Neunaigen meistert Sanierungsphase mit Kreativität

Die Kirchenstiftung Neunaigen stemmt ein Mammutprojekt: Seit Mai wird der Innenraum der Expositurkirche St. Vitus saniert. Bis Ende des Jahres musste für die Gläubigen eine neue Bleibe gefunden werden. Kein Problem für Thomas Kastner.

von Externer BeitragProfil

Kirchenpfleger Thomas Kastner und seine Helfer packen tatkräftig an, um die auf 680 000 Euro veranschlagte Innenrenovierung der Kirche "St. Vitus" zu unterstützen.

Die Expositurkirche in Neunaigen wurde in den Jahren 1788 bis 1790 erbaut und seit dieser Zeit immer wieder renoviert. So wurde zum Beispiel vor über 40 Jahren eine Elektroheizung eingebaut, vor 25 Jahren die Sakristei erweitert und vor 12 Jahren die Kirche außen renoviert. Dabei erhielt sie ein neues Dach.

Hier der Artikel zur Außenrevovierung

"Die letzte Innenrenovierung ist aber Jahrzehnte her. Gemälde und Wände sind ziemlich schwarz geworden. Es wurde von Seiten der Kirchenverwaltung ein Antrag auf Innensanierung gestellt", erläutert Kirchenpfleger Thomas Kastner. Im Jahr 2015 war dann „Erstbesuch“ des Bischöflichen Baureferates. Die Sanierung wurde daraufhin in die Wege geleitet. Allerdings dauerte es bis zum Frühjahr 2020, bis auch die Genehmigung der Diözese vorlag und die Aufträge an die Firmen gingen.

Was zu machen ist

Seit Anfang Mai sind die Renovierungsarbeiten in vollem Gange. Thomas Kastner – 19 Jahre im Amt – skizziert, was alles zu machen ist: Es werden bis zum Ende des Jahres die Raumschale, die Wand- und Deckengemälde gereinigt und restauriert. Dasselbe geschieht mit den Altären und Figuren. Das Scheingewölbe am Dachboden ist von Schuttmengen befreit. Die Unterkonstruktionen wurden nachgearbeitet. Im Kirchenschiff werden neue Leuchten in LED-Technik angebracht und die vorhandenen Leitungen unter Putz gelegt. Auch die Lautsprecheranlage wird gereinigt und geprüft. Für die Beheizung wird auf eine neue, sparsamere Bankheizung umgestellt. Die Orgel wurde inzwischen komplett abgebaut. Sie wird gereinigt und in leicht veränderter Form wieder aufgebaut. "Dies ist nur ein Teil der geplanten Maßnahmen", so Kastner.

Da frühestens im Oktober oder November wieder Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden kann, musste eine „Ersatzkirche“ gefunden werden. "Die alte Schulturnhalle in Neunaigen hat sich für diesen Zweck angeboten und die Marktgemeinde hat gerne für den Gottesdienst dort die Erlaubnis erteilt", berichtet Kirchenpfleger Kastner. Anfang Mai haben er und etliche freiwillige Helfer die Turnhalle für diesen Zweck umgestaltet.

Mit "Freiluft-Empore"

Herausgekommen ist ein Gottesdienstraum, der von den Besuchern sehr gut angenommen wird und der einen angemessenen und stimmungsvollen Rahmen für die Gottesdienste bietet. Es passen mit der gebotenen Abstandsregel über 30 Personen in die Turnhalle. Da jeden Sonntag deutlich mehr Gottesdienstbesucher kommen, reichen diese Plätze nicht aus. Kurzerhand wurde das Ganze um eine „Freiluft-Empore“ erweitert, indem die Fenster geöffnet werden. Ein Lautsprecher überträgt die Messe nach draußen. Aufgestellte Stühle sorgen dafür, dass auch hier die Abstände eingehalten werden. Pfarrer Markus Ertl und Pfarrer Josef Höning freuen sich über den guten Besuch. Am letzten Sonntag waren es bereits über 50 Personen, die am Sonntags-Gottesdienst teilnahmen.

Hintergrund:

Die Renovierung kostet

Auch wenn die „Ersatzkirche“ noch so schön ist, freuen sich die Neunaigener, wenn sie im Herbst wieder in die helle und renovierte Kirche umziehen können. Natürlich kostet die Renovierung sehr viel Geld. Wer diese gute Sache unterstützen und spenden möchte, kann seine Spende auf folgendes Konto einzahlen: „Kirchenrenovierung Neunaigen“, Raiffeisenbank im Naabtal eG, IBAN: DE84750691710047109806. Alle Spender erhalten eine Spendenquittung.

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