01.08.2018 - 12:43 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Enttäuscht über das Ergebnis

Der Bürgerentscheid fiel eindeutig aus: Die Neukirchener wollen keine PV-Anlage auf einem Feld bei der Osterhöhle. Wir haben mit dem Investor gesprochen, wie er mit dem Votum umgeht.

"Wenn wir sauberen Strom wollen, dann müssen wir halt auch die Anlagen dafür bauen." Investor Siegfried Schröpf kann das Votum der Bürger in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg nicht ganz nachvollziehen.

Ernüchterung nach dem Bürgerentscheid vom Sonntag: Siegfried Schröpf, Geschäftsführer der Firma Grammer Solar, zeigte sich über das Ergebnis enttäuscht. Er war es, der die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in der Nähe der Osterhöhle errichten lassen wollte. "Da ist eine Hysterie gewachsen, die ich gar nicht nachvollziehen kann", sagte der Unternehmer aus Amberg auf Nachfrage. "Ursprünglich hatte ich überhaupt nicht mit Widerstand gerechnet."

Wie berichtet haben die Neukirchener das Projekt mit einem ziemlich eindeutigen Votum abgelehnt. 470 Bürger stimmten gegen den Bau der Anlage, 310 dafür. Die Wahlbeteiligung erreichte knapp 39 Prozent. Generell spüre er bei all seinen Projekten kaum Gegenwind. "Für Photovoltaik gibt es in der Regel eine sehr hohe Akzeptanz", erklärt Schröpf. Dass es in Neukirchen zu einer Ablehnung gekommen ist, führt er in erster Linie auf Falschinformationen zurück. Besonders Fotomontagen, die "einfach irreführend" gewesen seien, nennt er als Grund.

Das Projekt ist gestorben, eine Alternative in der Umgebung gebe es bisher nicht. "Neue Standorte lassen sich nicht einfach aus dem Hut zaubern", sagt Schröpf. Allerdings arbeite sein Unternehmen parallel zu dem Vorhaben an vielen ähnlichen Projekten in ganz Deutschland. 200 Anlagen hat Grammer Solar im vergangenen Jahr gebaut - darunter eine in der Nähe von Gebenbach, die etwa vier Mal so groß ist, wie die Anlage, die bei Neukirchen geplant war. Sie wurde im Dezember 2017 in Betrieb genommen.

Schröpf hofft, dass die Akzeptanz für Sonnenenergie erhalten bleibt: "Wenn wir sauberen Strom wollen, dann müssen wir halt auch die Anlagen dafür bauen."


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