Der Regensburger Diözesanbischof Rudolf Voderholzer gilt als entschiedener Gegner des Synodalen Weges. Die KAB-Senioren im Landkreis Schwandorf stellen ihm deshalb kritische Fragen.
Stadtpfarrer und Dekan Thomas Vogl (Waldsassen) musste bei der Kreisversammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung im Pfarrheim Neunburg vorm Wald zugeben: „Den Priestern im Bistum Regensburg fehlt der Mut, dem Bischof zu widersprechen“. Dafür fällt die Kritik der Gläubigen umso deutlicher aus. „Die Bischöfe der Diözese Regensburg haben die Laienräte zerschlagen, schalten seit Jahrzehnten jegliche Opposition aus und wollen nichts von ihrer Macht abgeben“, kritisierte der pensionierte Religionslehrer Hans Fischer laut einer Pressemitteilung der KAB. Er bedauerte, „dass sich die Bremser in der Kirche zunehmend durchsetzen und immer mehr Gläubige verprellen“. Fischer ist überzeugt: „Die Leute wollen vom traditionellen Menschenbild der Kirche nichts mehr wissen, denn es hat ihnen in der Vergangenheit unendlich viel Leid zugefügt“.
Auch KAB-Seniorensprecher Fridolin Gans fordert Reformen und wünscht sich, „dass die Bischöfe mehr auf Jesus hören sollten“. Darauf erhielt er aus dem Kreis der Zuhörer die Antwort: „Bischof Voderholzer ist ein Dogmatiker, und in den Dogmen der katholischen Kirche kommt Jesus nicht vor“. Pfarrer Thomas Vogl vermisst die Rückendeckung der Diözesanleitung, „wenn es um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder Homosexuellen geht“. Er erwartet „eine Anpassung der katholischen Sexualethik an die Lebenswirklichkeit“ und macht deutlich: „Das, was im Katechismus über Homosexualität steht, muss verschwinden“. Die Kirche sollte vielmehr das Signal aussenden, „dass alle Menschen willkommen sind“. Der Wunsch des Bischofs nach Neuevangelisierung könne sich nur erfüllen, „wenn die Hindernisse beseitigt sind“.
KAB-Mitglied Rudolf Hirsch prangerte die Doppelmoral der Kirchenleitung an und sagte: „Priester, die sich zu Frau und Kind bekennen, werden entlassen, Priester, die Kinder und Frauen missbrauchen, werden dagegen versetzt und verschwinden in den organisierten Strukturen der Kirche“. Es gebe aber auch reformwillige Bischöfe, „die in ihren Diözesen die Beschlüsse der Synodalversammlung umsetzen wollen“. Im Bistum Regensburg sei allerdings „nichts zu erwarten“, befürchtet Rudolf Hirsch.
Der Neunburger Pfarrer Stefan Wagner sieht in der Überhöhung des Bischofsamtes einen Grund für die Entfremdung und meint: „Wenn der Bischof in die Pfarrei kommt, wird er feierlich empfangen und ist der Meinung, hier ist alles in bester Ordnung“. Dekan Thomas Vogl konnte dem nur zustimmen und forderte die Gläubigen auf, dem Bischof doch persönlich ihre Anliegen kundzutun. Stefan Wagner stellte ferner die Frage in den Raum, ob die Sexualethik wohl das größte Hindernis zwischen Kirchenleitung und Kirchenvolk darstelle. „Ja“, antwortete Referent Thomas Vogl, „beim Synodalen Weg spitzen sich die unterschiedlichen Auffassungen in aller Öffentlichkeit zu".













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