10.02.2019 - 11:15 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Duschgel bis "Sex-Trump"

Eigentlich hätten die Zuschauer den doppelten Eintritt bezahlen müssen. Und zwar für die Prominenz, die Chris Boettcher in der Schwarzachtalhalle parodierte. Die Gäste erlebten ein Feuerwerk aus Comedy, Kabarett und viel Musik.

Gut zwei Stunden lang begeisterte Chris Boettcher die Gäste in der Schwarzachtalhalle mit schnellen Pointen und treffenden Parodien.
von Udo WeißProfil

"Zwei Jahre war ich nicht da, schon habt's ihr an Kik und Rewe", stellte Chris Boettcher gleich zu Beginn seines Auftritts in Neunburg fest. Nach der Einstimmung mit Lokalkolorit begab er sich auf die Bühnen der großen weiten Welt und enterte zunächst beim neuen Traumschiff-Kapitän Florian Silbereisen: "Hat der überhaupt an Führerschein?" Den "Skandal um Ribéry", der von Lorenz Chips nur die "Gold-Chips" esse, stimmte er musikalisch an.

Hitparade der Staatschefs

"Darf man überhaupt noch ins Stadtzentrum von Neunburg reinfahren?", fragte er zum Dieselskandal nach. Doch England habe ganz andere Probleme: "Im Wagen vor mir sitzt Prinz Philip", sang er und spielte dazu auf seinem E-Piano mit Kuhfell. Sein Tipp: Die Staatschefs sollten sich bei ihren Treffen "schön saufen" und Wiesen-Hits präsentieren. Beispiele dafür lieferte der sympathische Dauerquassler im Schnellschuss-Modus: Trump singt "Sex-Trump" und Orban "Ein Zaun, der meinen Namen trägt". Franz Beckenbauer ist sich sicher "Gute Freunde, die kann man kaufen" und schließlich die "Fifa Korrupta". Blitzschnell wechselte der Comedian die Stimme und brachte neben Politikern wie Merkel, Aiwanger und Erdogan auch Rockmusiker auf die Bühne. Dabei versetzte er sich genial in deren Eigenheiten hinein. Die "knödlige" Stimme von Herbert Grönemeyer brachte das Publikum ebenso zum Lachen, wie der Wunsch Peter Maffays, seine Harley ohne Stützräder fahren zu wollen. Natürlich wurden auch die "hochwissenschaftlichen" Fernsehsendungen wie "Shopping Queen" zerpflückt und einer nicht ganz ernsten Sinnfrage unterzogen.

Jogi Löw und "Loddar"

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends galt natürlich dem Fußball. Ob Olli Kahns Lied, "Immer dieser Druck", oder Telefonsex mit "Kalle" Calmund, Jogi Löw und "Loddar" - das Publikum bog sich vor Lachen. Für Werbesongs wie "I sing a Lidl für dich, Zara" und "Aldi andern sind nur nen Penny wert" gab es ebenso großen Beifall, wie für Böttchers Werbeblock "Liebe im Duschregal", bei dem er die Duschgels "Gefühlsrausch", "Glücksmomente" und "Lebensfreude" vorstellte. Auch das "Spa-Erlebnis" von feuchtem Toilettenpapier wurde witzig hinterfragt.

Dazwischen trug er Gedichte wie "Kuschelparties" in Hochdeutsch vor und förderte mit "hochwissenschaftlichem Ausdruck" nur allzu Menschliches zutage. Gegen Ende des witzigen Abends durften natürlich seine Hits "In der Pubertät" und "Bockfotzngsicht" nicht fehlen. Mit einer Parodie auf Howard Carpendale ("Isch liebe disch") und Hansi Hinterseer ("Der trägt die Perücken von Carmen Nebel auf") sowie dem Lied "Justav, rutsch mal rüber" endete eine grandiose Show. Die Zuschauer spendeten dem Künstler tosendem Applaus. Anschließend schrieb Chris Boettcher im Foyer viele Autogramme und stand für Gespräche mit seinen Fans zur Verfügung.

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