21.11.2018 - 16:05 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburg ganz vorne dabei

Mit 4065 Arbeitsplätzen liegt Neunburg nach Schwandorf und Wackersdorf auf Platz drei im Landkreis Schwandorf. 2470 Leute kommen von auswärts zur Arbeit in die Pfalzgrafenstadt.

Mit Gesamtkosten von über zehn Millionen Euro, ist die Sanierung und Erweiterung der Grundschule das größte städtische Bauprojekt der vergangenen Jahre. Über den Baufortschritt in der neuen Schulturnhalle hatten sich die Bauausschuss-Mitglieder im vergangenen Juli bei einem Ortstermin (Foto) informiert, mittlerweile kann bereits Sportunterricht darin stattfinden.
von Georg Köppl Kontakt Profil

Eine Vielzahl von Daten und Fakten (siehe auch Info-Kasten) servierte Bürgermeister Martin Birner bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Sporrer. Mit rund 30 Zuhörern, dazu Stadtratsmitglieder und Mitarbeiter der Verwaltung, hielt sich das Interesse allerdings in Grenzen.

Ein weiterer Aufwärtstrend bei den Einwohnerzahlen und bei den Arbeitsplätzen, satte Gewerbesteuereinnahmen von 8,4 Millionen Euro und zahlreiche Investitionen lassen eine erfolgreiche Bilanz ziehen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Der erwähnte "Haken": Weil es der Stadt finanziell vergleichsweise gut geht, muss sie auf Schlüsselzuweisungen verzichten und knapp fünf Millionen Euro als Umlage an den Landkreis überweisen. Von Baugebieten über Dorferneuerung und Feuerwehrwesen bis hin zu Kinderbetreuung, Seniorenvorsorge und Straßenbau spannte Bürgermeister Birner den Bogen der laufenden und geplanten Investitionen.

Bedarf steigt

Auch der normale Unterhalt wie beispielsweise für die Straßen (inklusive Beleuchtung, Reinigung und Winterdienst) ist nicht zu vernachlässigen. Über eine Million Euro listete der Bürgermeister dafür auf, wovon nach Abzug der Zuwendungen immerhin 754 000 Euro an der Stadt hängen bleiben.

In den drei Kindertagesstätten werden 48 Krippenkinder, 225 Drei- bis Sechsjährige und 65 Schulkinder betreut. Doch das reicht nicht aus. Geplant ist eine Erweiterung um eine Kindergarten- und eine Kinderkrippen-Gruppe. Etwa 140 000 Euro Eigenmittel muss die Stadt dafür locker machen. Noch bis ins Jahr 2020 hineinziehen wird sich die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Ledererstraße einschließlich der Erweiterung um ein Ganztagesangebot und dem Neubau einer Sporthalle. Von den geplanten Kosten von 10,5 Millionen Euro muss die Stadt selber rund fünf Millionen aufbringen.

Die Anschaffung von sechs Tragkraftspritzen-Fahrzeugen schlägt pro Auto mit etwa 50 000 Euro zu Buche und für den Ankauf eines LF 20 braucht es weitere 160 000 Euro Eigenmittel. Die Bauplätze in den bisherigen städtischen Baugebieten sind rar geworden. Aber Grundstücksverhandlungen sind bereits im Gange und in den Ortsteilen (wie z. B. in Kemnath/Fuhrn, Kröblitz und Penting gibt es noch Möglichkeiten. Im Gewerbegebiet Galgenberg-West I sind die erschlossenen Parzellen bereits veräußert, der Grunderwerb ist im Gange und eine weitere Erschließung geplant.

Für den Bürgerhaushalt liegen laut Birner bereits 26 Vorschläge vor, der Kinosommer soll eine Neuauflage erhalten und das Festspiel ist längst nicht mehr wegzudenken. Ausführlich ging das Stadtoberhaupt nach der Abschaffung der Straßenausbaubeiträge auf die Auswirkungen für bereits teilabgerechnete Straßen ein. Drei laufende Straßenbaumaßnahmen sind bereits bzw. bis auf Restarbeiten feriggestellt: Diendorfer Straße (360 000 Euro), Am Sonnenschein (340 000 Euro) und Ortsstraße "Bockskirn) in Kröblitz (70 000 Euro).

