06.10.2021 - 13:17 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Hinreißendes Beethoven-Erlebnis in der Schwarzachtalhalle

Der slowakische Geiger Milan Pal’a brillierte als Solist des Beethoven-Violinkonzerts, begleistet von den Königgrätzer Philharmonikern unter Dirigent Andreas Sebastian Weiser. r
von Externer BeitragProfil

Für einen Höhepunkt im Neunburger Kunstherbst sorgte das Gastkonzert der Filharmonie Hradec Králové (Königgrätz) mit einem reinen Beethoven-Programm in der Schwarzachtalhalle. Rund 200 Klassik-Fans aus der Region feierte das Orchester und den Solisten Milan Pal’a (Violine) mit langem Schlussapplaus. „Sie haben es alle gehört, der Kunstverein spielt jetzt in einer anderen Liga!“ Mit diesem sportiven Vergleich hatte der Vorsitzende des Kunstvereins Unverdorben, Peter Wunder, noch in den tosenden Beifallsorkan hinein, das soeben verklungene Beethoven-Konzert belegt, und er hatte nicht zu hoch gegriffen. „Das war ein wunderbarer Abend“, hörte man Gäste der Klassik-Gala 21 auf dem Nachhauseweg schwärmen. Immer noch hingerissen von einem Klangerlebnis als Resultat bestechend präziser Orchesterarbeit und genuiner böhmischer Musizierfreude.

Dirigent Andreas Sebastian Weiser spornte die Königgrätzer Philharmoniker in Beethovens Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92 zu einer nahe an Perfektion grenzenden Ensembleleistung an: Streicher und Holzbläser bereiten schon in den Eingangstakten „poco sostenuto“ den Boden für das rhythmische Spektakel, welches im Allegretto phasenweise abbremst und im furios dahinwirbelnden Presto nun auch die Blechbläser mächtig auftrumpfen lässt. „Con brio“ mündet der Finalsatz in eine überschäumende, mitreißende Tanz-Ekstase.

Spontane Bravo-Rufe auch nach der leidenschaftlichen Interpretation des einzigen Beethoven-Violinkonzerts D-Dur op. 61 durch den „slowakischen Paganini“ Milan Pal’a. Die Parforcejagden in den Kadenzen von Guillou und Pal’a mit spieltechnisch horrenden Schwierigkeitsgraden gerieten sowohl für den Solisten als auch fürs Instrument buchstäblich zur Zerreißprobe.

Nach langer Corona-Pause hat sich die „Klassik-Hochburg“ eindrucksvoll zurückgemeldet. Alle freuen sich jetzt auf das Neunburger Neujahrskonzert am Samstag, 15. Januar, 18 Uhr, mit Gesangsolisten und der Vogtland-Philharmonie in der Schwarzachtalhalle.

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