Neunburg vorm Wald
22.10.2026 - 16:43 Uhr

Eixendorfer See mit klarem Wasser, aber niedrigem Wasserstand

Der Eixendorfer See im Landkreis Schwandorf zeigt sich im Jubiläumsjahr von zwei Seiten: klares Wasser und niedriger Wasserstand. Der Runde Tisch thematisiert die Auswirkungen des Klimawandels.

Der Eixendorfer See im Landkreis Schwandorf zeigt sich im Jubiläumsjahr von zwei Seiten: klares Wasser und niedriger Wasserstand. Der Runde Tisch thematisiert die Auswirkungen des Klimawandels. Bild: Kreis Schwandorf
Der Eixendorfer See im Landkreis Schwandorf zeigt sich im Jubiläumsjahr von zwei Seiten: klares Wasser und niedriger Wasserstand. Der Runde Tisch thematisiert die Auswirkungen des Klimawandels.

Im Jubiläumsjahr des Eixendorfer Sees, der 50 Jahre alt wird, hat sich der See von zwei Seiten gezeigt: klares Wasser und ein ungewöhnlich niedriger Wasserstand. Diese Themen standen im Mittelpunkt des diesjährigen „Runden Tisches Eixendorfer See“, zu dem die Regierung der Oberpfalz eingeladen hatte. Darüber informieren die Veranstalter in einer Pressemitteilung. Mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Behörden, Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz kamen in die Schwarzachtalhalle nach Neunburg vorm Wald, um sich auszutauschen.

„Das Jahr 2026 war mit dem 50-jährigen Jubiläum des Sees und der Inbetriebnahme des Entnahmeturms sehr ereignisreich“, sagte Horst Schmid, Leiter des Umweltbereichs der Regierung der Oberpfalz.

Außergewöhnliche Hitze

Die außergewöhnliche Hitze und anhaltende Trockenheit stellten den Betrieb des Eixendorfer Sees in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnungen waren derart lange Trocken- und Hitzeperioden im Sommer in dieser Ausprägung nicht zu beobachten. Laut Pressemitteilung zeigte sich einmal mehr, wie wichtig die Talsperre für die Region ist: Sie schütze nicht nur vor Hochwasser, sondern sorge in niederschlagsarmen Zeiten auch dafür, dass die Schwarzach und die Naab unterhalb des Sees ausreichend Wasser führen.

Harald Klatzka, Zweiter Bürgermeister von Neunburg vorm Wald, zeigte sich hoch erfreut, dass der Eixendorfer See bis in die erste Augusthälfte noch nie so klar und algenfrei gewesen sei wie in diesem Jahr. Er führte das auf den Betrieb des Entnahmeturms zurück, verwies aber auch auf die ausstehenden Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, die die Zusammenhänge genauer untersuchen werde.

Entnahmeturm und Wasserqualität

Die Vertreter der Wasserwirtschaft und der für das Monitoring des Sees beauftragten Büros zeigten anhand von Messwerten auf, dass der neue Entnahmeturm wirkt: Durch die Entnahme von Wasser aus den oberen Schichten konnte sich im See eine stabile Temperaturschichtung bilden. Gleichzeitig machte die anhaltende Trockenheit eine verstärkte Wasserabgabe notwendig, um die Wasserführung der Schwarzach unterhalb des Sees zu verbessern. Dadurch sank der Wasserspiegel im Laufe des Sommers um mehr als fünf Meter. Inzwischen ist sogar die alte Straße des versunkenen Dorfes Eixendorf wieder sichtbar. Solche Entwicklungen könnten laut Pressemitteilung durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten.

Die Funktionsweise des Entnahmeturms, aber auch die ausbleibenden Regenereignisse im Sommerhalbjahr hätten letztendlich zu einer stabilen Temperaturschichtung des Sees geführt, erläuterte Christian Götz vom Wasserwirtschaftsamt Weiden. Trotz dieser günstigen Bedingungen traten Ende August wieder Blaualgen auf.

Dr. Stefan Kremb vom Bereich Landwirtschaft an der Regierung der Oberpfalz berichtete, wie weit die Trockenheit inzwischen in die Böden reiche. 2026 habe es dabei keine sommerlichen Starkniederschläge mit nennenswerten Erosions- und Nährstoffeinträgen in den See gegeben.

Drei Tonnen Weißfisch

Der Fischereiverein Neunburg konnte laut Reinhard Wallitscheck trotz Hitze das Entnahmeziel von gut drei Tonnen Weißfisch zur Verbesserung der Gewässerqualität des Sees nahezu erreichen. Darüber hinaus engagierte sich die Fischerjugend zusammen mit weiteren Vereinsmitgliedern für den Schutz der Muscheln. Sie sammelten diese aus Uferbereichen, bevor sie durch den sinkenden Wasserspiegel bedroht worden wären.

Im Schlusswort betonte Horst Schmid, dass der erstmalig so klare und ansprechende See ermutigend sei. „Es wäre aber verfrüht dies angesichts der Besonderheiten des Jahres 2026 schon jetzt alleine dem Betrieb des Entnahmeturms zuzuweisen. Auch andere Gewässer zeigten sich heuer klar und sauber“.

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