11.09.2019 - 13:25 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Kunst und Natur" im Fokus

Mit der Internationalen Ausstellung "Ahoj 19" startet der Neunburger Kunstherbst in seine siebte Saison. Nach "Kunst und Glauben" (2017) und "Kunst und Frieden" (2018) lautet diesmal das Thema "Kunst und Natur".

Seit Montag laufen in der Schwarzachtalhalle Aufbauarbeiten für die Internationale Ausstellung "Ahoj 19 - Kunst und Natur", v.re. KVU-Vorsitzender Peter Wunder, Künstlerin Eva Felixová, Stadträtin Margot Weber und Petr Felix. Foto: agr
von Autor AGRProfil

Der gastgebende Kunstverein Unverdorben hat drei Künstlerinnen eingeladen, ihre Werke in den kommenden sechs Wochen in der Pfalzgrafenstadt zu zeigen. Nach einjähriger Pause wählten die Veranstalter wieder die Präsentationsform "Prozessionsausstellung". Sie beginnt am 13. September um 19 Uhr im Hallenfoyer. Anschließend folgt eine Kunstprozession durch die Hauptstraße mit acht Kunststationen zur Spitalkirche. Die musikalische Umrahmung übernimmt ein Bläserquartett der Stadtkapelle Neunburg.

Die Spitalkirche ist vom 13. September bis 27. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, im Hallenfoyer können die Werke am Sonntag, 22. September, Sonntag, 20. Oktober und Sonntag, 27. Oktober, 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Weitere Öffnungszeiten werden zeitnah in der Presse veröffentlicht. Ausstellende Künstler bei "Ahoj 19 - Kunst und Natur" sind die in Mittelfranken lebende Malerin, Zeichnerin und Grafikerin Susanne Heinrich, die Regensburger Kunstfotografin und Sozialpädagogin Rose Heuberger und die Malerin und Fotografin Eva Felixova aus Holýsov (Tschechien). Abgerundet wird die Ausstellung mit Arbeiten der Kunstschule Klatovy und des Kunstzweigs der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald.

Für Kunstpreis nominiert

Susanne Heinrich wurde 1956 in Herzogenaurach geboren. Von 1972 bis 1975 absolvierte sie eine Damenschneiderlehre mit Gesellenprüfung in Nürnberg. Dem folgte ein vierjähriges Studium der Modegrafik mit Diplomabschluss in München. Nachdem sie in den 80er Jahren zunächst als freie Mitarbeiterin in Werbeagenturen, später als selbstständige Grafikerin und Illustratorin für Verlage tätig war, wandte sich Susanne Heinrich ab 1996 verstärkt ihrem künstlerischen Engagement zu. In Bernlohe bei Roth lebt Heinrich heute als freischaffende Künstlerin in ihrem "Eigensinnlich"-Atelier. "Ich stelle den Menschen in seiner ganzen Blöße und Verletzlichkeit dar, natürlich und unverstellt", nimmt Susanne Heinrich unmittelbar Bezug auf Goethe (Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1829): "Der nackte Mensch ist der wahre Mensch." Damit soll ihre Kunst diese Botschaft vermitteln: "Menschen öffnet euch, kehrt euer Innerstes nach außen, zeigt eure Seele, eure verwundbaren Stellen. Dann seid ihr fähig zu wirklicher Nähe und echter Hingabe." Erstmals wurde sie dieses Jahr für den Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten nominiert. Ausgestellt hatte sie zuletzt in der Residenz Hilpoltstein (2018) und bei den Weißenburger Kunsttagen (2016).

Die Kunstfotografin Rose Heuberger wurde 1957 als älteste Tochter des Dorfbäckers in Großschönbrunn geboren, in der Nähe des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Die sich verändernden Landschaften waren ihr schon als Kind vertraut. Sie sah, wie aus bewaldeten Hügeln binnen kurzer Zeit kahle Landschaftslinien wurden. Nach der Mittleren Reife besuchte sie Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof. Danach ging Heuberger über ein Jahr als "Mother's Helper" nach Kanada, studierte in Regensburg Sozialpädagogik und übersiedelte in der Wendezeit nach Berlin. Mit dem Vorsatz, Berufsfotografin zu werden, kehrte sie nach Regensburg zurück, um sich in einem Foto-Studio ausbilden zu lassen. Wie gründlich sie ihr Handwerk lernte, machte 1993 der bundesweit ausgeschriebene Wettbewerb der Züricher "Sinar Photography" deutlich. Als eine von vier Preisträgern fuhr Heuberger zum Workshop nach Zürich. Im Jahr darauf gab sie in Freihung mit der Ausstellung "Sand I" ihr Debüt als freie Fotografin. 2003 erhält sie den Kulturpreis der Oberpfalz. In mehr als 30 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen präsentierte sie ihre Sicht auf "Herrschaftsräume", "Bilder aus China", "Frauenzimmer" oder "Drahtgewebe und Eisengesenk". Nach schwerer Erkrankung und Reha kehrte sie 2006 in den ersten Beruf als Sozialpädagogin zurück. Die künstlerische Fotografie bleibt ihre Passion.

Gelernte Schneiderin

Die tschechische Seite der Internationalen "Ahoj 19"-Ausstellung vertritt die in Holýsov lebende Malerin und Fotografin Eva Felixová. Sie wurde 1960 in Taus geboren und erlernte den Beruf der Damenschneiderei. Ihre Naturverbundenheit und Affinität zur Kunst reicht bis in die früheste Kindheit zurück. Als ihr künstlerisches Vorbild nennt sie den mährischen Maler und Grafiker Alfons Mucha (1860 bis 1939). Für weitere kreative Impulse sorgte ihre erste Begegnung mit Suiseki (chinesischer Gelehrtenstein) - die Kunst, Natursteine in meditativ ansprechender Weise zu präsentieren. Seit 15 Jahren befasst sich Eva Felixova intensiv mit der Kunstfotografie: "Ich versuche mit meiner Digitalkamera immer wieder aufs Neue den Zauber des Augenblicks und die Schönheit der Natur einzufangen". Bei Ausstellungen trat sie zuletzt in Bad Kötzting (2017) und auf Schloss Haid bei Tachau (2016) an die Öffentlichkeit.

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