15.05.2019 - 14:18 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Dörfer werden digital

Die Chancen der Digitalisierung für den ländlichen Raum werden bei einem Vortrag der Akademie Ostbayern-Böhmen aufgezeigt.Gefragt sind Lösungen aus einem Guss.

Der Vorsitzende der Akademie Ostbayern-Böhmen, Josef Schönhammer, und Programmkoordinator Hans Fischer bedankten sich bei der Referentin, Diplom-Informatikerin Gudrun Fischer, für den kompetenten Vortrag über „Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum“.
von Udo WeißProfil

Die Chancen der Digitalisierung für den ländlichen Raum werden bei einem Vortrag der Akademie Ostbayern-Böhmen aufgezeigt.Gefragt sind Lösungen aus einem Guss.

Zum Vortrag "Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum" begrüßte der Vorsitzende der Akademie Ostbayern-Böhmen, Josef Schönhammer, die Referentin, Diplom-Informatikerin Gudrun Fischer. Zu den Gästen in der Schwarzachtalhalle gehörten Bürgermeister Martin Birner, zweiter Bürgermeisterin Margit Reichl, Bürgermeister Johann Graßl sowie Stadträte und Vertreter des Rotary-Clubs Oberpfälzer Wald/Oberviechtach. Das Projekt "Digitales Dorf" als Modell zur Digitalisierung in den Kommunen stellte Gudrun Fischer vor, die dieses Projekt am Technologiecampus Grafenau der TU Deggendorf leitet. Sie malte ein Bild der Zukunft: "Stellen Sie sich vor, der digitale Assistent weckt Sie, dann serviert er Ihnen ein Frühstück aus dem 3D-Drucker. Ihr autonom fahrendes Auto bringt Sie ins Büro. Abends fährt es Sie ins Theater, die Karten hat der digitale Assistent für Sie bestellt." Darin zeigten sich schon Fluch und Segen der Digitalisierung, "wenn das Frühstück scheußlich geschmeckt hat und die Theateraufführung langweilig war."

Die digitale Evolution sei in vollem Gange, auch wenn sich Menschen mit Veränderungen schwer tun, so die Referentin. Das sei bei Erfindungen wie Elektrizität, Telefon und Eisenbahn auch in der Vergangenheit nicht anders gewesen. "Wir nutzen Digitalisierung heute schon selbstverständlich", sagte sie, nannte Roboter in der Produktion oder auf dem Rasen, Smartphone, Navigationsgeräte oder Online-Einkäufe als Beispiele. Herausforderungen im ländlichen Raum wie demografischer Wandel, Strukturschwäche, eingeschränktes Betreuungs- und Ausbildungsangebot oder der Rückzug von Dienstleistern könnten durch die Digitalisierung bewältigt werden, um gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen.

Als Leitsätze gelten für die Referentin die Ausrichtung am Bedarf der Bürger sowie an Alltagsproblemen, gefragt seien Lösungen "aus einem Guss". Das Leben auf dem Land mit Hilfe digitaler Programme oder Apps noch lebenswerter und bequemer zu gestalten, ist die Zielsetzung. "Dahoam 4.0" heißt das Portal, das alle Lebensbereiche verbindet, von Wohnen und Arbeiten über Pflege, Medizin und Dienste bis zu Mobilität und Energie.

"Mit dem Dahoam-Portal bieten wir eine digitale Informations- und Austauschplattform zwischen den Bürgern, zwischen Gemeinden und ihren Bürgern. Es rückt das ,digitale Dorf'' zum Greifen nah - nur noch einen Klick entfernt", wirbt die Broschüre "Dahoam 4.0". Die Entwicklung und Erprobung sinnvoller digitaler Anwendungen und Lösungen in allen Lebensbereichen geschieht zusammen mit Bürgern in Pilotprojekten (www.dahoamviernull.de) Nächster Termin der Akademie ist am Donnerstag, 6. Juni jum 13 Uhr eine Exkursion nach Falkenberg unter dem Titel "Digitale Spitzentechnik im ländlichen Raum".

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