Neuhaus/Windischeschenbach
25.11.2025 - 16:39 Uhr

Mit Humor dem Tod den Schrecken nehmen

Einen besonderen Kabarettabend rund ums Sterben erleben die Besucher am Schafferhof in Neuhaus. Karin Simon und ihr Team zeigen, dass in der Trauer auch ein Funken Humor liegen kann.

Für Heiterkeit, aber auch nachdenkliche Momente, sorgte am Sonntag das Musikkabarett „Zum Sterben schön“ auf der Bühne des Schafferhofs in Neuhaus. Die Vorstellung war ausverkauft. Karin Simon zog die Zuschauer von Anfang an in ihren Bann. Frank Wendeberg sorgte für gefühlvolle Begleitung mit Percussions, Isolde Baldauf glänzte am Piano und wirkte auch im Kabarett mit. Monika Zintl ergänzte das Quartett mit Gesang und schauspielerischer Leistung.

Karin Simon war 15 Jahre alt, als sie durch den Tod der Mutter das erste Mal mit Trauer in Berührung kam. Sie war Krankenschwester, wurde nach einem Burnout Psychotherapeutin, Heilpraktikerin und arbeitete als Sterbeamme. Auch ist sie Kabarettistin und Musikerin. Jeder Besucher an dem Abend, der schon einmal mit Trauer in Berührung kam, konnte die Ratschläge aus dem Programm bestätigen. „Seid ehrlich mit Sterbenden oder Trauernden, sagt nicht, es wird scho wieder zu Trauernden", gab Karin Simon dem Publikum mit auf den Weg.

Der gruselige Auftritt der Sensenfrau wandelte sich in Heiterkeit, als Karin Simon mit der Sensenfrau einen Tango tanzte. Die Kabarettistin ist überzeugt, dass es Schutzengel gibt. Ein Lied war dem bayerischen Engel Aloisius gewidmet. Die Damen auf der Bühne erstellten auch eine Gästeliste für den Leichentrunk.

Eine Frau will im auch Tod gut aussehen, deshalb kaufte sich Monika Zintl ein schönes Abendkleid und bestellte eine Visagistin. Für Heiterkeit sorgte auch die Aufstellung eines Testaments. Ein Tipp für Rentner, bei denen das Geld nicht zum Leben reicht: „Schaut die Todesanzeigen von reichen Leuten an, geht auf die Beerdigung und dann mit zum Leichenmahl". Isolde Baldauf wurde gerügt, weil sie da immer so viel esse. Karin Simon hatte die Lösung parat: eine schwarze Tupperdose für die Reste.

„Trauer ist eine Extremsituation“, sagte Simon. Sie riet zum Besuch einer Trauergruppe. Beim Lied „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“ ging es darum, dass Trauende oft gemieden würden. „Geht doch auf die Hinterbliebenen zu und sagt halt einfach: Ich weiß nicht, was ich sagen soll“.

Der Abend war eine Achterbahn der Gefühle und machte auch nachdenklich. Zum Schluss gab es noch einen sicheren Tipp, um dem Sterben zu entgehen. „Mit dreckigen Füßen lässt Petrus keinen in den Himmel. Aber sagt es nicht weiter, sonst bleiben zu viele hier unten." Viel Beifall belohnte die Akteure für einen besonderer Abend.

 
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