Es war die Premiere einer neuen Location: Die „Songs in einer Sommernacht" erklangen im Atrium am Georgsbrunnen an der Pfarrkirche.
Es war weder zu heiß noch zu kühl, und die Stimmung war locker-entspannt, als die Gäste mit „Juni“, einem Gedicht von Erich Kästner, begrüßt wurden.Gleich danach erklang die glockenreine Stimme von Saskia Woschée, um mit "Evening Rise" den musikalischen Teil einzuläuten.
Dann waren sie auf der Bühne: die Jubilare von Contigo und ihre musikalischen Begleiter von Just One More. Schon 23 Jahre gibt es das auf Neues Geistliches Lied spezialisierte Neunburger Chorensemble, nur war es wegen Corona bisher nicht möglich, das zu feiern. Dem sechsstimmigen Satz folgte gleich ein Song von Reinhard Mey: „Ich wollte wie Orpheus singen“. Jürgen Zach, „Just One More“-Frontmann und Contigo-Chorleiter, machte kein Geheimnis daraus, wo das Vorbild für dieses Musikereignis zu verorten ist: Wer „Songs an einem Sommerabend“ im Kloster Banz einmal live erlebt hat, schwärme immer von diesem Flair.
Vor fünf Jahren holten die Contigos erstmals den Geist von Banz nach Neunburg ins Murnthal. Nicht zuletzt durch das Entgegenkommen der Pfarrei St. Josef sowie dank vielfältiger Unterstützung durch die Feuerwehr, Kolping, die Schlepper- und Motorenfreunde aus Windmais oder die Ministranten und ein klärendes Wort der Stadt Neunburg gelang dies nun ein zweites Mal.
An diesen Abend musizierten nicht viele verschiedene Künstler, die ihre Songs zum Besten gaben, sondern eine Band und ein Chor, welche die zeitlosen Songs der Liedermacher präsentierten: Cyrus Saleki (Gitarre), Georg Roidl (Bass), Andreas „Alf“ Grauvogel (Schlagzeug), Franz Prechtl (Piano), Herbert Hauser (Trompete) und Jürgen Zach (Gesang, Gitarre) sowie der Chor Contigo.
Da war Konstantin Weckers „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, Hannes Waders „Schon so lang“ und Klaus Hofmanns Lieder genauso dabei wie „In my life“ von den Beatles oder das in Oberpfälzer Mundart gesungene "Imagine". In den Texten finden sich gesellschaftskritische Ansätze und Bezüge zur Friedensbewegung der siebziger Jahre. Wirkungsvoll kontrastierte dazu Hubert von Goiserns Liebeslied „Weit weit weg“ aus dem Jahr 1992. Jürgen Zach schob augenzwinkernd nach: „Er schwärmt von Bergen und Almen, wir von Hügeln und Tälern am Fuße von Plattenberg, Warberg und Bockskirn!“
Dass deutsche und englische Texte mit „derbem“ Oberpfälzisch in diesem Freiluftkonzert glänzend harmonierten, zeigten die Zach’schen Eigenkompositionen wie „I woaß“, „Wenn da Wind waaht“ oder „Nachts im Wald“ beeindruckend. Beim „Lied für den Frieden“ wurde es sehr still und andächtig, als Herbert Hausers Trompete melancholisch das von Contigo thematisierte Thema Krieg ins Programm brachte. Die hervorragend besetzte Band begleitete die Songs in dieser Sommernacht gefühlvoll und virtuos, zeigte sich aber mit großer Spielfreude auch immer wieder von der groovigen Seite.
Mit dem englischen Traditional „Scarborough Fair“ und ein weiteres Mal mit Saskia Woschée kamen die Musiker und Sänger wieder aus der Pause. Und mit ihnen die Nacht, in der die stimmungsvolle Lichtinstallation des Atriums zur Geltung kam. Am Ende kamen die Künstler natürlich nicht von der Bühne, ohne dem lautstarken Ruf nach mehr nachzukommen. Und so setzte als ultimative Zugabe Reinhard Mey´s „Gute Nacht, Freunde!“ in den Applaus der Zuschauer ein – bis zu „…einem letzten Glas im Stehn“.













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