26.03.2020 - 12:34 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Alte Gärtnerei" bleibt in der Spur

Das Gelände der früheren Gärtnerei Roßkopf in Neunburg geht einer neuen Nutzung entgegen. Für die künftige Bauleitplanung mit der Ausrichtung auf die Bereiche Handel und Wohnen hat der Stadtrat weitere Weichen gestellt.

von Helga ProbstProfil

Das seit Jahren brachliegende Areal an der Neukirchener Straße soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die FEE Versorgungswerk GmbH & Co. KG als Vorhaben- und Erschließungsträger beabsichtigt, das Grundstück per qualifiziertem Bebauungsplan mit dem Schwerpunkt „Handel & Wohnen“ zu gestalten. Der Stadtrat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung, die noch vor den Ausgangsbeschränkungen stattfand, ausschließlich mit diesem Vorhaben und fasste positive Beschlüsse für den Bebauungsplan „Alte Gärtnerei – Stadtmarkt und Wohnen“.

Dieser sieht laut Planung auf dem unbebauten Areal der früheren Gärtnerei Roßkopf drei Märkte vor. Diese werden laut den Sitzungsunterlagen ebenerdig Sortimente des Nahversorgungsbedarfs (Nahrungs- und Genussmittel, Drogeriewaren) führen, sogenannte "innenstadtrelevante Angebote" bleiben außen vor. Eine Ergänzung mit Gastronomie, Marktangeboten und Flächen für Dienstleister und Büros sei möglich.

Über dem Erdgeschoss plant der Vorhabenträger die Errichtung von zirka 50 bis 60 Wohnungen in verschiedenen Größen für unterschiedliche Zielgruppen. Die Wohnfläche belaufe sich auf ungefähr 6000 Quadratmeter. Der Stadtrat hatte den Aufstellungs- und Festsetzungsbeschluss für den qualifizierten Bebauungsplan bereits im vergangenen Juli gefasst. Mittlerweile ist die erste Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung abgeschlossen. In der Sitzung behandelten die Räte eingegangene Stellungnahmen.

Julia Forster vom Ingenieurbüro Weiß und Projektkoordinator Hans Eibauer standen für Fragen und Ausführungen parat. Forster erklärte, dass die Verkehrsanbindung des Geländes durch einen Kreisverkehr nochmals geprüft worden sei. Die Anordnung am Knotenpunkt Bürgermeister-Sarg-Straße/Neukirchener Straße gestalte sich laut ihren Worten schwierig. Hier könnten die Anbindungen nicht vorschriftsgemäß ausgeführt und notwendigen Radien nicht eingehalten werden. Durch das Staatliche Bauamt werde eine Linksabbiegespur für die Staatsstraße (Neukirchener Straße) gefordert. Flächenverbrauch und Kosten sprächen gegen einen Kreisverkehr.

Trotzdem favorisierte Stadtrat Klaus Zeiser (CSU) einen Kreisverkehr. „Der Investor möchte den Grund dafür nicht hergeben, denn der fehlt dann zum Überbauen“, gab er zu verstehen. Zeisers Fraktionskollege Alexander Trinkmann war dagegen der Ansicht, dass eine Linksabbiegespur genüge. Eingereichte Stellungnahme von Monika und Maria Blendl führten zu einer Konkretisierung der Zufahrten zum Plangebiet. Es sollen zwei Zufahrten zulässig sein – für Lieferverkehr und Kundenparkplätze über die Neukirchener Straße, und für die Wohnungen über die Aschenbrennerstraßer. Knapp mit 11:9 ging die Abstimmung für zwei Discounter anstelle von einem Vollsortimenter aus.

Hintergrund:

Vorgesehener Zeitplan: Nach Abwägung und Planreife Start des Architektenwettbewerbs; Abschluss des Wettbewerbs im September 2020; Planungsauftrag an einen der Wettbewerbssieger; Einreichung der Baugenehmigungsplanung im ersten Quartal 2021; Mitte 2021 Baugenehmigung; Bauzeit etwa eineinhalb Jahre. (pko)

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