Hohe Nährstoffeinträge in den Eixendorfer See führen jedes Jahr zu einer Massenvermehrung von Blaualgen. Diese Algenblüten beeinträchtigen die Freizeit- und Erholungsnutzung. Ein Baustein zur Verbesserung der Wasserqualität ist das Projekt „boden:ständig“. Landwirte, Gemeinden und Behörden erarbeiten dabei Maßnahmen, um die Einträge in den See zu reduzieren.
Anfang des Jahres ergriff das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz die Initiative, um gemeinsam mit der Stadt Neunburg sowie der Landwirtschafts- und Wasserwirtschaftsverwaltung und den Landwirten im Seeumfeld Lösungsvorschläge zum Erosionsschutz und Wasserrückhalt in der Fläche zu entwickeln. Im Zuge des Projekts laufen seitdem Beratungsgespräche mit den Landwirten.
In der vergangenen Woche trafen sich auf den Feldern zwischen Nefling und Gütenland Landwirte aus dem direkten Umfeld des Eixendorfer Sees mit Fachleuten der Landwirtschaftsverwaltung, des Erzeugerrings und dem ALE Oberpfalz, um die Vorteile verschiedener Zwischenfrüchte für den Erosionschutz und die Wasserrückhaltung zu besprechen. Markus Piehler vom Amt für Landwirtschaft in Nabburg hieß dazu 50 Teilnehmer willkommen, darunter auch Schüler der Berufsschule Neunburg. Stefan Haupt vom Amt für ländliche Entwicklung stellte die Initiative „boden:ständig“ vor. Im Anschluss leiteten Sebastian Betz und Siegfried Schiessl vom Erzeugerring Oberpfalz eine Führung durch die sechs Versuchsparzellen auf den Flächen des Landwirts Alfred Bauer. Die Pflanzen binden Nährstoffe, verbessern die Bodenstruktur und reduzieren die Erodierbarkeit des Bodens. Diese Eigenschaften seien abhängig von der Sorte und der Mischung, machte Siegfried Schießl deutlich.
Mit dem Regensimulator illustrierte Eva Spießl-Mayr vom Fachzentrum Agrarökologie in Amberg die Wasseraufnahmefähigkeit von unterschiedlichen Böden nach einem Starkregen. Beim gepflügten Acker waren schnell die Poren verschlämmt, und das Wasser floss zusammen mit der Feinerde oberflächlich ab. Dagegen nahm ein mit Zwischenfrüchten bestellter Boden das Wasser gut auf und leitete es nach unten weiter. Dadurch wurde der Anteil des Oberflächenwassers deutlich reduziert und Erdmaterial von den Pflanzenstängeln zurück gehalten. Das Wasser war deutlich klarer als bei der gepflügten Variante.
Am Eixendorfer See werden seit Juni 2018 die Probleme der Blaualgenblüte an einem Runden Tisch mit Vertretern der Regierung der Oberpfalz, der Wasserwirtschaft, der Landwirtschaft, der ländlichen Entwicklung sowie der Fischerei diskutiert und konkrete Umsetzungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Eine davon ist das Projekt „boden:ständig“.
Forstwirt Jürgen Donhauser, Chef von Forst Eibenstein, stellte zusammen mit dem Wildlebensraumberater des „Fachzentrums Agrarökologie“ den neuen Wild-Wasser-Weg rund um Stockarn vor, der an elf Stationen die Verbindung von Wildlebensraum, Wildtier, Gewässerschutz und Landwirtschaft erklärt. Der Lehrpfad wird im Frühjahr 2020 begehbar sein und soll, so der Wunsch von Initiator Jürgen Donhauser, ein Netzwerk bilden mit der „Eixendorfer Seerunde“ und dem Tauben-Wiesbachtal-Wanderweg.













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