10.06.2021 - 16:14 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Für den Neunburger Kunstverein ist die Zwangspause vorbei

Ein halbes Jahr hat die Corona-Pandemie den Neunburger Kunstverein Unverdorben ausgebremst. Mit den Kunst-Kultur-Tagen des Kreisjugendrings kehrt nun wieder Leben im neuen Kunstquartier ein. Im Mittelpunkt: Kunst im Großstadt-Stil.

Tanja und Valentin Lennert (von rechts) leiteten die Teilnehmer beim Workshop des Kreisjugendrings an.
von Externer BeitragProfil

„Wer Lust hat, sich an Kunst im Großstadt-Stil auszuprobieren, ist hier an der richtigen Adresse“: Mit diesen Worten animierte der Kreisjugendring (KJR) Schwandorf zur Teilnahme am Jugendworkshop „Kreatives Malen“ in der Neunburger Fronfeste.

Für die Organisation und Realisierung vor Ort zeichnete als Kooperationspartner der Kunstverein Unverdorben verantwortlich. Nach rund einem halben Jahr Corona-Zwangspause kehrt damit wieder Leben ins neue Kunstquartier, Im Berg 17, ein. Als Leitmotiv der Kunst-Kultur-Tage im Landkreis hatte der KJR auf Nachhaltigkeit gesetzt und daran die Fragestellung geknüpft: Nachhaltigkeit und Kunst – wie passt das zusammen? Die Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit dem Thema funktioniert laut Kreisjugendring am einfachsten über die Kunst: Sie biete eine Spielwiese, um mögliche nachhaltige Lebens- und Verhaltensweisen aktiv, schöpferisch und mit viel Fantasie in Erfahrung zu bringen.

Sich aktiv mit ihrer Vision einer lebenswerten Zukunft auseinanderzusetzen, lautete die Aufforderung an alle Interessenten am „Jugendworkshop 3“ in der Pfalzgrafenstadt. Zielgruppe für das „Kreative Malen“ waren 12- bis 19-Jährige. Die Teilnehmer sollten im Graffiti-Style zum Thema Nachhaltigkeit eine Botschaft gestalten. „Dazu brauchen wir aber keine Spraydosen“, stellte gleich eingangs des Nachmittags Kursleiterin Tanja Lennert heraus. Mauern und Wände farbig zu besprühen, entspräche wohl kaum dem Nachhaltigkeits-Ideal. So griffen die anwesenden „Graffiti-Teenies“ zu Pinseln aller Größenordnungen und tauchten diese in ein breites Spektrum von Acrylfarben, um damit blanke Leinwände zu bearbeiten.

„Graffiti“ steht für ein modernes Genre der bildenden Kunst: ein Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen gelangen.

Beim Neunburger Workshop stand den Jugendlichen mit Valentin Lennert ein Kenner und Könner des Genres mit Rat und Tat beiseite. Eingangs vermittelte er eine Reihe praktischer Tipps. Zum Beispiel, wie man Buchstaben einen 3D-Effekt verleihen kann. Zuerst war den Junioren die Aufgabe gestellt, sich auf einen individuellen Claim oder Spruch festzulegen. Während Linda (14) einen auf der Schautafel fixierten Vorschlag aufgriff – Eco not Ego – wandelte ihre Cousine Sarah (14) einen anderen Musterspruch nach ihrem Gutdünken ab und aus „Go green“ wurde bei ihr "Think Green". Nur Marco (12) kreierte ein eigenes Motto: No school – Go cool.

Die Slogans galt es danach mit Bleistift zu skizzieren, also das kantige Grundgerüst des jeweiligen Buchstabens – ein Graffiti-Letter besteht aus Balken oder Kästen – mit einfachen Strichen zu Papier zu bringen. Anschließend konnte das konzipierte Werk auf Leinwand übertragen, ausgemalt und noch mit kleineren Details angereichert werden.

Kunst geht auf die Straße: Bericht über die Eröffnung des Neunburger Kunstherbstes im Jahr 2020

Die Kreativität kannte keine Grenzen.
Die Teilnehmer und Leiter des Workshops mit Kunstvereins-Vorsitzendem Peter Wunder (vorne, links).

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