Neukirchen-Balbini
07.10.2021 - 15:15 Uhr

Erdstallforscher: Ein junger Teil der Archäologie

Henryk Gierlik (links) zeigt den Teilnehmern aus Österreich den Aufbau des Stollens im Bleschenberg (Michael Heinrich) Bild: Michael Heinrich/exb
Henryk Gierlik (links) zeigt den Teilnehmern aus Österreich den Aufbau des Stollens im Bleschenberg (Michael Heinrich)

Die europäischen Erdstallforscher trafen sich nach langer Pandemie-Pause kürzlich im Schießl-Hof in Neukirchen-Balbini. Nun standen bei der Mitgliederversammlung auch Vorstandswahlen an.

Das bestehende Führungsteam mit Birgit Symader und Stellvertreter Uwe Hinzpeter an der Spitze wurde einstimmig wieder gewählt. Schatzmeisterin wurde Maria Beenen aus Viechtach, Schriftführer Helmut Roith aus Treffelstein. Die weiteren Beisitzer mit Barbara Heiss aus Würzburg, Manfred Moser aus Regensburg und dem Bürgermeister von Neukirchen-Balbini, Markus Dauch, bleiben im Vorstandsteam.

Im Rückblick wurden die Aufgaben und Denkmalschutzprojekte vorgestellt. Nicht nur das Museum mit diversen Veranstaltungen beschäftigt den Arbeitskreis, auch die derzeit drei aktuellen Denkmalschutzprojekte der Vorsitzenden Symader geben ein arbeitsreiches, fachlich anspruchsvollen Aufgabengebiet wieder.

Der Besucher-Erdstall in Rabmühle soll nächstes Jahr öffnen und wurde bereits aufwändige saniert. Weitere Arbeiten sind noch nötig.

Über neu entdeckte Erdställe in Österreich berichtete Josef Weichenberger, es folgte ein Rückblick zum Sanierungsstand der Rabmühle von Birgit Symader. Über die neuesten Erkenntnisse zu Stollen und Höhlen in der Schweiz referierte Dr. Helen Wider. Eine Exkursion führte die Teilnehmer nach Wulfing in einen Erdstall, der sehr große Schäden aufweist und nur sehr aufwändig gerettet werden könnte. Weiter ging es zum Bleschenberg, einem Bergbaustollen bei Sinzendorf. Henryk Gierlik, dem Ausgräber und Führer im Stollens am Bleschenberg, informierte über die Arbeiten. Die Anlage wurde vom Montanarchäologen Dr. Martin Straßburger archäologisch untersucht und in das 14 Jahrhundert datiert. Eine Ausführliche Publikation findet sich dazu im „Erdstall 45“.

Für die Teilnehmer wurde eine Befahrung der Anlage angeboten. Mit einer Seilsicherung ging es über 20 Meter in die Tiefe. Weitere Vorträge zum Denkmalschutz und unter anderem dazu, "Warum Kastanien in Biergärten stehen" (Maria Beenen) schlossen sich im Schießl-Hof an.

Uwe Hinzpeter referierte über die hochmittelalterliche Wasserleitung von Trevi in Umbrien. Der Archäologe Ralf Keller legte dar, dass die Erdstallforschung zu den jüngsten der archäologischen Fachwissenschaften zählt. Dies verdeutlichte, welches Defizit in der archäologschen Dokumentation der Erdställe noch herrscht. Der Schießl-Hof hat sich als Ort für Fachtagungen bewährt. Die nächsten sind bereits geplant.

 
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