15.09.2019 - 11:37 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Es ist wieder Kunstherbst-Zeit in Neunburg

Wenn sich die Blätter an den Bäumen schön langsam bunt färben, zeigt sich in Neunburg auch die Kunst in allen Facetten. Die Vernissage der Ausstellung "Ahoj 19" gibt den Startschuss für den nächsten Kunstherbst.

von Udo WeißProfil

Heuer steht die Ausstellung "Ahoj" unter dem Titel "Kunst und Natur". Bei Eröffnung mit zahlreichen Ehrengästen im Foyer der Schwarzachtalhalle bedankte sich Peter Wunder, Vorsitzender des Kunstvereins "Unverdorben", besonders bei den Geschäften, die ihre Schaufenster für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Sein großer Dank galt der Mannschaft des Kunstvereins, die diese Präsentation in aufwendiger Arbeit auf die Beine gestellt hat. Besonders würdigte er Dana Ettl, die die Übersetzungsarbeit für diese grenzüberschreitende Ausstellung übernommen hat, und Renate Ullmann als Koordinatorin.

Bei der Vorstellungsrunde der Künstler begann Wunder mit zwei Schulen – der Kunstschule Klattau und der Gregor-von-Scherr-Realschule aus Neunburg. Die tschechische Kunstschule wird von Schülern im Alter von 6 bis 15 Jahren zusätzlich zum Schulunterricht besucht. "Flamingos", "Pfau", "Schlafende Giraffe" und "Hungriger Hai" titelten die Werke, die in verschiedenen Techniken angefertigt wurden. Bilder mit "Eichhörnchen", "Die faule Katze" oder "Tanzende Auerhähne" spiegeln den Bezug zur Natur, dem Thema der Ausstellung, wider.

Mit "Kirschblüten"-Aquarellen, Radierungen von Landschaften, Bleistiftzeichnungen mit Farbakzent und surrealistischen Bildern demonstrierten die Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule die Qualität ihres Kunstunterrichts. Danach stellte Peter Wunder die drei weiteren Künstlerinnen vor (siehe Info-Box). "Der Kunstverein ist eine riesige Bereicherung für die Region", hob Bürgermeister Martin Birner in seinem Grußwort hervor. Er würdigte die Leistung des Vereins, der immer auch grenzüberschreitend agiert.

Nach einem weiteren Musikstück einer Abordnung der Neunburger Stadtkapelle, setzten sich die Gäste zur Kunstprozession durch die Altstadt in Bewegung. In Schaufenstern von sieben Geschäften (dazu noch in der Schwarzachtalhalle und der Spitalkirche) konnten Kunstwerke bewundert werden. In der Spitalkirche, in der die Gäste von den Bläsern begrüßt wurden, fand der Abschluss der Kunstprozession statt.

Die Künstlerinnen:

Die seit ihrer Kindheit mit dem Böhmerwald naturverbundene Künstlerin Eva Felixová befasst sich seit 15 Jahren mit Kunstfotografie und malt dann nach den Fotovorlagen die Motive mit Öl auf die Leinwand. So entstanden farbenfrohe "Eisvögel", "Birken", Eindrücke vom "Morgen vor dem Fenster" und "Sonnenuntergang".

Rosa Heuberger, die bei Amberg wohnt, hat in ihren großformatigen Digitaldrucken Sandgruben verewigt. Die phantastischen Farben und mineralhaltigen Stoffe, die beim Abtragen der Schichten zutage treten, faszinieren sie seit 20 Jahren in ihren Bildern. "Quarzsand, so weiß wie der Strand am Meer, so gelb wie die Sonnenblumen, rosarot wie der Abendhimmel und sogar nachtblau, in allen Farbschattierungen wird er zum beherrschenden Element ihrer Drucke", erklärte Peter Wunder.

Die Malerin und Grafikerin Susanne Heinrich stellt in ihren Bildern den Menschen in seiner ganzen Blöße und Verletzlichkeit dar. Ihre großen Bilder wollen provozieren, Gefühle aufzeigen, Liebe vermitteln. "Inniger Kuss", "Enttäuschte Seelen" und "Illusion Freiheit" spiegeln das Verhältnis Mann-Frau wider und stellen das Bild der Frau in der westlichen und der muslimischen Welt gegenüber. In zwei Werken wird auch der ökologische Gegensatz drastisch sichtbar, beim Baum voller Äpfel und dem sterbenden Baum mit nur einem Apfel und dem Tod im Hintergrund. (weu)

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