Neunburg vorm Wald
18.09.2023 - 11:01 Uhr

ÖDP will Kitas durch familiäre Kinderbetreuung entlasten

"Familiäre Kinderbetreuung fördern - Kitas entlasten": Die stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende Martha Altweck-Glöbl erläuterte im Gasthaus Sporrer die Petition der ÖDP.

Altweck-Glöbl betonte laut einer Pressemitteilung des ÖDP-Kreisverbandes, dass in den ersten drei Jahren die Bindung an die primären Bezugspersonen angelegt werde. Dies stelle im weiteren Leben das entscheidende Modell für den Umgang mit Gefühlen und jede Art der Beziehungsgestaltung dar.

Altweck-Glöbl kritisierte die Wachstums- und Beschleunigungsgesellschaft. "Die schickt viele Familien ins Hamsterrad. Im täglichen 24-Stunden-Rennen gibt es derzeit keine Chancengleichheit für das Team Mama-Papa-Kinder - es gewinnt immer das Team Wirtschaft. In den letzten Jahrzehnten wurde den Familien das Zeitbudget beträchtlich geschmälert. Eltern sollen (müssen) dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf kam als Angebot und wurde schnell zur Pflicht", so die Referentin.

Die Referentin stellte am Beispiel der Stadt Straubing die Ist-Situation dar. Dort wie in vielen anderen Kommunen kann der Bedarf an Betreuungsplätzen nicht gedeckt werden. Dazu wird die Personaldecke in vielen Einrichtungen immer dünner. Als Reaktion wurde von Sozialministerin Scharf verfügt, dass in Einstiegsgruppen auch nicht ausgebildete Kräfte Kinder bis vier Jahre betreuen dürfen, und dass Gruppen in der Großtagespflege statt bisher acht nun bis zu 15 Kinder aufnehmen können und die Einrichtungsleitung keine pädagogische Ausbildung mehr benötigt. Damit wird aus Sicht von Altweck-Glöbl die Qualität der Betreuung weiter verschlechtert.

Damit eine qualifizierte Betreuung in der Krippe mit maximal zwölf Kindern in einer Gruppe erreicht wird, fordert die ÖDP einen Fachpersonalschlüssel von eins zu drei. Die familiäre Erziehungsarbeit für Kinder unter drei Jahren soll durch eine Vergütung honoriert und aufgewertet werden. Als Anschluss an das Elterngeld des Bundes soll das Land Bayern zwei Jahre lang ein monatliches Landeserziehungsgeld zahlen, das den staatlichen und kommunalen Kosten eines Krippenplatzes pro Kind und Monat entspricht. Damit erhalten die Familien eine Wahlfreiheit, ob sie ihre Kinder unter drei Jahren familiär betreuen oder in eine Kita geben. "Die Anerkennung der Familienarbeit entlastet Träger und Kommunen, ständig neue Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. So können kleine Gruppen in der Krippe ermöglicht und der Betreuungsschlüssel eingehalten werden", betont Martha Altweck-Glöbl.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.