Neuhaus/Windischeschenbach
06.04.2026 - 10:56 Uhr

Trödelmarkt am Schafferhof lockt die Besucher in Scharen an

Was passt besser zu einem denkmalgeschützten Hof als ein Hausflohmarkt? Diese spontane Eingebung von Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer zog am Ostersonntag die Besucher in Scharen an.

Von Hans Prem

Unter dem optimistischen Motto „Haben ist besser als brauchen, aber weggeben ist besser als putzen“ haben Freunde und Bekannte von Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer auf seine Anregung hin ihre Dachböden und Keller nach altem Hausstand, Trödel und Antiquitäten durchforstet. Angeboten wurde beim Hausflohmarkt auf dem Schafferhof ein breites Spektrum – vom wertvollen Familienerbe bis zum Sperrmüll mit sentimentalen Wert. Bei herrlichem Osterwetter lockte der Markt viele Besucher an, die sich natürlich auch im Hof und in den Zoiglstuben Zoigl und Brotzeit schmecken ließen.

"Spontane Eingebung"

„Es war eine spontane Eingebung von oben“, erklärte Fütterer schmunzelnd, warum er ausgerechnet am Ostersonntag so einen Hausflohmarkt organisiert hatte. Er habe einfach auch etwas loshaben wollen aus seinem "im Laufe der Jahre angesammelten Krempel". So wie ihm sei es auch vielen anderen gegangen, wenn zufällig das Gespräch darauf gekommen sei. Er habe deshalb dazu als Aussteller ausschließlich Freunde und Bekannte eingeladen.

Fütterer dachte, dass am Ostersonntag nicht so viel Interesse an so einem Markt bestehe und deshalb die Besucher in aller Ruhe an den aufgebauten Ständen stöbern könnten. Doch bereits nach der Eröffnung um 11 Uhr wurde es schwierig, durch das Labyrinth der aufgebauten Tische zu gelangen. Die Besucher konnten quasi durch verschiedene Zeit-Epochen Deutschlands schlendern. Angeboten wurde alles, was das Herz eines Flohmarktgängers höher schlagen ließ: vom alten Hausstand über Wirtshauseinrichtungen bis zu Trödel und Antiquitäten. Der Hausherr bot einige seiner uralten Fahrräder zum Kauf an und brachte eine alte Blechdose der Gewürzmühle Hartkorn & Söhne an einen Mann mit fränkischem Dialekt. „Die stammt noch aus dem Kolonialwarenladen meiner Eltern“, so Fütterer über die Blechdose.

Mitbringsel aus Prag

Joshi Plößner aus Neustadt hatte vor der Scheune einen Tisch mit ausgewählten Osterartikeln aufgebaut. Darunter waren neben Kreuzen oder Porzellan auch uralte Abziehbilder für Ostereier, die ebenfalls aus einem ehemaligen Kramerladen stammten. Martin Mitlmeier aus Thumsenreuth hatte eine russische Kamera der Marke Zenit mit großem Teleobjektiv und Revolvergriff im Angebot, ebenso einen in einem Planschbecken sitzenden Gartenzwerg. „Die Kamera habe ich aus Prag von meinen früheren Reisen mitgebracht“, erklärte er.

Ottmar Kreuzer aus Wildenreuth hatte auch „gehörig ausgeräumt“ daheim. Auf seinem Tisch hatte er vom alten Dual-Plattenspieler über blecherne Wärmflaschen bis zur Pfaff-Nähmaschine einen Querschnitt bürgerlicher Konsumgeschichte aufgebaut. Tina Beer aus Regensburg wollte ihren nostalgischen Ballast aus dem ausgeräumten Haus ihrer Eltern loswerden. Die Aussteller freuten sich über nette Gespräche, vor allem über alte Zeiten. Sie ließen mit sich handeln, die Besucher konnten so manches Schnäppchen oder manche Kuriosität mit nach Hause nehmen. Reinhard Fütterer freute sich am Ende über eine rundum gelungene Veranstaltung.

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