12.08.2019 - 15:50 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Großes Kino des Lebens

Nach fünf Filmen an fünf Tagen klingt der Neunburger Kinosommer auf eine besondere Art und Weise aus: Die Gemeinde auf der voll besetzten Tribüne erlebt einen Gottesdienst, der lange nachwirken wird.

Ein bewegender Moment des Gottesdienstes zum Abschluss des Kinosommers: Viele Kinder schicken symbolisch die Wünsche zum Himmel.
von Udo WeißProfil

Ein lauer Sommerabend, eine exquisite Band, tiefgehende Texte und publikumswirksame Filmausschnitte: Mit diesen Zutaten hat sich der erste Kino-Gottesdienst im Burghof das Prädikat "besonders wertvoll" und die eine "Oscar-Nominierung" verdient. "In Cannes, Berlin, Venedig, da finden große Filmfestspiele statt, da läuft großes Kino", begrüßte Pfarrer Stefan Wagner die vielen Besucher, "aber in Neunburg gibt es normalerweise kein Kino mehr." Trotzdem gebe es auch hier "großes Kino" mit Freude, Emotionen, Enttäuschungen, Leid und allem, was das Leben betrifft. "Fülle dein Leben" titelte der Kino-Gottesdienst zu später Stunde bei Anbruch der Dunkelheit.

"Ich wünsche Ihnen einen spannenden, ungewöhnlichen, neuen, aber doch tiefgehenden Gottesdienst." Damit hatte Pfarrer Stefan Wagner nicht zu viel versprochen. Vom ersten Augenblick an war das Publikum auf der voll besetzten Tribüne im Burghof gespannt auf den Wortgottesdienst, der mit Filmsequenzen aus einem Eberhofer-Film unterlegt wurde. Jugendliche stellten Franz Eberhofer mit all seinen Ecken und Kanten, aber auch mit seinen guten Seiten vor. Er sei ein Paradebeispiel für die Menschen, die sich nach Glück, Liebe und einem Leben in Fülle sehnen. Dass dies jedoch nicht immer so leicht zu erreichen ist, wurde in den Filmsequenzen deutlich, als sich Eberhofers Vater die Zehen abhackt oder die Oma im Polizeiauto schläft und die Türe nicht mehr aufmacht. "Wer kennt das nicht, Ärger von früh bis spät?", fragten die Jugendlichen und trugen einen Psalm vor. "Ärger, Hektik, Termine, Stress, kennen wir das nicht alle?", fragte Pfarrer Wagner in der Predigt, "das Leben ist prall gefüllt, aber ist es automatisch auch ein erfülltes Leben?"

Bewegender Moment

Diesen Impuls verdeutlichte der Geistliche. Gott halte ein Stück "Leben in Fülle" für jeden Menschen bereit, dies können ein gutes Wort, Freunde, ein nettes Erlebnis oder eine positive Erfahrung sein. Diese Sehnsucht der Menschen habe auch Eberhofer im Film gezeigt. Ein bewegender Moment des Gottesdienstes war es, als die vielen Kinder eingeladen wurden, ein Körnchen Weihrauch in den Weihrauchkessel zu legen und so symbolisch die Sehnsüchte zum Himmel zu schicken. Die Fürbitten, in denen die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit, Liebe, Geborgenheit und Gesundheit zur Sprache kam, wurden von "Jürgen Zach&Friends" mit dem Lied "Lord hear my Prayer" begleitet.

Die Band mit ihrer bemerkenswerten Sängerin und exzellenten Musikern akzentuierte das Thema des Gottesdienstes mit passenden, tiefgehenden Liedern wie "Lasst uns Neues wagen", "Wer glaubt ist nie allein", "Genug ist genug" und "Mit Maria lasst uns preisen unseren Gott" und rundete den besonderen Gottesdienst ab.

Langer Applaus

Vor dem Schluss-Segen bedankte sich Pfarrer Wagner bei Wolfgang Gräßl für die Technik, beim Festspielverein, Peter Schmid und Helmut Hartinger sowie der Band und den Jugendlichen. Auch wenn ihm die Jugendlichen als Ideengeber und treibende Kraft den Dank aussprachen, legte Wagner großen Wert darauf, dass dieser Abend ein Gemeinschaftswerk vieler war. Nach dem Lied "Lasst uns zieh'n zu den Quellen des Lebens" gab es langanhaltenden Applaus für den Kino-Gottesdienst.

Auch Bürgermeister Martin Birner sitzt unter den vielen Gläubigen und erlebt einen beeindruckenden Gottesdienst.
Hintergrund :

Kinosommer ein Besuchermagnet

Der Kino-Gottesdienst bildete den Abschluss des Kinosommers, bei dem an sechs Abenden im Burghof hochkarätige Filme gezeigt wurden. Wie die Initiatoren Peter Schmid und Helmut Hartinger feststellten, sind die Filme sehr gut angenommen worden. Die Tribüne war – auch wenn das Wetter teilweise durchwachsen war – fast vollständig gefüllt. Die Idee zu dem Kino-Gottesdienst kam von Gerhard Pöpperl, Pfarrer in Regensburg und Direktor der Fachstelle Berufungspastoral der Diözese Regensburg. Diese Idee wurde von Pfarrer Wagner und der Pfarrei, dem Vorstand des BDKJ Kreisverbandes und der Arge Jugend gerne aufgegriffen und gelungen umgesetzt.

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