Neuhaus/Windischeschenbach
15.11.2022 - 12:50 Uhr

Schafferhof-Wirt und seine beiden Freunde begeistern als kurzweiliges Trio

Zum "Banal Fatal"-Abend hatte Reinhard "Kitty" Fütterer in sein Zoigl-Wirtshaus eingeladen. Was er als Schornsteinfeger und normaler Mensch so erlebt, erzählte er gar nicht belanglos, sondern eigenwillig und charmant.

Banal und fatal sind Luk Schieder (von links), Jürgen Walbert und der Schafferhof-Wirt Reinhard "Kitty" Fütterer. Bild: fvo
Banal und fatal sind Luk Schieder (von links), Jürgen Walbert und der Schafferhof-Wirt Reinhard "Kitty" Fütterer.

Der Aufstieg vom Großparkplatz zum "Banal Fatal"- Abend mit Reinhard Fütterer am vergangenen Samstag am Schafferhof bereitete schwere Beine, am Rückweg von der unterhaltsamen Veranstaltung hatten sich die Gäste noch dazu einen regelrechten Lachmuskelkater zugezogen. Der Schafferhof-Wirt, den eigentlich alle nur „Kitty“ nennen, und seine zwei Kumpel Luk Schieder aus Weiden an der Knopfharmonie und Jürgen Walbert aus Flossenbürg an der Gitarre, hatten zu einem kommoden Abend mit Kurzgeschichten und Musikstücken eingeladen, die es in sich hatten.

Auf der Schafferhof-Tenne fühlte sich Fütterer bei seinem Heimspiel sichtlich wohl. Er verpackte Anekdoten aus dem Leben eines „schornsteinfegenden“ Zoiglbrauers und Wirtes kurzweilig. Schon das Aus- und Einschalten der Leselampe zelebrierte er wie ein unterhaltsames, kurzes Zwischenspiel und nahm die begeisterten Zuhörer mit auf eine Zeitreise in seine und deren Vergangenheit.

„Die Leute sollten sich in meinen banalen Geschichten wiederfinden“, meinte er. Mit seiner eigenwilligen, aber lustigen Art berichtete er über Episoden, die er selbst "mehr oder weniger erlebt" hat oder die ihm auch zugetragen wurden. So beschrieb er drei Freunde, die sich Eier aus dem Hühnerstall vom „Sepp, dem Kinderschreck“ ergattert hatten und stellte fest: „Echte Freundschaft hält oft länger als eine Ehe.“ Schon 1972 habe Tante Trude mit ihren Prophezeiungen vorausgesagt, dass „unser letztes Weihnachten vor dem Weltuntergang“ bevorstehe. Fütterer berichtete sehr anschaulich von der Wirkungsweise einer Chilischote in Kombination mit einer versehentlich verschluckten Halstablette bei einem "Kunstgenuss bis Mitternacht" in Weiden. Der Magen habe sich wie ein Bunsenbrenner erhitzt. Zur Erlösung, "verbunden mit einer körperlichen Explosion", sei es schließlich im Keramikmuseum gekommen.

Das Geburtsjahr von Reinhard Fütterer, 1964, war das geburtenstärkste Jahr aller Zeiten in Deutschland. Windischeschenbach zählte in diesem Jahr, laut Fütterer, 179 Geburten. Eher Mitleid habe man damals mit den zwölf Schülerinnen und Schülern gehabt, die ins Gymnasium gehen mussten. „Ich war nicht dabei!“ Trotzdem referierte er über das Thema Bildung und stellte mit dem Reischl-Johnny den „letzten Apachen von Newhouse“ vor.

Auch Erlebnisse als Schornsteinfeger unter dem Titel „Na na – da wird nichts schwarz“ standen auf Fütterers Geschichten-Zettel. Mit einer doch fälschlicherweise anrüchigen Geschichte über Nachbarn und dem „Henneraug"-Lied endete der kurzweilige, gar nicht banale Schafferhof-Abend.

 
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