03.12.2019 - 14:19 Uhr
Neuhaus/WindischeschenbachOberpfalz

Schafferhof-Wirt selbst auf der Bühne

Schafferhof-Wirt Reinhard „Kitty“ Fütterer begeistert mit seinen humorvollen autobiografischen Anekdoten und Kurzgeschichten auf der eigenen Bühne.

Einen kurzweiligen Abend, an dem viel gelacht wird, beschert Schafferhof-Wirt Reinhard "Kitty" Fütterer seinen Gästen bei der Lesung seiner autobiografischen Anekdoten und Kurzgeschichten auf eigener Bühne
von Hans PremProfil

„Es sind die kleinen Geschichten und Anekdoten, die das Leben lebenswert machen. Und es sind oft die vom Gefühl bestimmten Augenblicke, die unser Leben entscheiden und prägen“. Deshalb hat Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer heitere autobiografische Anekdoten und Kurzgeschichten aufgeschrieben und bescherte mit seiner Lesung seinen Zuhörern in der ausverkauften Tenne einen kommoden, kurzweiligen Abend, an dem viel gelacht wurde.

„Manchmal muss man einfach ein bisschen unvernünftig sein, vor allem in der Jugend. Das gibt dem Leben erst die richtige Würze“, ist sich Fütterer sicher. In seinen Geschichten bringt er das pralle Landleben in Neuhaus und seine überaus glückliche Kindheit, Jugend und auch später sein erfülltes Familienleben zum Ausdruck. „Banal fatal“ hat er seinen autobiographischen Streifzug durch sein Leben genannt. Auch wenn seine Geschichten vielfach einen alltäglichen Inhalt haben, den so oder ähnlich sicher schon viele seiner älteren Zuhörer erlebt haben und für ihn selbst fatal, also eher unangenehm ausgingen: Sie enthielten alle seinen spitzbübischen Humor, den seine Freunde und Gäste seit Jahren an ihrem Zoiglwirt schätzen. Literarische Ergüsse waren laut eigenem Bekunden sowieso nicht beabsichtigt.

So saß er erstmals selbst im Scheinwerferlicht auf seiner eigenen Bühne und erzählte in seiner lässigen Art die Geschichte von seinem ersten fahrbaren Untersatz, dem Kinderwagen, mit dem seine Brüder mit ihm als Fahrgast im abschüssigen Hof eine Rallye veranstalteten, in deren Verlauf er aus selbigem katapultiert wurde und dabei seinen ersten und einzigen Zahn verlor.

Von seinem Freund „Ranger“ hat er gelernt, wie man drei Meter weit kerzengerade über einen Misthaufen pinkeln kann, und das bei Gegenwind. „In den letzten Jahren ist das etwas schwieriger geworden“, bekennt er, „es gibt keine Misthaufen mehr“. Von ihm hat er auch das Fischen mit bloßen Händen gelernt. Im Meier seinem Weiher haben die beiden das Schwarzfischen mit einem ausgerissenen Maschendrahtzaun perfektioniert. Zum Schießen auch seine Geschichte „Von Freiheit und Abenteuer“. Das Auge des Gesetzes in Form von zwei Polizisten erwachte an einem heißen Sommernachmittag aus seiner Lethargie, als Fütterer auf dem Heimweg von der Arbeit freihändig und ohne Sturzhelm mit seinem frisierten Mofa, Marke Zündapp Bergsteiger, auf Höhe von Wöllershof vorbeibrauste. Sofort nahm der Polizei-Audi-80 die Verfolgung auf. Der Kaminkehrer-Lehrling flüchtete über eine Wiese und versteckte sich in einer Scheune. Dummerweise wurde er doch noch entdeckt, als er um die Ecke spähte und schließlich in einer von Adrenalin geschwängerten Situation in morastigem Gelände samt seinem Feuerstuhl gestellt wurde.

Bei der Anhörung konnte er die angedrohte Strafe von 600 D-Mark auf 35 drücken. Sein Fazit: „Gott sei Dank gab es Polizisten, die gemäß dem bayerischen Lebensgefühl Leben und Leben lassen handelten.“ Fütterer sang gemeinsam mit dem Schieder Lucky, bekannt als Mitglied der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“, den Katja-Ebstein-Hit „Wunder gibt es immer wieder“. Schieder glänzte nicht nur im Duett zwischen den Geschichten mit passenden Liedern, sondern auch mit Solo-Stücken auf seiner Diatonischen.

Man hätte dem Fütterer-Kitty, der seinen Spitznamen einem Zehn-Minuten-Einsatz als Miss Kitty aus der Serie „Rauchende Colts“ verdankt, endlos zuhören können. Zum Totlachen die Anekdote über die Radtour, die für seine Gabi zur Tortur und zum Highway to Hell wurde, oder seine humorvollen Erfahrungen als Zoiglwirt und als Strohwitwer, der erst die Waschmaschine einschaltete, als die Unterhosen ausgingen. Er erinnerte sich daran, dass man ihn für verrückt erklärt hatte, als er den verfallenen Schafferhof kaufte. Am Ende erhielt Fütterer den verdienten großen Applaus seines Publikums. Die überaus positive Resonanz ermutigte den Autor schließlich, am Sonntag, 8. März, um 18 Uhr ein weiteres Mal gemeinsam mit dem Schieder Lucky seine Geschichten zum Besten zu geben.

Einen kurzweiligen Abend, an dem viel gelacht wurde, bescherte Schafferhof-Wirt Reinhard "Kitty" Fütterer seinen Gästen bei der Lesung seiner autobiografischen Anekdoten und Kurzgeschichten auf eigener Bühne

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