16.04.2020 - 13:50 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Gesichtstücher aus Neukirchen sehr gefragt

Die findige Mitarbeiterin eines Seniorenheims in Neukirchen wollte nicht warten, bis von öffentlicher Hand Nachschub an Gesichtsmasken organisiert wird und ergriff spontan Eigeninitiative. Petra Peuker aus Neukirchen half ihr dabei.

Petra Peuker ist Schneiderin und Dirndlfachfrau. Sie mobilisierte ehemalige Kursteilnehmerinnen und fragte im Freundes- und Bekanntenkreis nach. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich rund 25 Frauen bereiterklärt zu helfen und Gesichtstücher zu fertigen.
von Redaktion ONETZProfil

"Schutzkleidung" und "Gesichtsschutzmasken", Worte, die derzeit in aller Munde sind. Letztere hauptsächlich vor aller Munde. Schon vor Wochen hat sich auch in den Pflegeeinrichtungen im Landkreis Amberg-Sulzbach ein hoher Bedarf abgezeichnet. Die findige Mitarbeiterin eines Seniorenheims wollte nicht warten, bis von öffentlicher Hand der Nachschub organisiert wird und hat spontan Eigeninitiative ergriffen. Sie erinnerte sich daran, dass die Mutter einer Freundin eine Schneiderei betreibt und kurzerhand bei ihr angefragt, ob sie helfen könnte. Sie konnte. Besagte Schneiderin, Dirndlfachfrau Petra Peuker aus Neukirchen, mobilisierte ehemalige Kursteilnehmerinnen und fragte im Freundes- und Bekanntenkreis nach. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich rund 25 Frauen bereiterklärt zu helfen.

Aus dieser unbürokratischen Kontaktaufnahme hat sich im Gemeindegebiet Neukirchen/Etzelwang eine Nähgruppe formiert, die inzwischen fast 1000 Masken an soziale Einrichtungen im Landkreis verteilt hat, noch bevor durch die Stadt Amberg oder den Landkreis zu dieser Initiative aufgefordert worden war, heißt es.

Die einen nähten, die anderen wuschen den Stoff, schnitten ihn zu, bügelten vor, fuhren Stoff aus, sammelten Masken bei den Näherinnen ein und verteilten diese an alle Einrichtungen, die über Mundpropaganda auf die Aktion aufmerksam geworden waren und sich daraufhin bei der Gruppe gemeldet hatten.

Immer wieder war in der Presse die Diskussion zu verfolgen, ob diese selbst genähten Mund- und Nasen-Masken überhaupt schützen. Diese Frage hat auch die Nähgruppe in Neukirchen verunsichert. Wie inzwischen allseits bekannt ist, sind diese Gesichtstücher, wie die selbst genähten Masken auch korrekt genannt werden, vor allem ein Schutz davor, dass die eigenen Tröpfchen aus Mund und Nase keine Mitmenschen treffen und somit diese nicht anstecken können.

Ungeahnte Schützenhilfe bekamen die fleißigen Damen seitens der Firma Artifex aus Neukirchen, die das Zuschneiden des Stoffes mit einer Maschine übernehmen konnte, eine große Erleichterung und Zeitersparnis. Und von der Firma Carl Gross in Hersbruck, die die Aktion mit einer Materialspende unterstützte. Nicht zu vergessen, die Unterstützung, durch "Petra Peuker Dirndl": Sie hatte anfangs Dirndlstoff aus ihrem Laden kostenlos zur Verfügung gestellt, außerdem dient das Ladenlokal der Maßschneiderei als zentrale Anlaufstelle für Abholung und Lieferung. Eine Aktion dieser Größenordnung funktioniert nicht, ohne entsprechende Logistik.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neukirchen konnte man vom Landratsamt auch 30 Meter des sogenannten "Aiwanger-Stoffs" organisieren. Dieser war dafür gedacht, Einrichtungen im Gemeindegebiet zu versorgen die Bedarf an Einmalmasken haben.

Inzwischen bietet "Petra Peuker Dirndl" auch für Privatpersonen Gesichtstücher zum Verkauf an. Die Nähgruppe arbeitet jedoch parallel, unabhängig davon ehrenamtlich für die Mitarbeiter von Senioren- und Behindertenheimen, Krankenhäusern und ehrenamtlichen Helfern weiter.

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