15.03.2019 - 12:32 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Leben für eine bessere Zukunft

Frauen gedachten an Frauen aus Slowenien mit ihren Geschichten und Erlebnissen

Evangelische und katholische Frauen gestalteten den Gottesdienst mit Pfarrer Stefan Wagner (rechts).
von Autor AGRProfil

Slowenien stand in diesem Jahr im Fokus des Weltgebetstags der Frauen im Pfarrheim St. Georg. Dabei sangen und beteten Frauen beider Konfessionen um die Gleichstellung in den verschiedenen Wirkungsbereichen. Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten Länder in der Europäischen Union. Die zwei Millionen Einwohner sind zu etwa 60 Prozent katholisch getauft. Bis 1991 war Slowenien nie ein unabhängiger Staat.

Slowenien ist aufgrund seiner geografischen Lage seit jeher Knotenpunkt internationaler Wanderbewegungen und der Handelsströme, die viele Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen ins Land brachten und bringen. Es liegt auch auf der Balkanroute, auf der Flüchtlingen nach Mitteleuropa kommen wollen. Mit "Dober vecer" (Guten Abend) begrüßte Christine Schmid die gekommenen Damen und Pfarrer Stefan Wagner, der mit dem Keyboard den musikalischen Part übernahm. Pfarrvikar Benny Joseph Kochumundammalayil sprach die Schlussworte. Dabei standen im Gottesdienst vier Frauenstimmen aus dem Land im Mittelpunkt. Marjeta wurde am Ende des zweiten Weltkrieg geboren. Zu dieser Zeit gehörte Jugoslawien, einem sozialistisch- kommunistischen Staat. Als religiöse Frau galt sie als Bürger zweiter Klasse. Deshalb erhielt sie nach dem Abitur kein Stipendium oder andere Mittel für ein Studium.

In der Schweiz fand sie dann Arbeit. Aber dort habe sie stark gespürt, wie die Gastarbeiterinnen angesehen wurden. Im Rentenalter kehrte Marjeta mit ihrem ihr Mann in ihre alte Heimat zurück. Ihr Glück versucht sie heute zu teilen, indem sie sich in ihrer Gemeinde mit einbringt und sich ehrenamtlich für den Weltfriedensgebetstag engagiert.

Eine andere Frau ist 80 Jahre alt und heißt Marija. Sie lebt mit in der Familie ihres Sohnes. Sohn und Schwiegertochter sind arbeitslos, die ganze Familie lebt von ihrer bescheidenen Rente.

Danach hörten die Gäste die Geschichte Ernas, einer Mutter von zwei Kindern, die seit ihrer Kindheit stark von Alkoholmissbrauch in der Familie betroffen ist. Ihr Mann will keine Hilfe in Anspruch. Deshalb sucht Erna Hilfe im Gebet. Natascha ist 46 Jahre und gehört zu der ethnischen Minderheit der Roma an. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihre Kindheit verbrachte Sie in einer fürsorglichen Familie in einem Roma-Dorf. Sie habe nie erlebt dass sie wegen ihrer Herkunft als Roma abgelehnt wurde.

Der Gottesdienst für den Weltgebetstag 2020 kommt aus Simbabwe unter dem Titel "Rise! Take Your Mat and Walk".

Evangelische und katholische Frauen gestaten den Gottesdienst mit Pfarrer Stefan Wagner (r.)

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