04.10.2018 - 13:35 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Dauerlauf rund ums Matterhorn

Voller Energie und atemberaubend schön: So beschreibt Sigi Hierl das Matterhorn. Und das, obwohl er nicht als Tourist in die Schweiz gereist ist.

Sigi Hierl vom Radsportclub Neukirchen legt auf schwierigem Terrain beim Monte-Rosa-Trail rund um das Matterhorn in vier Tagen fast 174 Kilometer zurück.
von Autor LHCProfil

Beim Monte-Rosa-Trail meisterte der Ausdauerathlet vom Radsportclub (RSC) Neukirchen satte 173,6 Kilometer und unglaubliche 12 730 Höhenmeter in vier Tagen - im Laufschritt! Er erzählte unserer Zeitung nun von seinem Abenteuer in den Alpen.

"Ich musste zur Anmeldung eine Läuferbewerbung schreiben und wurde von Ultratrail-Weltmeisterin Lizzy Hawker als einer von 162 Startern aus 24 Nationen nominiert - eine große Ehre für mich", erklärt Hierl, wie er sich auf seinen Saisonhöhepunkt vorbereitete: "Die jeweils rund 65 Kilometer langen, mit vielen Höhenmeter gespickten Laufveranstaltungen am Gardasee, im Lamer Winkel, an der Zugspitze, im Stubaital und in Bozen nutzte ich, um dem Monte Rose Trail gewachsen zu sein."

"Auf der ersten Etappe von Grächen nach Zermatt liefen wir nach der Alphorn-Begrüßung am Start gleich über die neue Europabrücke, mit 494 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Da wackelten die Beine! Ansonsten war die erste Prüfung mit 41,1 Kilometern und 2860 Höhenmetern nicht allzu schwierig, wenngleich sie schon mit zahlreichen technischen Trails gespickt war", erläutert der Läufer, der dafür sieben Stunden und 39 Minuten benötigte.

"Zwar glich die zweite Etappe von Zermatt ins italienische Gressoney-la-Trimite mit 41,3 Kilometern und auch knapp 3000 Höhenmetern auf dem Papier der ersten, sie erwies sich dann aber als deutlich anspruchsvoller. Vom Start weg auf 3280 Meter, über den Gletscher immer das Matterhorn im Blick, das war eine schwere Prüfung. Am Lago Cime Bianche war die einzige Verpflegungsstation des Tages, da galt es ordentlich reinzuhauen", beschreibt Sigi Hierl, dass die körperlichen Strapazen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich zu spüren waren. Nach 9:28 Stunden erreichte er das Ziel in dem wunderschönen kleinen Dorf in Italien, umgeben von zahlreichen Gletschern.

"Der dritte Tag war mit Abstand der schwerste: 47,1 Kilometer und 3520 Höhenmeter. Gleich zu Beginn galt es den 8,9 Kilometer langen Passo dei Salati auf 2922 Metern auf technisch schwierigen Wegen zu bezwingen. Mich beeindruckte das hohe Tempo der Konkurrenten, die trotz der Strapazen der vergangenen zwei Tage schnell unterwegs waren. Und mit jedem Kilometer wurden die Felsbrocken auf den Wegen immer größer! Nach langen 11:12 Stunden kam ich erschöpft und müde im Ziel in Macagnaga an."

Die letzten 44,5 Kilometer, nochmals mit knapp 3500 Höhenmetern gespickt, führten Hierl übers bekannte Bergdomizil Saas Fee. "Ab der Hannigalp hatten wir bereits den Zielort Grächen vor Augen. Die 10:12 Stunden, die ich für die letzte Etappe benötigte, genoss ich nochmals in vollen Zügen. Für mich war der Monte-Rosa-Trail eine noch nie dagewesene Erfahrung, die ich so schnell nicht vergesse. Eigentlich nebensächlich: Insgesamt war ich 38:42 Stunden unterwegs und kam auf Platz 85 ins Ziel."

Ich musste zur Anmeldung eine Läuferbewerbung schreiben und wurde von Ultratrail-Weltmeisterin Lizzy Hawker als einer von 162 Startern aus 24 Nationen nominiert – eine große Ehre für mich.

Sigi Hierl

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