08.08.2019 - 17:25 Uhr
Neuhaus/WindischeschenbachOberpfalz

Erster Schritt zum goldenem Boden

15 Zimmerer, 15 Maurer und ein Hochbau-Facharbeiter haben in der Freisprechungsfeier der Bauinnung Nordoberpfalz ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse erhalten. Damit haben die jungen Leute die erste Stufe der Karriereleiter erklommen.

Die Zimmerergesellen mit dem besten Abschluss in ihrer typischen Kleidung. Vorne von links: Tobias Trisl, Bastian Völkl und Stefan Selch, und die besten Maurergesellen Jürgen Dostler und Fabian Stock (Mitte, vorne von links). Bei der Gesellenfreisprechung mit dabei Landrat Andreas Meier, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Handwerkskammer-Vizepräsident Karl-Heinz Moser (links im Bild), Obermeister Werner Ott (hinten, Dritter von links), Obermeister Adrian Blödt (vorne, rechts) sowie zahlreiche weitere Ehrengäste.
von Walter BeyerleinProfil

Werner Ott, Obermeister der Fachgruppe Maurer, bescheinigte den Gesellen und der einzigen Gesellin mit ihrer Berufsausbildung „ein stabiles Haus auf dem goldenen Boden des Handwerks“ errichtet und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft erarbeitet zu haben. Der Hopfengarten im Schafferhof bot den Rahmen für die Feier.

Ott bezeichnete die Übergabe der Gesellenbriefe als erste Stufe der Karriereleiter in dem traditionsreichen und noch immer hochmodernen Maurer- und Zimmererhandwerk. Junggeselle im beruflichen Leben sei der Grundstein für die Zukunft. In seiner anderen Bedeutung im Privatleben nannte er es als eher nicht erstrebenswert, schmunzelte Ott unter der hörbaren Zustimmung der Gäste.

Landrat Andreas Meier sprach den jungen Leuten auch im Namen des erkrankten Landrats Wolfgang Lippert und von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß die Gratulation für den erfolgreichen Ausbildungsabschluss aus. "Mit der Zusammenfassung der Grußworte fallen zwei Reden aus, was bei den Gästen immer recht gut ankommt", scherzte der Landkreischef dazu. Er nannte es etwas ganz Besonderes, wenn nach der Lehrzeit für jeden jungen Maurer und Zimmermann feststehe, sich mit der Berufswahl eine zukunftsträchtige Branche ausgesucht zu haben.

Bei der Vergrößerung des Landratsamtes habe er tagtäglich eine Leistungsschau des Handwerks gesehen und erkannt, dass ausschließlich Profis am Werk gewesen seien. Beim Gespräch mit den Arbeitern habe er erfahren, dass das Handwerk noch immer goldenen Boden habe. Im Handwerk sei gutes Geld zu verdienen. "Die Zeit, dass nur der Besuch von Gymnasium und Studium die Eltern eines Kindes glücklich machen könne, ist vorbei." Bei entsprechenden Prüfungsleistungen sei der Besuch einer Hochschule auch für die fertigen Handwerker möglich. „Hier ist ein Umdenken der Eltern gefordert.“ Mit Blick auf die neuen Gesellen sprach er von einer richtigen Weichenstellung und wünschte Freude am Beruf.

Von einer großen Freude, junge Kollegen ins Berufsleben entlassen zu können, sprach der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Karl-Heinz Moser. Im Vorfeld der Ausbildung würden Eltern immer wieder fragen, wie die Zukunftschancen der Maurer und Zimmerer aussähen. Allein die Sanierungsquote verdeutliche, welche Vielzahl an Gebäuden in Deutschland diese Fachleute noch lange Zeit bräuchten, so Moser. Ergebnislose Ausschreibungen von öffentlichen Bauvorhaben, seien ein weiteres Zeichen dafür, wie notwendig die Arbeitskräfte in diesen Sparten benötigt werden. „Sehen Sie ihren Beruf als Berufung, nicht als Job“, schloss der Vizepräsident.

Nach der Freisprechungsformel übergaben Ott an die Maurer und Obermeister Adrian Blödt an die Zimmerer gemeinsam mit den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse die Gesellenbriefe. Als Erinnerungsgeschenk gab es für alle neuen Gesellen den sogenannten Freizeithammer, der als Funktion eine bestimmte "Öffnungsmöglichkeit" bietet, aber nicht unbedingt ein offizielles Werkzeug ist.

Prüfungsbeste:

Bester Geselle im Zimmererhandwerk war Tobias Trisl, gefolgt von Bastian Völkl (beide ausgebildet bei der Firma Riedl Holzbau, Lennesrieth) und Stefan Selch ( Holzbau Schraml, Erbendorf). Bester Geselle im Maurerhandwerk ist Jürgen Dostler (Wilhelm Bauer, Erbendorf), gefolgt von Fabian Stock (Ferdinand Betzl, Konnersreuth). Einzige neue Gesellin bei den Zimmerern ist Nadine Scharnagl, einziger Hochbau-Facharbeiter Jonas Wagner. (bey)

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