25.06.2019 - 16:20 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Hussenkrieger" sind auf der Zielgeraden zur Premiere

Zum 37. Mal hält in Neunburg der Festspielsommer Einzug. Ab 26. Juni rüstet das "Hussenkrieg"-Ensemble zum Proben-Endspurt. Und wenn sie das Theaterfieber packt, lassen sich die Mitwirkenden auch nicht von lädierten Kreuzbändern aufhalten.

Das "Hussenkrieg"-Ensemble geht in den Proben-Endspurt für die 37. Festspielsaison. Mittlerweile wird schon im vollen Kostüm "geübt". In dieser Szene bringt der verwundete "Handler Kellner" die Botschaft vom Hussitenüberfall in die Sitzung des Stadt-Magistrats.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Die szenischen Vorbereitungen für die 37. Spielzeit des Festspiels "Vom Hussenkrieg" laufen seit dem zweiten Mai-Wochenende. Für die Inszenierung zeichnet im zweiten Jahr Regisseur Cornelius Gohlke verantwortlich. "Die Proben liefen bisher sehr gut", berichtet er gegenüber Oberpfalz-Medien, die Mitwirkenden seien alle erfreulich gut vorbereitet gewesen. Sehr gut im Ensemble eingefügt hätten sich mittlerweile die neuen Darsteller – "die kamen mit fast perfekt gelerntem Text", erzählt Gohlke. Es sei schön, dabei zuzusehen, wie diese in ihre Figuren hineinwachsen und das Ensemble bereichern.

Von "großer Festspiel-Begeisterung" der Darsteller spricht auch Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins. Er schildert, dass sich eine Mitwirkende selbst durch einen gebrochenen Fuß nicht davon abhalten lässt, auf der Bühne zu stehen. Ähnlich ist es bei einem Ensemble-Mitglied, dass sich – ebenfalls abseits des Theaterparketts – ein Kreuzband gerissen hat. In Sachen Konzentration sei bei den Durchlaufproben ab Anfang Juni noch eine Schippe nachgelegt worden, mittlerweile würden sich die Ergänzungen einiger Szenen gut in die Inszenierung einfügen, so die Ansicht des Vorsitzenden.

"Spannung erzeugen und halten", diesen Ansatz verfolgt der Regisseur als Schwerpunkt der Inszenierung. Er zitiert den Regisseur und Schauspieler Ernst Lubitsch, der "Langweilen, Langweilen und Langweilen" als die "drei Todsünden beim Inszenieren" genannt hat. Beim "Hussenkrieg" achtet Cornelius Gohlke darauf, dass sich laute und leise Töne abwechseln, Massenszenen auf kleine intime Szenen folgen, und Tempowechsel mit im Spiel sind. "Wichtig ist auch, dass die Schauspieler aufeinander achten, sich zuhören und miteinander spielen, nicht gegeneinander."

Nicht nötig sei es, so Gohlke, die Inszenierung "bedeutungsvoll zu überfrachten". Der historische Hintergrund des Stücks sei hochaktuell, und auch der Text stehe für sich und bedürfe keiner speziellen Interpretation. Allerdings komme es auf gute Schauspielerei an – "und daran haben wir heuer viel gefeilt".

Am Mittwoch (26. Juni) absolviert das Ensemble seine zweite Hauptprobe, am Freitag (28. Juni) – einen Tag vor der Premiere – steht die Generalprobe im Terminplan. Weil auch hinter den Kulissen einiges eingeübt werden muss, sei die Probe am Mittwoch hauptsächlich für die Technik (Licht und Ton) gedacht. Auch die Mitarbeiter bei Maske, Garderobe und Requisite könnten jetzt noch Fehler in den Abläufen ausmerzen. "Einige Mitwirkende müssen sich schnell umziehen und umgeschinkt werden, und auch Pferde sind umzusatteln", nennt der Regisseur einige Beispiele.

Cornelius Gohlke hofft, dass im Ensemble die Konzentration beim Proben-Finale hochgehalten wird. Das ausgeklügelte Timing der Inszenierung verlange von allen – sowohl vor als auch hinter der Bühne – höchste Konzentration. Mit Blick auf die Generalprobe freut sich der Regisseur darauf, dass die Darsteller nach den vielen Proben vor leeren Rängen endlich Publikumsreaktionen erfahren können.

Und was wird die Zuschauer im 37. Festspieljahr erwarten? "Es wird getanzt und gesungen, leidenschaftlich gestritten und gekämpft", schildert Gohlke. Der Burghof werde durch die 115 Darsteller in eine Mittelalter-Szenerie verwandelt. "Das Publikum darf sich auf einen spannenden Abend freuen, mit Darstellern auf hohem Niveau, toller Musik und einigen Überraschungen."

Gespannt auf die "Hussenkrieg"-Inszenierung 2019 ist mittlerweile auch Bürgermeister Martin Birner, der am Wochenende einen Teil der ersten Hauptprobe als Zaungast verfolgt hatte. Im Vergleich zum Vorjahr seien manche Szenen "etwas runder und auch ergänzt worden", schildert er seine ersten Eindrücke. Die Überarbeitung durch Cornelius Gohlke aus dem Vorjahr habe durch weitere Erneuerungen zusätzliche Facetten erhalten. Für die Stadt Neunburg als Veranstalter sprach er den Mitwirkenden seinen Dank für das bisherige Proben-Engagement aus. "Die Zuschauer dürfen gespannt sein, was unser Festspiel-Ensemble heuer auf die Bühne stellt."

Es ist schön dabei zuzusehen, wie die neuen Darsteller in ihre Figuren hineinwachsen.

"Hussenkrieg"-Regisseur Cornelius Gohlke

Termine und Eintrittskarten:

Aufführungen: Premiere am Samstag, 29. Juni; weitere Aufführungen: 6., 19., 20. und 26. Juli sowie 2. und 3 August. Beginn ist jeweils um 20.45 Uhr.

Eintrittskarten: Vorverkaufsstellen sind in Neunburg die Buchhandlung am Tor, Telefon 09672/91133, das Büro- und Pressezentrum, Telefon 09672/5229, und der Geschenkeladen "Mimamo", Telefon 09672/924602, sowie in Oberviechtach das Reisebüro Koller, Telefon 09671/3007900.

Der Preis für Erwachsene beträgt 16 Euro, für Kinder/Jugendliche bis 17 Jahren 10 Euro. An der Abendkasse (ab 19.30 Uhr geöffnet) werden 2 Euro Aufschlag verlangt.

Weitere Auskünfte erteilt das Tourismusbüro unter Telefon 09672/9208421.

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