amtszeit keinen Verletzten unter seinen Leuten gegeben habe. Die Verantwortung für die Einsatzkräfte auf der Autobahn sei riesengroß. "Am schlimmsten ist es nachts." Separate Schulungen für Autobahneinsätze hat Bogner sehalb mitgemacht.

"Aber es gab auch schöne und fröhliche Einsätze." Er spricht von Jubiläen zum 125-jährigen Bestehen und die Fahnenweihe beim 130-jährigen Bestehen sowie ganz besonders die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses 2023.

Das alte Feuerwehrhaus war zu klein, platzte aus allen Nähten und die Normen der Unfallverhütungsvorschrift waren nicht mehr erfüllbar. 2016 simulierte man für den Stadtrat einen Einsatz, bei dem es wegen der Enge drunter und drüber ging. "Das war die Initialzündung." Aber das Projekt lief schleppend an. Die Grundstückssuche gestaltete sich problematisch. Viele Gespräche scheiterten. "Da hab ich mit meiner Frau gesprochen und wir haben uns entschlossen, den Grund am Ortsrand an der Schönfichter Straße an die Stadt abzutreten", sagt Bogner.

Die Stadt wurde mit einer Machbarkeitsstudie tätig und Bogners Traum nahm seinen Lauf. Mit dem Spatenstich 2021 begannen endlose Stunden auf der Baustelle. Nach der Einweihung im Vorjahr sah der Kommandant seine Mission erfüllt. Eine neue Auszeichnung bekam er in seiner letzten Dienstversammlung, in der er zurücktrat. Kreisbrandrat Saller überreichte ihm das "Bayerische Feuerwehrehrenkreuz in Silber". Ein Nachfolger soll im März gewählt werden. Als aktiver Feuerwehrmann hilft Bogner weiter.

Info:

Andreas Bogners Feuerwehrkarriere

  • 1984 Eintritt in die Wehr
  • 1985 Unterkassier
  • 1990 bis 1996 Jugendwart und 1991 bis 1996 stellvertretender Kommandant
  • 1996 bis 2024 Kommandant als Nachfolger von Alfons Bergler, der aus Altersgründen aufhörte
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