"Der Beginn ist hoffentlich im Frühjahr 2019" wünscht sich Birner für die zweite Ausbaustufe des schnellen Internets für die noch nicht erschlossenen Ortsteile. Für die Neugestaltung des Schrannenplatzes sollen bis März 2019 die Planungen fertig sein. In der Ledererstraße werden im kommenden Jahr 36 neue Parkplätze, entlang der Schwarzachtaler Straße 12 und an der Wassergasse weitere 15 entstehen.

Lange Liste

Doch damit ist die lange Liste der geplanten Maßnahmen längst noch nicht zu Ende. Der Bürgermeister nannte unter anderem den Bewegungspark "Xund & Fit" sowie den Dirt-Bike-Park im Stadtpark, das Dorfgemeinschaftshaus in Mitterauerbach und Kleinwinklarn, Dorferneuerungsmaßnahmen in Oberaschau und Kemnath/Fuhrn, Wohnbaugebiete in Seebarn und Gütenland, den Fisch-Erlebnis-Park Eixendorfer See samt Verbesserung der Wasserqualität, eine Seniorenwohnanlage Ufertal-/Rötzer Straße, Flurneuordnung/Dorferneuerung Penting, den Ausbau der Staatsstraße bei Kemnath/Fuhrn sowie den Kreuzungsumbau Jobplatz (für 2020).

Zahlen und Daten:

Bevölkerung: Am 1. Januar 2018 zählte die Stadt Neunburg 8631 Einwohner. Zum 31. Oktober sind es 8681. 70 Geburten stehen 94 Sterbefälle gegenüber. 491 Personen sind zugezogen, 417 haben die Stadt verlassen. Der Ausländeranteil beträgt 1043 Personen, darunter sind 100 Asylbewerber und 65 anerkannte Flüchtlinge.

Finanzen: Für heuer erwartet die Stadt 8,4 Millionen Euro an Gewerbesteuer (2017: 7,48 Millionen Euro), davon sind 1,72 Millionen Euro an Gewerbesteuerumlage wieder abzuführen. Die Einkommenssteuerbeteiligung ist mit 3,98 Millionen Euro (Vorjahr 3,72 Millionen) auf ein Rekordniveau geklettert. Bei der Kreisumlage ist Neunburg mit 4,9 Millionen Euro dabei, das ist nahezu der gleiche Wert wie im Jahr 2017.

Schulden: Der Stand liegt bei insgesamt 19,88 Millionen Euro. Die Stadt selber hat 8,59 Millionen Euro „Miese“, die Stadtwerke haben 2,49 Millionen Schulden. Mit den Verbindlichkeiten der Freizeit-GmbH von 8,97 Millionen ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2405 Euro.

Machbarkeitsuntersuchungen/Immobilien: Für das Rot-Kreuz-Haus und die Spitalkirche, das ehemalige Hösl-Anwesen und das Haslbauer-Hirschenwirt-Anwesen als stadtbildprägende und denkmalgeschützte Gebäude werden zur künftigen Nutzung sogenannte Machbarkeitsstudien erstellt. Die ehemalige Raiffeisenbank, das ehemalige Rieder-Anwesen, das ehemalige Hösl-Anwesen und das Rot-Kreuz-Haus/Spitalhaus sowie Haslbauer/Hirschenwirt werden öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Für diese Gebäude besteht Verpflichtung zur Sanierung.

Straßenbaumaßnahmen: Für 2019 sind geplant: GVS Neunburg-Nefling-Staatsstraße (Gesamtkosten 820 000 Euro), Brücken- und Durchlassbauwerk Oberauerbach (500 000 Euro) und Diendorfer Straße (Abschnitt 3, 450 000 Euro). Programm 2020: Ufertalstraße (1,97 Millionen Euro), Krankenhausstraße (230 000 Euro) und GVS Wilbersdorf-Plattenberg-Staatsstraße (700 000 Euro).

Rathausanbau und -erweiterung: Für diese bereits beschlossene Maßnahme mit voraussichtlichen Kosten von 3,2 Millionen Euro wird derzeit die Ausführungsplanung erstellt. Die Umsetzung ist für 2019/2020 vorgesehen. (kö)

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