"Kleine Dorferneuerung" für den Bereich Neudorf

Die Bürger der Gemeinde Georgenberg sind grundsätzlich dafür und wollen mit eingbunden werden. Eine Entscheidung über die "kleine Dorferneuerung" soll laut Bürgermeister Johann Maurer am 25. Juli im Gemeinderat fallen.

"Dorferneuerung ist eine Unterstützung der Kommunen im Verbund", unterstrich Baudirektor Erik Bergner (rechts) die große Bedeutung und stieß bei Bürgermeister Johann Maurer auf offene Ohren.
von Josef PilfusekProfil

Nach dem Bürgervotum kann die Gemeinde Georgenberg nach Waldkirch nun auch im Bereich der ehemaligen Gemeinde Neudorf eine sogenannte „Einfache Dorferneuerung“ starten. „Die Bürger müssen da natürlich mit eingebunden werden“, wies Baudirektor Erik Bergner vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz in Tirschenreuth zum Beginn der Bürgerversammlung am Dienstag im Saal des Pfarrheims auf die große Bedeutung hin.

Laut Johann Maurer kann die Gemeinde mit Zuwendungen von insgesamt 67 Prozent rechnen. „Dorf ist Gemeinschaft, Gemeinschaft ist Gemeinde“, zitierte der Bürgermeister dabei den Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags, Dr. Uwe Brandl. „Damit hat er Professor Dr. Holger Magel zu dessen 75. Geburtstag gewürdigt.“

Dass ländliche Entwicklung sehr vielfältig ist, verdeutlichte Bergner mit dem Ziel, ein lebenswertes Dorf mit Ökonomie, Ökologie und sozialem Umfeld zu schaffen. „Die Gemeinden steht heute vor einer dreifachen Herausforderung“, fand der Baudirektor. „Sie müssen die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für das Leben im Dorf schaffen, den Gemeinschaftsgeist erhalten oder wieder neu beleben und eine Strategie erarbeiten, die eine zukunftsträchtige Entwicklung von Dorf und Gemeinde sichert.“

Als Ziele der Dorferneuerung nannte er die Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse sowie die Vorbereitung der Dörfer auf künftige Erfordernisse. „Es geht um die Belange vor ihrer Haustür“, war seine Aussage dazu.

„Alles geht nur im Spiel miteinander“, unterstrich der Redner den Grundsatz „Keine Dorferneuerung ohne Bürgermitwirkung“. Und so steht für ihn fest: „Sie kann nur erfolgreich sein, wenn sich die Bevölkerung beteiligt.“ Gemeinsam mit der Gemeinde als Bauträgerin der Projekte und dem Amt für Ländliche Entwicklung soll dann ein Konzept entwickelt werden. „Dazu gehört auch ein qualifiziertes Planungsbüro.“ Die Fördersätze richten sich laut Bergner nach der Finanzkraft der Gemeinde über die zurückliegenden drei Jahre.

Außerdem wies er auf die Möglichkeit der Förderung von Maßnahmen der Bürger hin, etwa für dorfgerechte Um- An- und Ausbauten oder die dorfgerechte Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden einschließlich Entsorgung und Entsiegelung sowie dorfgerechte Ersatz- und Neubauten hin. „Dazu kommen in der Regel fünf Stunden Beratungsleistungen pro Anwesen durch einen Architekten“, ergänzte er.

Ganz wichtig ist für den Baudirektor, „dass vor Ausführung der Maßnahmen der Gemeinde ein Einleitungs- und Bewilligungsbescheid des Amtes für Ländliche Entwicklung vorliegen muss. Bereits begonnene Projekte können nämlich nachträglich nicht gefördert werden.“ Das gilt seinen Worten zufolge auch für den privaten Bereich. „Hier muss der Förderantrag beim Amt gestellt werden und die Zustimmung erteilt sein.“

Laut Bergner geht das alles aber nicht von heute auf morgen. Eine Umsetzung ist nach seiner Einschätzung nicht vor 2021 denkbar. „Da dürfen wir keine falsche Erwartungshaltung wecken“, sagte er dazu. Im Rahmen der recht ausführlichen Diskussion wies der Beamte auch auf die Möglichkeit von Projekten „Innen statt außen“ und damit auf die Beseitigung von Leerständen im Innenbereich hin. „Es muss ein öffentliches Gebäude sein“, betonte Bergner und sprach von einer Förderung bis zu 87 Prozent.

Die Gemeinde möchte die „Einfache Dorferneuerung“ jedenfalls in die Wege leiten. Und so freute sich Maurer über die Zustimmung der Bürger und kündigte die Entscheidung für die nächste Gemeinderatssitzung am 25. Juli an. „Dann kann der Antrag beim Amt noch bis Ende Juli gestellt werden.“

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