Der Leiter der Polizeiinspektion Neunburg, Erster Polizeihauptkommissar Markus Schmitt, nennt aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2021, die er mit seinem Stellvertreter Joachim Baumer und Verkehrsfachmann Markus Schlegel präsentiert, Zahlen, die aufhorchen lassen.
Der gesamte Zuständigkeitsbereich der Polizei mit den sechs Kommunen umfasst eine Fläche von knapp 300 Quadratkilometern. Darin wohnen 17.180 Menschen. 2020 waren im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg mit der Stadt Neunburg und den Gemeinden Bodenwöhr, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein 456 Straftaten zu bearbeiten. Anders das Bild 2021. Die PI registrierte nur mehr 385 Delikte (456). Das ist ein Rückgang von 15,6 Prozent. Eine Ursache dafür sah PI-Leiter Markus Schmitt bei der Präsentation der Zahlen auch in den Corona-Maßnahmen, die das öffentliche Leben einschränkten. Nicht enthalten in laut PI Neunburg in diesen Zahlen die Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht in Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik.
Stark rückläufig: Sachbeschädigungen
Bei den "Rohheitsdelikten" verzeichnete die Polizei einen Rückgang von 97 auf 84 Fälle. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte haben von 71 auf 44 Straftaten abgenommen. Die Sachbeschädigungen gingen sogar von 65 auf 33 Fälle zurück.
Bei den 242 von der PI Neunburg ermittelten Tatverdächtigen handelte es sich um 176 Deutsche und 66 Ausländer, darunter waren 18 Asylbewerber. Es gab 182 Täter und nur 60 Täterinnen. Von den 242 ermittelten Tatverdächtigen waren 82 Prozent über 21 Jahre alt (198), 16 Prozent Heranwachsende (40) und nur zwei Prozent 14 Jahre oder jünger (4).
Weniger schwere Fälle
Bei der Eigentumskriminalität sank die Zahl der Delikte erneut: Gegenüber 2020 von 73 auf 64 Fälle. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 16,5 Prozent. Die besonders schweren Diebstähle sind deutlich von 30 auf 15 Fälle, also um 50 Prozent zurückgegangen. Bei den einfachen Diebstählen gab es einen leichten Anstieg von 43 Delikten auf 49.
Auto-Diebstähle verzeichnete die Polizei sechs (zehn im Vorjahr). Die Fahrraddiebstähle gingen von elf auf fünf zurück. Im PI-Dienstbereich ereignete sich ein versuchter Wohnungseinbruch. „Die Verschärfung des Strafrechts und die in diesem Deliktsfeld bayernweit umgesetzten Maßnahmen wirken sich erfolgreich aus“, so der PI-Chef.
Die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen stieg gegenüber 2020 um fünf auf 16 Straftaten. Häusliche Gewalt wurde 23 Mal angezeigt. In 36 Fällen (40 Prozent) der Gewalttätigkeiten standen die Täter unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.
Meist Cannabis
Die Gesamtzahl der Rauschgift-Delikte blieb mit 36 Straftaten nahezu unverändert. Es handelte sich um Verstöße mit Cannabis (24), Amphetamin/Methamphetamin (9) und jeweils einmal mit Heroin, Kräutermischungen und sonstigen Betäubungsmitteln.
Es gab einen Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern, bei dem Kinderpornos heruntergeladen wurden. Tragisch war der Tod eines 39-Jährigen bei einem Brand im Neunburger Ortsteil Kröblitz im März 2021. Außerdem brannte ein Mehrfamilienhaus an der Amberger Straße. Dabei gab es drei Verletzte.













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