Neunburg vorm Wald
09.04.2026 - 10:46 Uhr

Auerbachtal: Vorbildliche Eigenleistung und preisgekrönte Dorferneuerung

Die Dorfgemeinschaften im Auerbachtal beweisen bürgerliches Engagement. Nicht nur der Preis für den sanierten "Aiherlhof" belegt das, auch bei Hochwasserschäden wird angepackt.

Laurenz Lorenz (rechts) und sein Nachbar Wolfgang Schart (links) stehen an der Böschung, die vom Wasser unterspült worden war und nachgegeben hatte. Der Auerbach fließt idyllisch vorbei. Doch in Zeiten der Schneeschmelze tritt er über die Ufer. Bild: Hirsch
Laurenz Lorenz (rechts) und sein Nachbar Wolfgang Schart (links) stehen an der Böschung, die vom Wasser unterspült worden war und nachgegeben hatte. Der Auerbach fließt idyllisch vorbei. Doch in Zeiten der Schneeschmelze tritt er über die Ufer.

Der Auerbach fließt im Normalfall idyllisch in seinem Bachbett durch das Auerbachtal und mündet schließlich in die Schwarzach. Bei Starkregen oder Schneeschmelze schwillt das Rinnsal aber an und tritt über die Ufer. Die Bachwiesen gleichen dann einem großen See. Beim letzten Hochwasser vor gut einem Jahr unterspülte das Wasser auch eine Böschung in Mitterauerbach. Der Hang am Anwesen Nummer acht von Laurenz Lorenz gab nach. Der pensionierte Maschinenführer einer Baufirma beseitigte mit dem Gemeinschaftsbagger der Ortschaft die Schäden in Eigenregie und füllte die Böschung auf. Inzwischen ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache gewachsen. In diesen Tagen bekam Lorenz aber Besuch vom Neunburger Bürgermeister Martin Birner, der diese „vorbildliche Eigenleistung“ nicht unbeachtet lassen wollte, sondern entsprechend würdigte.

Die Dorfgemeinschaft von Mitteraucherbach hat in der Vergangenheit schon mehrmals ihr ehrenamtliches Engagement unter Beweis gestellt und in den vergangenen Jahren den „Aiherlhof“ saniert. Die Stadt Neunburg vorm Wald hatte den Dreiseithof gekauft und mit Hilfe des Amtes für Ländliche Entwicklung zu einem Treffpunkt für die Vereine von Mitter- und Oberauerbach ausbauen lassen. Die Dorfgemeinschaft trug wesentlich zum Gelingen bei und leistete 14.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Zum Projekt gehörten das Dorfgemeinschaftshaus, das angrenzende Feuerwehrgerätehaus, ein Geräteschuppen für den Gartenbauverein, eine Scheune mit Bühne und ein Backofen. Kostenpunkt der Sanierung: 1,2 Millionen Euro.

Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Die Dorfgemeinschaft hat sich einen Mittelpunkt geschaffen, der auch überregional Anerkennung gefunden hat. Der Freistaat zeichnete den „Aiherlhof“ in Mitterauerbach mit dem bayerischen Staatspreis für gelungene Dorferneuerung und Baukultur aus.

Nach siebenjähriger Bau- und Planungszeit war das Werk vollendet. Die Dorfgemeinschaften aus Mitter- und Oberauerbach hatten aus einem alten Dreiseithof ein schmuckes neues Dorfzentrum gemacht. Als sprichwörtliches I-Tüpfelchen errichtete man am Ende auch noch einen Dorfbackofen. Die vom Amt für ländliche Entwicklung aufgelegte Broschüre zeigte den Urzustand des Hofes, auf dem ein solcher Backofen zu sehen war. An gleicher Stelle ließ der Förderverein "Aiherlhof" in kompletter Eigenregie einen neuen Backofen entstehen, der mit einem Fest eingeweiht wurde.

Mitterauerbach ist Teil einer Etappe auf dem berühmten Jakobsweg, die von Willhof nach Schwandorf führt. Das dortige Flurordnung- und Dorferneuerungsprogramm befindet sich auf der Zielgeraden. Zuletzt hatte sich die Teilnehmergemeinschaft gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung um den Wegebau gekümmert.

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