07.04.2019 - 15:12 Uhr
Neuhaus/WindischeschenbachOberpfalz

Erste Hilfe Kurse schon längst geplant

Was der Bundesgerichtshof für Lehrer vorgibt, steht beim Radsportbezirk Oberpfalz schon lange auf dem Plan. Auch am vergangenen Wochenende wurden wieder 40 Trainer und Radsportler aus der ganzen Oberpfalz in der Ersten Hilfe geschult.

von DTRProfil

Radsportfans gibt es in der Oberpfalz reichlich, und mit 27 Radsportvereinen im Bezirk wird den Sportlern auch einiges geboten. Neben der Jugendförderung und Ausrichtung von Events unterstützt der Radsportbezirk natürlich auch bei der Trainer Aus- und Weiterbildung. Ein für den täglichen Trainingsbetrieb, aber auch für Großveranstaltungen wie der Panoramatour obligatorischer Ausbildungsteil ist für den Bezirksverein die Erste-Hilfe-Schulung. Wie das Urteil des BGH vom 4. April zeigt, wird eine entsprechende Ausbildung zumindest bei Sportlehrern vorausgesetzt. Das Urteil war das Ergebnis eines sechs Jahre zurückliegenden Schulunfalles in Wiesbaden. Fehlende Reanimation führte hier bei einem Schüler zu bleibenden Hirnschäden.

„Egal ob Eigen-, Fremdverschulden oder ein Materialfehler, bei Radunfällen ist schnelle professionelle Hilfe notwendig“, sagt Heinz Uhl, Bezirksvorsitzender des Radsportverbandes. Deshalb seien kostenlose Erste-Hilfe-Kurse für alle Mitgliedsvereine selbstverständlich.

Gerade weil bei vielen Menschen der letzte Kurs in der Jugend bei der Führerscheinprüfung abgelegt wurde, scheinen diese Lehrgänge sinnvoll. Laut dem ADAC würden fünf bis zehn Prozent der Verletzten überleben, wenn bis zum Eintreffen der Rettungskräfte professionelle Erste Hilfe geleistet werden würde.

Der selbst radsportbegeisterte Kursleiter Dr. Markus Imhof überzeugte mit seiner lockeren Art, bei der der nötige Ernst jedoch nicht fehlte. So übten die Teilnehmer nach einem kurzen Theorieteil das Abc bei Unglücksfällen. Nach den Grundlagen beim Eintreffen am Unfallort, der notwendigen Absperrung und dem Absetzen des Notrufs wurde an Trainingspuppen und im Team geübt. So frischten die Interessierten ihr Wissen über den Umgang mit Verletzten, die korrekte stabile Seitenlage und im Hauptaugenmerk die Reanimation auf.

„Das Wichtigste, egal wie schlimm die Lage auch scheint, ist immer die Ruhe zu bewahren“, betont der Mediziner. Es sei auch vollkommen nachvollziehbar, dass bei der Laienreanimation Fehler geschehen, jedoch würde die Erste Hilfe Leben retten. Begeistert waren die Sportler auch von seinen praxisgerechten Erzählungen über Fälle aus seinem Berufsleben.

„Nach dem Urteil des BGH sollten sich auch Ehrenamtliche absichern. Der einfachste Weg dies zu tun, sind Weiterbildungen in der Ersten Hilfe“, meint Imhof. Er riet den Sportlern, vereinsinterne Übungsgruppen zu bilden und das Erlernte weiterzutragen. Für seine ehrenamtliche Ausbildungsleitung wurden ihm vom Radsportbezirk frisch abgefülltes Neuhauser Zoigl und eine signierte Buchausgabe überreicht.

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