Neunburg vorm Wald
30.10.2023 - 19:01 Uhr

Beethoven widmet "Für Elise" einer Neunburgerin

Geboten ist im Neunburger Schlosssaal ein abendfüllendes Konzert mit spannenden Erzähleinlagen. Der Name der Opernsängerin Elisabeth Röckel ist für die meisten Zuhörer mit einer Überraschung verbunden.

Hans Martin Gräbner am Flügel und die Sopranistin Gesche Geier erfreuen ihr Publikum mit den „Titanen“ Beethoven und Wagner bei einem kurzweiligen Konzert- und Leseabend. Bild: lg
Hans Martin Gräbner am Flügel und die Sopranistin Gesche Geier erfreuen ihr Publikum mit den „Titanen“ Beethoven und Wagner bei einem kurzweiligen Konzert- und Leseabend.

Musik und Literatur auf höchst unterhaltsame Art präsentiert, das erlebten die Besucher am Samstagabend im Neunburger Schlosssaal, wo Hans Martin Gräbner (Klavier) und Gesche Geier (Sopran) in einem Konzert mit Lesung die besondere Beziehung von Richard Wagner und Ludwig van Beethoven zum Thema machten.

Komplettiert wurde dieser besondere Abend der Freunde der Kunst noch durch die vorzügliche Bewirtung der Gäste durch den Förderverein der Neunburger Musikschule, der dazu beitrug, dass man nach der Vorstellung den Abend noch gerne in gemütlichen Gesprächsrunden ausklingen ließ.

„War das von Beethoven oder Wagner“, fragte Hans Martin Gräbner sein Publikum nach einer ausdrucksstarken Auftaktdarbietung. Mit der geschickten Kombination von Kompositionen beider „Titanen“ hatte er seine Zuhörer vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt. Dafür wartete er dann mit einer für die meisten Besucher überraschenden Information auf, dass nämlich Beethovens weltbekanntes Klavierstück „Für Elise“ einer gebürtigen Neunburgerin gewidmet war. Die Opernsängerin Elisabeth Röckel wurde vor genau 230 Jahren in der Pfalzgrafenstadt geboren und gehörte für einige Jahre zum engsten Freundeskreis Beethovens.

Richard Wagner war bereits in jungen Jahren ein glühender Verehrer Beethovens. Ein Beleg hierfür ist auch die Novelle „Eine Pilgerfahrt zu Beethoven“, die Wagner in seiner eher erfolglosen ersten Pariser Zeit verfasste. Beim Gesprächskonzert im Schlosssaal erlebte das Publikum markante Passagen dieses Erzählwerks, glänzend vorgetragen vom Pianisten und der Sängerin, nachdem der angekündigte Rezitator Klaus Meile krankheitsbedingt hatte absagen müssen. Ein Höhepunkt der Novellenauszüge wird beim lange ersehnten Zusammentreffen Wagners mit seinem Idol in Wien deutlich, bei dem er seine eigenen Ansichten Beethoven in den Mund legt.

Zwischen den vorgetragenen Textpassagen der kurzweiligen Erzählung interpretierten die beiden Künstler sowohl Beethoven als auch Wagner-Werke, beispielsweise Wagner-Kompositionen zu Goethes Faust oder die Arie der Leonore aus Beethovens Fidelio. Nach der Pause war generell Wagner angesagt. Die Besucher erlebten das abendfüllende Konzert als beschwingten Musikgenuss, der mit spannungsgeladenen erzählerischen Einlagen garniert war.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.