23.07.2019 - 15:28 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Auf Dialog folgt Umsetzung

Es ist ein Meilenstein in der Zusammenarbeit: Seit dem Jahr 2015 stehen zehn Kommunen der ILE-Region Schwarzach-Regen im Dialog. Mit der Unterzeichnung einer Zweckvereinbarung kann das Entwicklungskonzept nun mit Leben erfüllt werden.

Die Bürgermeister bzw. Stellvertreter der ILE-Kommunen Schwarzach-Regen unterzeichneten eine Zweckvereinbarung über die Einstellung einer ILE-Managerin. Im Bild (von links) Klaus Kores (Pösing), Herbert Bauer (Stamsried), Martin Birner (Neunburg), Walter Schauer (Thanstein), Sabrina Seebauer (Bodenwöhr), Franz Haberl (Pemfling), Alfred Wolfsteiner (Schwarzhofen), Hans Graßl (Dieterskirchen), Hans Frankl (Bruck) und Markus Dauch (Neukirchen-Balbini).
von Georg Köppl Kontakt Profil

(kö) Neunburgs Bürgermeister Martin Birner blendete am Dienstagvormittag im Rathaussaal auf den April 2015 zurück. Seinerzeit begann ein intensiver Dialog zwischen zehn Kommunen der Region Schwarzach-Regen (siehe Info-Kasten) mit dem Ziel, zur gemeinsamen Umsetzung von Projekten und zur Weiterentwicklung der Kommunen im Zug der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) zusammenzuarbeiten.

Zweckvereinbarung

Grundlage dafür ist ein gemeinsam erarbeitetes Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) mit zahlreichen Handlungsfeldern und vorskizzierten Projekten. Zur Umsetzung wird ein zunächst auf fünf Jahren befristetes ILE-Management als Vollzeitstelle installiert. Bevor die Stelle zum 1. September besetzt wird, stand nun bei einer Zusammenkunft der Bürgermeister der ILE-Kommunen im Neunburger Rathaus die Unterzeichnung einer Zweckvereinbarung an. Diese regelt die Aufgaben, die künftige Zusammenarbeit und die Kostenbeteiligung.

"Wir wollen gemeinsam noch stärker werden und haben mit dem ILE-Management nun auch gute Perspektiven", bekundete Bürgermeister Martin Birner. Die Stadt Neunburg als Leitkommune ist Arbeitgeber und Dienstsitz und der Erste Bürgermeister auch Dienstherr der designierten ILE-Managerin. Birner dankte insbesondere den beteiligten Kommunen für das bisherige gute Miteinander und den breiten Konsens sowie stellvertretend dem Geschäftsleiter der Stadt Neunburg, Georg Keil, für die Unterstützung aus den jeweiligen Verwaltungen.

Als eine Behörde, "die nah am Bürger ist", lobte Birner die Hilfestellung durch das Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth, über das das ILE-Management auch gefördert wird. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister auch auf den zehnprozentigen ILE-Bonus, der den beteiligten Kommunen bei Projekten der Dorferneuerung und der Flurneuordnung zugute kommt. Als Start-Projekt nannte Martin Birner die Themen Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, die Digitalisierung, Weiterführung der Dorf- und Flurneuordnung, ein Kernwegenetz, den Unterhalt der Gewässer 3. Ordnung, Zusammenarbeit von Verwaltungen /Behörden oder auch den Fachkräftemangel. Einig waren sich die Bürgermeister, dass ein professionelles Management als Vollzeitstelle unabdingbar ist, da die eigenen Verwaltung bei der Umsetzung von Projekten schnell an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Großer Konsens

Bürgermeister Hans Frankl (Bruck) nannte das Gemeinschaftshaus, das über dieses Programm bereits gefördert wird, und die Kollegen Herbert Bauer (Stamsried) und Klaus Kores (Pösing) beschworen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit beispielsweise bei der Wiederbelebung der Dorfkerne oder der Versorgung der älteren Bevölkerung. "Die Kompetenzen in einer Person zu bündeln und dabei auch Synergien zu nutzen", das ist für die Bürgermeister Franz Haberl (Pemfling) und Sabrina Seebauer (Bodenwöhr) ein weiterer wichtiger Aspekt.

Hans Graßl (Dieterskirchen) sieht in dem großen Verbund auch mehr Schlagkraft, zumal viele Dinge gebe, die eine Kommune allein gar nicht bewältigen könne. Walter Schauer (Thanstein) sprach ebenfalls von einem Meilenstein und freut sich, dass das erarbeitete Konzept nun mit Leben erfüllt werden kann. "Eine zukunftsträchtige Entscheidung, bei den vielen Handlungsfeldern gibt es genügend zu tun", kommentierte Markus Dauch (Neukirchen-Balbini) und Alfred Wolfsteiner (Schwarzhofen) zeigte sich überzeugt, dass Maßnahmen nun schneller und effektiver umgesetzt werden können.

Allianz aus zehn Kommunen:

In der ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) Schwarzach-Regen haben sich zehn Kommunen zur interkommunalen Zusammenarbeit zusammengeschlossen. Dies sind die Stadt Neunburg vorm Wald, Gemeinde Bodenwöhr, Markt Bruck, Gemeinde Dieterskirchen, Markt Neukirchen-Balbini, Markt Schwarzhofen und Gemeinde Thanstein aus dem Landkreis Schwandorf sowie Gemeinde Pemfling, Gemeinde Pösing und Markt Stamsried aus dem Landkreis Cham. In dem Gebiet wohnen rund 30 000 Einwohner. (kö)

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