Geschichte im Wandel der Zeit

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, steht unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Altbürgermeister Albert Kick stellt die Pfarrkirche in Neukirchen zu St. Christoph vor.

Die Pfarrkirche steht beim "Tag des offenen Denkmals" im Mittelpunkt.
von Josef PilfusekProfil

„Lassen Sie uns also gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen“, laden die Gemeinde und Kick ein. Der kommunale Heimatpfleger gibt sein umfangreiches Wissen über die Pfarrkirche in Neukirchen zu St. Christoph bei den Führungen um 10, 14.30 und 16 Uhr weiter. Treff ist jeweils am Kirchplatz in Neukirchen zu St. Christoph.

Nach den Aufzeichnungen des bereits verstorbenen Schulleiters Franz Schacht, der als damaliger stellvertretender Vorsitzender die Chronik des Oberpfälzer Waldvereins federführend zusammengestellt hat, hatte vor vielen Jahren auf dem Georgenberg im Wald eine Kapelle gestanden; sie war gänzlich eingefallen. Johann Michael Weinzierl, Lobkowitzer Rat und Pfarrer zu Waldthurn, hatte die 1609 bereits von Georg Christoph von Wirsberg errichtete Kirche - daher die Wahl des Kirchenpatrons - restauriert.

Das Gebiet der heutigen Pfarrei hatte damals zu Lennesrieth gehört und war nur von einem Priester betreut worden. Die folgenden Orte waren der neu errichteten Expositur zum heiligen Christophorus zugeteilt worden: Neuenhammer, Oedmühl, Hammermühl und Papiermühl einschließlich den Häusern mit Ausnahme des Hauses des Herrn und des Wirts und des Hammerwerks, Dimpfl, Faislbach, Rehberg, Brünst, Waldheim, Glashütten (alte und neue Fürstenhütte), Lösselmühle, Altbuchten, Böhmischdorf, Georgenberg, Gehenhammer, Krautwinkl, Pinsenstock, Ziegelhütten und Waldkirch.

Aus den Matrikeln der Expositur geht hervor, dass Schweizerhof, Neukirchen zu St. Christoph, Neudorf und Schwanhof zu Georgenberg gerechnet wurden. Erst im Jahr 1788 erscheint der Name „Neukirchen zu St. Christoph“. 1783 wird Neuhäusl erwähnt, und 1786 werden Neudorf und Schwanhof in den Büchern genannt. Die entscheidende Änderung kam im Jahr 1788, als am 23. Januar die Fürstin Lobkowitz Gabriela die Expositur Neukirchen zu St. Christoph zur Pfarrei erhob.

Josef Winkelmayer hieß der erste Pfarrer, der am 25. April 1788 erstmals eine Taufe vornahm. Die erste Beerdigung fand einen Monat später, am 20. Mai, statt. Einen neuen Pfarrhof errichtete man in den Jahren 1795 und 1796. Somit besteht der Neukirchner Pfarrhof schon über 200 Jahre.1837 kam die Grenzlandpfarrei vom Dekanat Nabburg zum Dekanat Leuchtenberg. Diesem gehört sie bis heute an.

Lückenlos erfasst hat Franz Schacht bis zu seinem plötzlichen Tod Anfang Juli 1985 die in Neukirchen zu St. Christoph wirkenden Seelsorger. Josef Winkelmayer wurde im Jahr 1807 Pfarrer in Waldthurn und Stefan Schäffler sein Nachfolger. Danach kamen Johann Georg Zäch, Johann Georg Vogl, Anton Zenger, Andreas Hutzler, Josef Iberl, Sebastian Bäumler, Johann Baptist Dobmeier, Eusebius Fröhlich, Peter Penzkofer, Dalbert Pappist, Sigmund Schiffmann, Josef Schußmann, Michael Nerhiel, Josef Franz Seraph Sigl, Franz H. Praetori, Franz H. Brickl, Johann Graf, Leonhard Zechmeier, Siegmund Raith, Alois Maurer, Josef Groß.

Vor allem den jetzigen Generationen unvergessen bleiben Michael Wagner und Bischöflich Geistlicher Rat Willibald Männer. Der am 27. Februar 1993 plötzlich verstorbene Seelsorger konnte als 25. Pfarrer in Neukirchen zu St. Christoph auf die bisher längste Amtszeit zurückblicken. Nicht zuletzt als Baumeister bleiben seine Verdienste unvergessen. Seine Nachfolge als Pfarrer trat Franz Kobold an. In bester Erinnerung ist nach wie vor auch Bischöflich Geistlicher Rat Antony Soosai, der vom 1. September 2002 bis 31. August 2017 die Pfarrei führte. In seine Fußstapfen ist zum 1. September 2017 Pfarrer Julius Johnrose getreten. Auch er hat sich längst viele Sympathien erworben.

Die Pfarrkirche steht beim "Tag des offenen Denkmals" im Mittelpunkt.

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