Neunburg vorm Wald
24.03.2024 - 12:14 Uhr
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Elke Reinharts oberstes Ziel in Neunburg: Migranten in den Arbeitsmarkt vermitteln

"Der Ausländeranteil in Neunburg beträgt 15 Prozent." Was hinter der nüchternen Zahl steckt, skizziert die Integrationsbeauftragte Elke Reinhart den Neunburger Stadträten.

In der Stadtratssitzung berichtete Integrationsbeauftragte Elke Reinhart, wie mit dem Thema Integration in Neunburg im Alltag umgegangen wird. "Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Vermittlung der Migranten in den Arbeitsmarkt", so Reinhart, die in Teilzeit arbeitet, aber "rund um die Uhr anzusprechen ist".

Jeden Donnerstag bietet sie eine Beratung im Rathaus an, bei Bedarf öfters, und auch telefonisch. Ihr Aufgabenspektrum reicht von Gesprächen mit Arbeitgebern über Integrationsveranstaltungen mit Familien bis zur Lösung von Konflikten, Unfällen oder anderen Problemen, die oft abends oder am Wochenende auftreten.

Treffen "Vielfalt erleben"

Reinhart steht ständig im Austausch mit den 40 Ehrenamtlichen, die ihrer Aussage nach den "Hauptjob" der Integrationsarbeit leisten. "Sie helfen bei der Wohnungssuche, renovieren mit den Geflüchteten deren Unterkünfte, bieten Unterstützung an bei allen täglichen Anforderungen, machen Fahrdienste, helfen bei Formularen und rechtlichen Fragen, gehen mit schulpflichtigen Kindern zur Schulanmeldung und vermitteln die deutsche Sprache in Kursen", zählte sie auf.

In vielfältigen Aktionen und Projekten fördert die Integrationsbeauftragte das Zusammenkommen von deutschen und ausländischen Mitbewohnern. Unter dem Motto "Vielfalt erleben" findet am 29. Juni das dritte Treffen im Klostergarten in Neunburg statt, wozu die gesamte Bevölkerung eingeladen ist. Fortbildungen, Forschungsprojekte, Vorträge an Schulen, Podcasts, der Laden Emma, Weihnachts- und Schulanfangsaktion von Round Table und der Firma Irlbacher – immer ist Elke Reinhart vor Ort, berät, informiert und organisiert.

Deutsch- und Mütterkurse

Ein großes Engagement stellen die Deutschkurse dar, die mehrmals pro Woche in der Fronfeste stattfinden und von "Integration SAD" finanziert werden. Beim Mütterkurs werden auch die Kinder von migrierten Familien betreut. Sie basteln, spielen und lernen in Liedern und Reimen erste deutsche Wörter und haben in der Gemeinschaft viel Spaß. "Vielen Dank für das riesengroße Engagement für unsere Stadt und die Menschen aus anderen Ländern", würdigte Bürgermeister Martin Birner den Einsatz von Elke Reinhart.

Angaben zur Sicherheit in Neunburg machte der Leiter der Polizeiinspektion Neunburg, Markus Schmitt. Sein Fazit: "Sie können jederzeit beruhigt durch den Stadtpark gehen."

In der Sitzung wurde auch eine Resolution der Stadträte für Demokratie und Toleranz verabschiedet. "Toleranz, Demokratie und die Achtung der Menschenwürde müssen als zentrale Werte gestärkt werden, jede Form von Extremismus, Gewalt und Menschenverachtung ist nicht gewünscht", so die Resolution, die von jedem Stadtrat unterschrieben wurde.

Kiffen verboten

Auf Antrag der Freien Wähler wurde beschlossen, dass der ab 1. April erlaubte Konsum von Cannabis in öffentlichen Grünflächen in Neunburg untersagt wird.

Realsteuern erhöht

Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt werden die Grundsteuern und die Gewerbesteuer erhöht: Grundsteuer A 360 v. H. (vorher 310 v.H.), Grundsteuer B 360 v. H. (330 v.H.) und Gewerbesteuer 360 v.H. (320 v.H.) Sie liegen nun im Durchschnitt der Werte im Landkreis Schwandorf.

Jörg Maderer, der als Förster den Stadtwald und den Spitalwald betreut, zeigte in seinem Vortrag die Auswirkungen des Klimawandels auf Monokulturen wie Fichte auf und nannte als Alternative den Umbau in einen Mischwald. Dies wird in den Wäldern bereits umgesetzt. Die Stadträten bekräftigten das in einem Grundsatzbeschluss.

Hintergrund:

66 Nationen in Neunburg

  • Einwohner: 8838
  • Ausländeranteil: 1320 Personen aus 66 Nationen.
  • Ursache: Hauptbeweggrund Zuzug in den Arbeitsmarkt, Fluchthintergrund nur zu 20 bis 25 Prozent Grund für die Migration
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