Neunburg vorm Wald
19.05.2022 - 17:03 Uhr

Aus Holzkiste befreiter Puma mag nicht aus München wegziehen

Für den Polizisten war es ein eindrückliches Erlebnis, als er vor sechs Wochen bei einer Autokontrolle in einer Kiste einen knurrenden Puma entdeckte. Wochenlang aufgepäppelt, sollte das Tier nun ein dauerhaftes Zuhause kommen. Doch Pele weigerte sich.

Puma Pele streift durch seinen Gehege. Bild: Matthias Balk/dpa
Puma Pele streift durch seinen Gehege.

Der Puma, der im März aus einer Holzkiste im Auto befreit wurde, hat bei seinem geplanten Umzug nach Österreich nicht mitgespielt. „Pele macht uns einen Strich durch die Rechnung, weil er nicht in die Transportkiste geht“, sagte der Leiter der Münchner Auffangstation für Reptilien, Markus Baur, am Donnerstag. Stundenlang versuchte das Team, das Tier in die Box zu locken. Doch am Ende wurden die Bemühungen abgebrochen.

„Die Schwierigkeit ist, dass so ein Tier seinen eigenen Kopf hat“, erläuterte Baur. Zwar habe das Team der Reptilienstation, wo das vor rund sechs Wochen mutmaßlich auf einer Schmuggelfahrt von der Polizei in der Oberpfalz entdeckte Männchen aufgepäppelt wurde, vorher mit dem Tier und einer anderen Box geübt. „Doch die Kiste für den eigentlichen Transport riecht anders, ist kleiner“, schilderte Baur.

Als der Puma beim Zumachen der Kiste eine Berührung am Schwanz spürte, sei er sofort wieder rausgesprungen und habe keine Pfote mehr hineingesetzt. Das Team hätte Pele deshalb betäuben müssen, entschied sich aber aus Tierschutzgründen letztlich dagegen. „Die sind ja wie besoffen, wenn die aus der Narkose kommen, und dann noch stundenlang bei der Wärme Auto fahren, fanden wir nicht gut“, erzählte Baur.

Es werde deshalb in den nächsten Wochen einen zweiten Anlauf geben, den Puma an seinen neuen Standort in der Tierwelt Herberstein in Stubenberg am See in der österreichischen Steiermark umzusiedeln. In dem Zoo wartet in einer großen, naturnahen Anlage ein Puma-Weibchen auf ihn. Damit die Dame nicht noch einmal versetzt wird, wird das Team mit Pele weiter trainieren - diesmal mit der dann zum Einsatz kommenden Transportbox.

© dpa-infocom, dpa:220519-99-355011/2

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